Dajomes-Glasfrosch: Ecuadors neue Art ist eine Hommage an Wissenschaft und Sport
Versteckt in den Wäldern Ecuadors besticht ein neu entdeckter Glasfrosch durch seine durchsichtige Haut und seine geheimnisvolle Ausstrahlung – ein Hinweis auf eine riesige, noch unentdeckte Artenvielfalt, während er still den potenziellen Bedrohungen durch menschliche Aktivitäten in seiner Nähe ausgesetzt ist.

Wissenschaftler haben in Ecuador eine neue Glasfroschart entdeckt, die sie nach Neisi Dajomes, der ersten Ecuadorianerin, die eine olympische Goldmedaille gewann, als Dajomes-Glasfrosch benannt haben. Mylena Masache, eine Biologiestudentin der Pontificia Universidad Católica del Ecuador, und ihre Kollegen beschreiben den Frosch in einem Artikel, der in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht wurde.
Was ist ein Glasfrosch?
Glasfrösche sind eine Gruppe von 167 Froscharten, die in den Bäumen der tropischen Wälder Mittel- und Südamerikas leben; die meisten von ihnen sind auf der Oberseite grün und haben eine durchsichtige Haut, die ihre Unterseite und ihren Bauch bedeckt. Durch die durchsichtige Haut lassen sich manchmal die inneren Organe, darunter auch das Herz, sehr detailliert erkennen.
Das Forschungsteam entdeckte den Dajomes-Glasfrosch 2017 und 2018 im Rahmen biologischer Erhebungen im Naturschutzgebiet El Quimi im Süden Ecuadors. Die neue Art hat eine einheitlich grüne Haut, deren Oberfläche eine kieselsteinartige Struktur aufweist. Ihre Unterseite besteht aus einer weißen Membran, die mit lichtreflektierenden Zellen ausgekleidet ist und Herz, Magen, Nieren und Speiseröhre bedeckt, während die anderen inneren Membranen durchsichtig sind. Beim Vergleich ihrer DNA mit der verwandter Arten schätzte Masaches Team, dass der Dajomes-Glasfrosch im Pliozän vor etwa 4,5 Millionen Jahren entstanden ist.

Derzeit ist nicht bekannt, ob die Art gefährdet oder bedroht ist, da der erste Glasfrosch nur wenige Kilometer von einem landwirtschaftlichen Gebiet und einem großflächigen Bergbaubetrieb entfernt entdeckt wurde. Der Bergbau in diesem Gebiet hat zu einem Rückgang der lokalen Amphibienpopulationen geführt und könnte diese Froschart in Zukunft bedrohen.
Mögliche zukünftige Forschungsarbeiten
Während der beiden Expeditionen in das Naturschutzgebiet El Quimi, bei denen der Dajomes-Glasfrosch entdeckt wurde, waren mehr als 85 % der beobachteten Amphibienarten bisher unbekannt. Das Forschungsteam ist der Ansicht, dass diese Region eine „verlorene Welt der Amphibienvielfalt“ sein könnte, und regt weitere Forschungen, Biodiversitätserhebungen und Bemühungen zur Artenidentifizierung an diesem Ort sowie im Südosten Ecuadors und jenseits der Grenze im Nordosten Perus an.
Die Autoren fügen hinzu: „Wir waren erstaunt über die hohe Anzahl neuer Arten, die an diesem Standort gefunden wurden. Nur wenige Orte in den tropischen Anden beherbergen eine so einzigartige Amphibienfauna wie die, die in El Quimi gefunden wurde.“
Der Autor Dr. Diego Cisneros sagte: „Es ist besonders bedeutsam, dass diese Entdeckung von einer jungen Wissenschaftlerin geleitet wird und eine ecuadorianische Olympiasiegerin ehrt – diese Art wird zu einem Symbol dafür, wie Wissenschaft und Gesellschaft Frauen würdigen und feiern können, die die Zukunft gestalten.“
Quellenhinweis:
A secret from a hidden world: A new glassfrog of the genus Nymphargus (Anura: Centrolenidae) from Cordillera del Cóndor, Ecuador | PLOS One. Masache-Sarango, M.V., Cisneros-Heredia, D.F. and Ron, S.R. 8th April 2026.
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