In Rekordzeit vom Mittelmeer in den Regenwald: Der Garten Eden macht es möglich
Von der stillgelegten Tongrube zum englischen Regenwald: Das „Eden Project“ in Cornwall bewahrt Schätze und Schönheit der Pflanzenwelt. Das inspirierte eine legendäre Rockband sogar zu einem neuen Album.

Ein Wasserfall rauscht, Vögel singen, Palmen recken sich in den Himmel. In der Dschungellandschaft reifen Cashew-Nüsse, Vanille, Kakao, Kaffee und exotische Gewürze. Ein Pfad führt durchs dichte Grün am Boden, ein anderer durch die Gipfel der Bäume. Auf den Blättern der Bananenstauden glänzen Tropfen, auf den Gesichtern der Besucher ebenfalls.
Kuppeln wie riesige Kaugummiblasen
Bis zu 35 Grad warm ist das Regenwald-Biom des Eden Projects, die Luftfeuchtigkeit hoch. Denn das Riesengewächshaus imitiert den natürlichen Lebensraum von Pflanzen auf tropischen Inseln, in Südostasien, Westafrika und im tropischen Teil Südamerikas. Eine 50 Meter hohe Kuppel sperrt das milde, aber launische Klimas Cornwalls aus.
Diese und weitere Kuppeln erheben sich über der Sohle einer stillgelegten Grube für den Abbau von Porzellanerde wie riesige Kaugummiblasen. Unter ihnen vereint das bei St. Austell gelegene Eden Project die Pflanzen mehrerer Klimazonen und den größten Regenwald der Welt in Gefangenschaft. Mit einer Million Pflanzen, die mehr als 5000 Arten repräsentieren, bildet es eine Art begehbares und lebendiges Universal-Botanikbuch.
Einmal um die Welt in wenigen Schritten
Innerhalb weniger Stunden können Besucher im Regenwald schwitzen und im mediterranen Biom unter Olivenbäumen flanieren. Hier unternehmen sie via Kalifornien, Südafrika, Zentral-Chile und Südwestaustralien einen Streifzug durch die Welt bis zurück nach Cornwall.
Ein grandioser Garten ist in Cornwall an sich keine Überraschung. Die Grafschaft im Südwesten Englands ist mit Moor, sandigen Buchten, Küstenpfaden, Leuchttürmen und alten Burgen seit jeher verzaubertes Land. Den Rest erledigen das milde, feuchte Klima und die mineralreichen Böden. Ihnen verdanken sich viele der prachtvollsten Gärten der Insel.
Auch das Eden Project verfügt über einen Garten unter freiem Himmel. Auf einer Fläche von 81.000 Quadratmetern wachsen hier 3000 Arten. Der Bereich „wildes Cornwall“ erinnert daran, wo man sich hier tatsächlich befindet. In anderen Abschnitten blühen je nach Jahreszeit Tulpen- und Lavendelfelder.
Ein Paradies, in das ein großer Teil der Welt passt, kann kein Schrebergarten sein. Daher sind die Dimensionen des Eden Projects in jeder Hinsicht gewaltig. Garten und Kuppeln im Krater nehmen dafür eine Fläche von dreißig Fußballfeldern ein.
The Who live im Eden Project
Dass die betörende Pflanzenvielfalt und die schiere Größe der Anlage nicht nur die Augen erfreuen, sondern auch den Geist beflügeln, erlebte auch die Rockband The Who. Die legendären Musiker gaben hier im Sommer 2023 zusammen mit dem Heart of England Philharmonic Orchestra ein Konzert. Denn die Biome und die Lage in der Grube schaffen eine außergewöhnliche Akustik. Den Abend mit The Who kann nun auch der Rest der Welt nachvollziehen: Ende Mai erscheint ihr Album „Live at Eden Project".
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