90-Prozent-Sonnenfinsternis über Deutschland: Bundesamt warnt – ein falscher Blick kann für immer das Augenlicht kosten

Achtung Deutschland! Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt die Bevölkerung eindringlich: Ein ungeschützter Blick in die zu 90 Prozent verfinsterte Sonne kann das Augenlicht für immer zerstören. Die Netzhaut wird dabei dauerhaft geschädigt – völlig schmerzlos und zunächst unbemerkt.

Bundesamt für Strahlenschutz warnt: Sie schauen einem gewaltigen Naturschauspiel entgegen – doch ein einziger ungeschützter Blick kann ihr Augenlicht für immer zerstören.
Bundesamt für Strahlenschutz warnt: Sie schauen einem gewaltigen Naturschauspiel entgegen – doch ein einziger ungeschützter Blick kann ihr Augenlicht für immer zerstören.

Es wird eines der großartigsten Naturschauspiele des Jahres: Am Mittwochabend verschwinden über Deutschland bis zu 90 Prozent der Sonne hinter dem Mond. Millionen Menschen werden zum Himmel schauen wollen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt diesbezüglich mit großer Eindringlichkeit:

Denn wer die Sonnenfinsternis auch nur für kurze Zeit mit ungeschützten Augen betrachtet, riskiert eine schwere Schädigung der Netzhaut – und damit sein Augenlicht.

Das besonders Tückische: Im entscheidenden Moment gibt es keinen Schmerz, kein Brennen und kein anderes Warnsignal. Während der Blick noch völlig harmlos erscheinen kann, entstehen im Inneren des Auges möglicherweise bereits irreparable Schäden. Wenn Betroffene die Beeinträchtigung ihres Sehvermögens bemerken, ist es zu spät. Verletzte Bereiche der Netzhaut heilen nicht mehr.

Bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden

Gegen 19 Uhr beginnt das Himmelsspektakel über Deutschland. Der Mond schiebt sich immer weiter vor die Sonne und lässt sie Stück für Stück verschwinden.

In Freiburg werden schließlich 90 Prozent der Sonnenfläche bedeckt, in Berlin sind es noch 85 Prozent.

Weil die Finsternis in die Zeit des Sonnenuntergangs fällt, könnte ihr Anblick besonders dramatisch werden: Eine schmale, vom Mond geformte Sonnensichel sinkt dem Horizont entgegen. Während die Sonne über Deutschland nur teilweise bedeckt wird, ist die Finsternis über Grönland, Island, Nordrussland, dem Atlantik, Spanien und einem kleinen Teil Portugals total.

Die gefährlichen Strahlen sind weiterhin da

Was viele unterschätzen: Auch wenn nur noch ein schmaler Teil der Sonne sichtbar ist, bleibt ihre Strahlung hoch gefährlich. UV-Strahlung, sichtbares Licht und Infrarotstrahlung treffen weiterhin mit hoher Intensität auf das Auge.

Sichtbares Licht und nahes Infrarot erreichen die Netzhaut vor – genau dorthin, wo die für das Sehen unverzichtbaren Rezeptoren sitzen.

Die Folgen können dramatisch sein: Das Sehvermögen kann dauerhaft eingeschränkt werden oder vollständig verloren gehen.

Gerade die fehlende Schmerzreaktion macht die Sonnenfinsternis so tückisch. Der Körper warnt nicht, obwohl im Auge bereits irreparable Schäden entstehen.

Hier eine eindringliche Warnung: Sonnenbrillen schützen nicht – auch besonders dunkle nicht

ACHTUNG: Eine gewöhnliche Sonnenbrille ist für die Beobachtung vollkommen ungeeignet. Das gilt unabhängig davon, wie dunkel ihre Gläser erscheinen. Auch CDs, schwarze Filmstreifen, rußgeschwärzte Gläser und andere selbst gebastelte Hilfsmittel sind kein Schutz, sondern ein gefährliches Spiel mit dem Augenlicht.

Benötigt wird eine intakte Sonnenfinsternisbrille nach DIN EN ISO 12312-2:2015 mit CE-Kennzeichnung.

  • Sie darf keine Kratzer, Löcher oder Risse aufweisen. Geeignete Filter lassen höchstens etwa 0,001 Prozent des Sonnenlichts hindurch.
  • Die Brille sollte außerdem gut am Gesicht anliegen und über extrabreite Bügel verfügen, damit möglichst wenig Streustrahlung seitlich in die Augen gelangt.

Absolut keine Ferngläser und Kameras benutzen! Sie potenzieren die Gefahr

Hochgefährlich ist der Blick durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras. Deren Optik bündelt die Sonnenstrahlen zusätzlich und kann die Netzhaut besonders schwer schädigen. Ein geeigneter Sonnenfilter muss deshalb immer vor der Optik angebracht sein.

Als sicherste Methode empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz die indirekte Betrachtung mit einer Lochkamera und stellt dafür eine Bastelanleitung bereit. Beobachtet wird ausschließlich das auf einen Schirm projizierte Sonnenbild – niemals darf man durch die Öffnung direkt zur Sonne schauen. Alternativ kann eine intakte und zertifizierte Sonnenfinsternisbrille verwendet werden.

Besonders Kinder müssen während der gesamten Beobachtung beaufsichtigt werden. Die Schutzbrille muss beide Augen vollständig bedecken und bereits aufgesetzt sein, bevor der Blick zur Sonne geht. Nur ein Auge zu schließen, schützt nicht ausreichend. Die Brille darf erst wieder abgenommen werden, nachdem der Blick vollständig von der Sonne abgewandt wurde.

Wetter-Hoch-Ralf schafft nahezu perfekte Bedingungen

Brisant ist, dass das Wetter besonders viele Menschen zum Hinschauen verleiten dürfte. Hochdruckeinfluss sorgt am Mittwoch in weiten Teilen Deutschlands für sonnigen oder sogar wolkenlosen Himmel.

Ein Höhenrücken über Benelux und der Nordsee stützt eine großräumige Hochdruckzone, die von Südskandinavien über das östliche Mitteleuropa bis nach Südosteuropa reicht.

Einige hohe Wolkenfelder über dem Norden und Nordosten dürften den freundlichen Wettercharakter kaum trüben.

Nur unmittelbar an den Alpen und möglicherweise über dem Südschwarzwald kann sich in feuchterer Luft ein einzelnes kräftiges Gewitter mit Starkregen entwickeln.

Fast überall sonst steht dem Naturschauspiel meteorologisch kaum etwas im Weg. Wer die Sonnenfinsternis verfolgen möchte, braucht neben einem möglichst freien Blick auf den Sonnenuntergang deshalb vor allem eines: eine geeignete und vollkommen unbeschädigte Schutzbrille. Denn freie Sicht bedeutet an diesem Abend keinesfalls einen freien Blick mit bloßen Augen.

Artikelreferenz

Nasa. (August 12). Total Solar Eclipse.
Bfs. (12.08.2026). Partielle Sonnenfinsternis am 12.08.2026 – Tipps für Sonnengucker.