Abenteuer und Geheimtipp: In der Vulkaneifel führt ein Tunnel tief in die Erdgeschichte

Auf 126 Metern Länge erleben Besucher ein außergewöhnliches Stück Natur- und Kulturgeschichte: verborgen unter der Erde und längst nicht so bekannt wie viele andere Ausflugsziele der Eifel.

Das Ulmener Maar (Bild) ist durch einen Stollen mit dem Jungfernweiher verbunden. Foto: Adobe Stock
Das Ulmener Maar (Bild) ist durch einen Stollen mit dem Jungfernweiher verbunden. Foto: Adobe Stock

Ein Stollen verbindet zwei Gewässer, deren Entstehung eng mit dem Vulkanismus der Region verknüpft ist - und bietet ein spannendes Ziel nicht nur für Familien mit Kindern.

Ein Tunnel zwischen zwei Maaren

Der Ulmener Maar-Stollen liegt im Nordwesten von Rheinland-Pfalz und verläuft zwischen dem Ulmener Maar und dem unter Naturschutz stehenden Ulmener Jungferweiher. Der Durchgang ist etwa 126 Meter lang und zwei bis sechs Meter hoch.

An seiner schmalsten Stelle misst er allerdings nur rund 70 Zentimeter in der Breite - Klaustrophobiker sollten hier tief durchatmen. Bei der Erkundung ist hier zudem auf entgegenkommende Besucher zu achten, denn der Stollen ist von beiden Seiten zugänglich. Die gute Nachricht: Die Engstelle ist nur kurz.

Hier ging es vulkanisch rund

Im Inneren eröffnet sich ein ungewöhnlicher Einblick in die geologische Vergangenheit der Eifel.

An den Wänden sind verschiedene Sedimentschichten und Gesteinsreste zu erkennen, die von den vulkanischen Ereignissen vergangener Jahrtausende erzählen.

Auch Spuren des Ausbruchs am Laacher See lassen sich entdecken. Eine Beleuchtung sorgt dafür, dass die geologischen Besonderheiten im Halbdunkel sichtbar bleiben.

In der Mitte des Tunnels befindet sich eine kleine geologische Ausstellung. Schautafeln erläutern die Entstehungsgeschichte und machen auf Details an den Wänden aufmerksam.

Auch über der Erde ist die Vulkaneifel ein wunderschönes Ziel. Foto: Adobe Stock
Auch über der Erde ist die Vulkaneifel ein wunderschönes Ziel. Foto: Adobe Stock

Der Stollen ist damit nicht nur ein ungewöhnlicher Durchgang zwischen zwei Gewässern, sondern auch ideal, um die vulkanische Vergangenheit der Region kennenzulernen.

Schon im Mittelalter wurde der Tunnel genutzt

Die Geschichte des Tunnels soll bis ins Mittelalter zurückreichen. Damals diente er vermutlich wasserwirtschaftlichen Zwecken und sollte den Betrieb der Mühlen an der Ulmener Burg unterstützen.

Seine Funktion hat sich bis heute nicht vollständig verändert: Der Durchgang ermöglicht weiterhin die Wasserführung zwischen dem Ulmener Maar und dem Jungferweiher und spielt damit auch bei der Trinkwassergewinnung eine Rolle.

Am Eingang auf der Seite des Jungferweihers ist ein farbenfrohes Graffito zu sehen. Das Kunstwerk thematisiert die Entstehung des Stollens und setzt einen zeitgenössischen Akzent ins historische Bauwerk.

Ganzjährig, täglich und kostenlos zugänglich

Der Ulmener Maar-Stollen ist ganzjährig kostenlos zugänglich. Im Sommerhalbjahr können Besucher ihn von 6 bis 22 Uhr erkunden, von Oktober bis März von 8 bis 17 Uhr. Eine Schutzausrüstung ist nicht erforderlich.

Allerdings sind nicht alle Zugänge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Der Tunnel ist außerdem nicht durchgehend breit genug, um sich bequem aneinander vorbeizubewegen.

Fahrräder müssen draußen bleiben: Das Radfahren im Stollen ist untersagt, nicht zuletzt wegen der engen Passage. Außerdem wird der Tunnel videoüberwacht.

Artikelreferenz

Alina Hüsemann. (2026). Ausflug ab Köln: Diese Attraktion in der Eifel ist ein Geheimtipp.