Eine der größten Kuppelkirchen Europas: Das Architekturwunder im Schwarzwald

Größer als die Kuppeln der Hagia Sophia in Istanbul und von St. Paul's Cathedral in London: In einem kleinen Kurort in Baden-Württemberg befindet sich ein Sakralbau mit gewaltigen Ausmaßen.

Keine schlichte Dorfkirche: Der Dom St. Blasien bewacht den gleichnamigen Ort. Foto: Adobe Stock
Keine schlichte Dorfkirche: Der Dom St. Blasien bewacht den gleichnamigen Ort. Foto: Adobe Stock

Kirchen mit gewaltigen Kuppeln? Dabei denken viele als erstes an die Hagia Sophia in Istanbul. Rund 32 Meter misst ihr Durchmesser - eine Dimension, für die der byzantinische Bau seit Jahrhunderten berühmt ist.

Doch ausgerechnet im Südschwarzwald steht eine Kirche mit einer noch größeren Kuppel: Der Dom St. Blasien überspannt 36 Meter.

Der klassizistische Bau ragt mit seiner 63 Meter hohen Fassade weit über die Dächer des gleichnamigen heilklimatischen Kurorts hinaus. St. Blasien liegt im Landkreis Waldshut zwischen Waldshut und Schluchsee.

Der Dom dominiert den Ort

Schon von außen wirkt der Dom geradezu monumental für den kleinen Ort mit unter 4000 Einwohnern. Doch erst im Inneren wird seine Dimension vollends fassbar: 20 Säulen tragen die mächtige Kuppelkonstruktion.

Die Geschichte des Doms beginnt ausgerechnet mit einer Katastrophe: 1768 zerstörte ein Brand die mittelalterliche Klosterkirche. Fürstabt Martin Gerbert entschied sich für einen Neubau und beauftragte den französischen Architekten Pierre Michel d’Ixnard.

Die Kuppel des Doms ist auch von innen äußerst eindrucksvoll. Foto: Bill Ernest/Adobe Stock
Die Kuppel des Doms ist auch von innen äußerst eindrucksvoll. Foto: Bill Ernest/Adobe Stock

13 Jahre später, im November 1781, wurde der erste Gottesdienst in der neuen Kuppelkirche gefeiert; die Weihe folgte 1783.

36 ist die magische Zahl

Im Inneren steckt die Größe zudem in einem ungewöhnlichen Maßsystem. Die 36 Meter Durchmesser der Rotunde entsprechen exakt der Höhe bis zum Kuppelscheitel. Der Radius der Kuppel beträgt 18 Meter, ebenso hoch ragen die 20 freistehenden Säulen auf. Selbst der Chor ist 36 Meter lang.

Lange blieb der Dom indes nicht von Katastrophen verschont: 1874 zerstörte ein weiterer Großbrand das Gebäude. Erst 1913 konnte es wieder eingeweiht werden.

Bei der umfassenden Restaurierung zur 200-Jahr-Feier 1983 erhielt der Innenraum sein heutiges helles Erscheinungsbild mit weißem Stuckmarmor und Carrara-Marmor.

Weltrekordverdächtig: Die Kuppel von Santa Maria del Fiore in Florenz. Foto: Adobe Stock
Weltrekordverdächtig: Die Kuppel von Santa Maria del Fiore in Florenz. Foto: Adobe Stock

Im europäischen Vergleich ist die 36-Meter-Kuppel nicht Rekordhalter. Die Rotunde von Mosta auf Malta bringt es auf 39 Meter, die Kuppel des Petersdoms in Rom auf rund 42 Meter. Das Pantheon in Rom überspannt sogar 43,2 Meter.

Der Rekord geht nach Florenz

Noch größer ist die Kuppel von Santa Maria del Fiore in Florenz mit einem Innendurchmesser von 45,5 Metern. Sie soll die größte gemauerte Kuppel der Welt sein.

Andere berühmte Sakralbauten sind dagegen kleiner, als ihr Eindruck vermuten lässt: Die Kuppel der St. Paul’s Cathedral in London misst etwa 34 Meter - und bleibt damit hinter St. Blasien zurück.

Wer sich die Architektur des Doms genauer erklären lassen möchte, kann an einer der regelmäßig angebotenen Führungen teilnehmen. Treffpunkt hierfür ist die Touristen-Information.

Zum freien Besuch ist die Kirche täglich geöffnet. Nur während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich.

Artikelreferenz

Lena Catharina Stawski. (2026). In einer Kleinstadt im Schwarzwald steht eine der größten Kuppelkirchen Europas.