Im Garten des Monarchen: So grünt und blüht es hinter dem Buckingham Palace
Der größte private Garten Londons ist nicht nur Schauplatz der Gartenpartys des Königs. Mit 1000 Bäumen, 350 Wildpflanzenarten, Rosengarten und einem von Weiden gerahmten See ist die Grünanlage des Palasts auch eine Natur-Oase.

Für bürgerlich Geborene führen zwei Wege in den Garten des Buckingham Palace: eine Einladung zu einer der drei Gartenpartys, die der Monarch im Mai für jeweils 8000 verdiente Untertanen gibt, oder - und das ist für Interessierte aus dem Ausland der deutlich leichtere Weg - die Buchung einer Tour durch den Palast mitsamt Abstecher in den Garten.
1993 waren die Gemächer erstmals öffentlich zugänglich; die Einnahmen flossen in die Wiederherstellung des im Jahr zuvor durch ein Feuer schwer beschädigten Windsor Castle. Auch 2026 werden von Mitte Juli bis Ende September fast täglich Führungen durch die Staatsgemächer und zu den Highlights des Gartens angeboten.
Touren ohne Tee und Smalltalk
Anders als die Gäste der offiziellen Gartenpartys im Mai bekommen die Besucher zwar keinen Afternoon Tea. Dafür sehen sie mehr als nur den Rasen, der sich unterhalb des Music Room erstreckt. Im mit sechzehn Hektar größten privaten Garten der Hauptstadt gibt es so viel zu entdecken, dass ein Besuch in den Grünanlagen auch ohne Smalltalk mit dem König unvergesslich ist.
Fast alles hier ist mit historischer Bedeutung aufgeladen oder beeindruckt durch seine Dimensionen: vom 156 Meter langen Staudenbeet über den Königlichen Tennisplatz, auf dem George VI. in den Dreißigerjahren mit dem englischen Tennis-Champion Fred Perry spielte, bis zur Nationalen Sammlung von Maulbeerbäumen mit 45 verschiedenen Arten.
Das älteste Exemplar stammt aus der Zeit James I. Zur heutigen Vielfalt des Baumbestands tragen neben 85 verschiedenen Eichenarten aus der ganzen Welt Exoten wie Bananenpflanzen bei, die sich im milden Stadtklima wohlfühlen.
Queen Victoria liebte Azaleen, Queen Mum Magnolien
Jeder Monarch setzte im Garten persönliche Akzente. Königin Charlotte, Gattin von George III., liebte Tiere und hielt im 18. Jahrhundert im Garten außer Kühen und Ziegen auch einen Elefanten und ein Zebra - das erste Exemplar seiner Art, das in London heimisch wurde.
Queen Victoria hatte ein Faible für Azaleen und Rhododendren, die noch heute in großer Zahl und Pracht im Garten vertreten sind. George VI. und seine Königin Elizabeth, die nach seinem Tod 1952 kurz und liebevoll Queen Mum genannt wurde, pflanzten Magnolien, Kamelien und Kirschbäume, weil sie die Blütenpracht im Spätwinter und Frühling liebten.
Im 20. Jahrhundert gewann der Erhalt der Natur an Bedeutung. So gibt es im Garten nicht nur makellosen englischen Rasen, sondern auch Wildblumenwiesen, die im Frühling von Narzissen, Glockenblumen und Primeln übersät sind und im Lauf des Sommers immer neue Farbspiele hervorbringen.
Honig für königliche Frühstückstoasts
Vor allem Charles III. interessiert sich bekanntlich sehr für Ökologie. Zwei Hektar Fläche sind der Natur vorbehalten; hier wachsen mehr als 350 verschiedene Wildblumen. Mehrere Bienenstöcke sind auf der Insel im See untergebracht und produzieren Honig für königliche Frühstückstoasts.
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