Wenn die Erde den Mond beleuchtet: Das Phänomen des Erdschimmers und wie man es beobachten kann

Manchmal scheint der Mond sogar auf seiner dunklen Seite zu leuchten, und das ist keine optische Täuschung, sondern ein echtes Phänomen: Die Erde beleuchtet ihren eigenen Trabanten in einem seltsamen und besonderen Himmelsschauspiel.

Wir erklären, worin das Phänomen des Erdschimmers besteht.
Wir erklären, worin das Phänomen des Erdschimmers besteht.

Es gibt Nächte, in denen der Mond nicht nur seinen schmalen, beleuchteten Umriss zeigt, sondern auch ein schwaches Leuchten, das seine gesamte Form nachzeichnet. Dieser sanfte, fast filmreife Schimmer wird als Erdlicht bezeichnet.

Es handelt sich keineswegs um ein einfaches Lichtspiel, sondern um ein perfektes Beispiel dafür, wie die Erde und der Mond in einem empfindlichen Gleichgewicht des Lichts ständig miteinander interagieren.

Eine doppelte Reflexion: Von der Sonne zur Erde und von der Erde zum Mond

Die Erklärung ist ebenso einfach wie faszinierend. Sonnenlicht beleuchtet die Erde, und ein Teil dieses Lichts wird zurück ins All reflektiert, und wenn die Geometrie genau stimmt, erreicht dieses reflektierte Licht den Mond und beleuchtet die Seite, die nicht direkt von der Sonne beschienen wird.

Das Ergebnis ist dieser graue oder „aschfarbene“ Farbton, der es uns ermöglicht, die gesamte Oberfläche des Mondes zu erkennen, selbst wenn wir nur eine kleine helle Sichel sehen.

Im Grunde genommen ist es dasselbe Phänomen, das es uns ermöglicht, den Mond von der Erde aus zu sehen… nur umgekehrt.

Wann es passiert und warum es nicht immer sichtbar ist

Der Erdschimmer tritt hauptsächlich an zwei Punkten im Mondzyklus auf: kurz nach Neumond (Zunehmende Mondphase) und kurz vor Neumond (Abnehmende Mondphase).

In diesen Phasen ist der von der Sonne beleuchtete Teil sehr klein, wodurch das schwache Leuchten der Erde besser zur Geltung kommt.

Wenn wir von der Erde aus einen sehr schmalen Mond sehen, erscheint unser Planet von der Mondoberfläche aus betrachtet fast vollständig beleuchtet. Das bedeutet, dass die Erde wie ein „riesiger Spiegel“ wirkt, der Licht zum Mond reflektiert.

Ein Phänomen, das mit der „Albedo“ der Erde zusammenhängt

Nicht alles Licht wird gleichermaßen reflektiert, da die Intensität des Erdschimmers von der sogenannten Albedo der Erde abhängt, also der Fähigkeit der Erde, Sonnenlicht zu reflektieren. Und hier kommen Faktoren wie Bewölkung, schneebedeckte Oberflächen und die Ozeane ins Spiel.

Dies sind Gebiete oder Oberflächen, die sich unmittelbar auf die Helligkeit auswirken, und tatsächlich kann dieses Phänomen noch stärker ausgeprägt sein, wenn große Teile des Planeten von Wolken oder Eis bedeckt sind, die mehr Licht reflektieren.

So beobachtet man den Erdschimmer

Das Schöne an diesem Phänomen ist, dass man kein Teleskop braucht: Man muss nur zur richtigen Zeit in den Himmel schauen. Dennoch können diese Tipps zur astronomischen Beobachtung dazu beitragen, dass man es noch mehr genießen kann.

  • Beobachten Sie kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang.
  • Entferne dich von der Lichtverschmutzung.
  • Lass deine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen.

Das Wichtigste ist jedoch, einen sehr schmalen Mond zu finden (zu- oder abnehmend), denn wie wir bereits erklärt haben, lässt sich dieses Naturschauspiel so am besten genießen.

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