Ganz Deutschland weiter unter antizyklonalem Einfluss – aber mächtige Hochdruckblockade zerreißt das Frühlingswetter
Deutschland bleibt im Hochdruckgriff gefangen: Während im Süden die Sonne ungestört knallt und frühlingshafte Wärme bringt, kämpft der Norden unter einer zähen Wolkendecke, starkem Wind und randdynamischen Störungen eines nahenden Tiefs. Ein Wochenende voller extremer Gegensätze. Doch eins bleibt für ganz gleich: Der Regen bleibt überregional aus:

Deutschland verbleibt am Wochenende unter ausgeprägtem antizyklonalem Einfluss, gesteuert durch die seit Tagen blockierende Hochdruckzone über dem Nordostatlantik und Westeuropa. Hoch Ulli hat die zonale Westströmung gekappt und lenkt Tiefdruckgebiete nach Skandinavien und Osteuropa- quasi um un s herum.
In der Höhe zeigt sich ein stabiler Rücken, während bodennah ein Hochkeil bis nach Mitteleuropa reicht. Die Folge ist großräumiges Absinken, das die Luft trocknet und stabilisiert.
Was passiert in der Troposphäre über den Köpfen der Deutschen
Dennoch ist die Luftmasse nicht homogen. Es handelt sich um modifizierte Polarluft, die sich über dem Kontinent erwärmt hat. Unter Hochdruckbedingungen kann sich diese Luft tagsüber effizient wegen der Kraft der Sonne aufheizen, was insbesondere im Süden und Südwesten zu frühsommerlich anmutenden Temperaturen führt. Dort sind heute Höchstwerte von 18 bis 24 Grad möglich.
Stratus- und Stratocumulusfelder verdecken die Sonne
Im Gegensatz dazu bleibt der Norden stärker von feuchter Meeresluft geprägt. Diese führt zur Ausbildung ausgedehnter Stratus- und Stratocumulusfelder, die sich nur zögerlich auflösen.
Entsprechend groß sind die Unterschiede bei den Sonnenstunden: Während im Südwesten bis zu 14 Sonnenstunden registriert werden, kommen Berlin und Brandenburg teils nur auf etwa drei Stunden.
Die Temperaturen bleiben unter der dichten Bewölkung stark gedämpft und erreichen im Norden und Osten meist nur 13 bis 17 Grad, an den Küsten bei auflandigem Wind bleibt es bei sehr frischen 10 Grad.
Stürmische Böen fegen heute
Dynamisch interessanter wird es im Norden durch die Annäherung eines Tiefdrucksystems über der Ostsee. Der Druckgradient verschärft sich zunehmend, was bereits heute an der nordfriesischen Küste zu Böen um 55 km/h (7 Bft) aus Nordwest führt.
Tagsüber sind dort erneut steife Böen bis etwa 60 km/h möglich. In der Nacht zum Samstag verstärkt sich der Gradient weiter, sodass an Nord- und Ostsee verbreitet Böen der Stärke 7, exponiert auch stürmische Böen (Bft 8) auftreten.
Schlappe Kaltfront, Kaltluftadvektion und Hebungsprozesse oder auch nicht...
Am Samstag erreicht eine schwach ausgeprägte Kaltfront Norddeutschland, verliert dabei jedoch rasch an Wirkung, weil die entscheidenden Aufwärtsbewegungen in der Atmosphäre bereits weit östlich über dem Baltikum stattfinden und Deutschland kaum noch erfassen.
Stattdessen strömt hinter ihr kühlere Luft nach, die die Atmosphäre stabilisiert und Aufwinde zusätzlich unterdrückt. Die Folge: Die Front bleibt wettertechnisch weitgehend wirkungslos – sie bringt kaum Niederschlag, sondern lediglich einen spürbaren Temperaturrückgang in der Nordhälfte auf 11 bis 16 Grad, während der Süden weiter unter Hochdruckeinfluss bleibt.
Ulli setzt das deutsche Wetter weiterhin 'Schachmatt'
Im Süden bleibt der Hochdruckeinfluss von Hoch Ulli weitgehend ungestört. Die trockene Luft und das Absinken sorgen für viel Sonnenschein und eine anhaltende Erwärmung auf bis zu 23 Grad. am Sonntag.
In den Nächten zeigt sich jedoch die Kehrseite der klaren Verhältnisse: Durch starke Ausstrahlung kommt es vor allem in der Mitte und im Süden zu Frost und am Boden gibt es gemeinen Blümchen-Alarm mit mäßigen frostigen Werten.
#WetterHeute
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) April 24, 2026
️ Norden/Osten wolkig, aber trocken Süden & Westen sonnig ️
️ 1317 °C im Norden, sonst 1824 °C, am Rhein am wärmsten
Mäßiger Wind, an der Nordsee kräftige Böen
️ https://t.co/dxKrUw1khu pic.twitter.com/dW9jbNYmTA
Trotz gleicher Großwetterlage regional sehr unterschiedlich
Paradoxerweise zeichnet sich ein typisches Hochdruck-Wochenende für ganz Deutschland ab:
Es bleibt ruhig, trocken und meist freundlich. Dennoch kristallisieren sich beim Wetter-Charakter große Unterschiede heraus.
Im Süden scheint oft die Sonne und es wird angenehm warm. Im Norden dagegen hängen häufiger Wolken und es weht zeitweise frischer Wind, besonders an der Küste.
Dazu kommen kleine Wetterunterschiede je nach Region – mal etwas mehr Sonne, mal zähe Wolken oder Nebel.
Auch Randstörungen von Tiefs streifen den Norden gelegentlich und bringen dort mehr Wind und dichtere Bewölkung. Unterm Strich heißt das: Während der Süden das Frühlingswetter leichter Kleidung genießt, muss der Norden öfter mit grauem Himmel und frischem Wind leben, wobei die 'Windjacke' - der nordische Klassiker- empfohlen sei.
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