Erst 2081 wieder! Am Mittwoch frisst der Mond fast die ganze Abendsonne – und eine Sache kann alles kippen
Am Mittwochabend schiebt sich der Mond vor die tief stehende Sonne und verschluckt bis zu 92 Prozent. So ein Schauspiel sehen Sie erst in über 50 Jahren wieder – wenn der Himmel mitspielt.

Mittwochabend, kurz nach 19 Uhr, lohnt sich der Blick nach Westen – aber bitte nur mit Schutz. Über Deutschland spielt sich dann eines der seltensten Himmelsereignisse der letzten Jahrzehnte ab.
Der Mond schiebt sich vor die Sonne und knabbert Stück für Stück an ihr, bis am Ende nur noch eine schmale Sichel glüht. Wer es verpasst, muss lange warten: Eine so tiefe Verfinsterung gibt es hierzulande erst wieder, wenn die meisten von uns längst nicht mehr dabei sind.
Bis zu 92 Prozent weg – das passiert am Himmel
Am 12. August schiebt sich der Neumond exakt zwischen Erde und Sonne. In Deutschland beginnt das Spektakel je nach Standort gegen 19:15 Uhr, das Maximum folgt kurz nach 20:10 Uhr.
Und dieses Maximum hat es in sich: Im Südwesten verdeckt der Mond bis zu 92 Prozent der Sonnenscheibe, im Nordosten sind es immer noch rund 84 Prozent. Von der prallen Abendsonne bleibt vielerorts nur ein glühender Bogen übrig – ein Anblick, den Sie so schnell nicht vergessen.
Warum Sie darauf sonst bis 2081 warten müssten
Solche tiefen partiellen Finsternisse sind über Mitteleuropa echte Ausnahmen. Die nächste in dieser Wucht steht erst in rund 55 Jahren am Himmel.
Noch spektakulärer wird es nur ein paar Hundert Kilometer weiter: Über Island, Grönland und Teilen Spaniens wird die Sonne sogar komplett verschluckt – dort wird es für gut zwei Minuten mitten am Abend fast dunkel. Deutschland liegt knapp neben dieser Zone der Totalität, bekommt aber trotzdem eine gewaltige Show.
Der Haken – und da komme ich als Meteorologe ins Spiel
Jetzt kommt der Punkt, der über Jubel oder Enttäuschung entscheidet: das Wetter. Die Sonne steht zum Zeitpunkt der Finsternis extrem tief im Westen, kurz vor dem Untergang.

Genau dort, knapp über dem Horizont, sammeln sich am Abend gern Wolkenfelder und Dunst. Schon ein einziger Wolkenstreifen an der falschen Stelle kann den ganzen Blick verhageln. Meine Empfehlung: Suchen Sie sich einen Platz mit freier Sicht nach Westen bis Nordwesten – auf einer Anhöhe, am Feldrand, weg von Häusern und Bäumen. Der Süden und Westen der Republik haben nach aktueller Tendenz die besseren Karten als der Norden.
Ein Blick ohne Schutz – und das Auge ist hin
So schön das Schauspiel ist, so gefährlich ist der ungeschützte Blick. Wer ohne Filter in die Sonne schaut, riskiert bleibende Schäden an der Netzhaut – in Sekunden.
Das Tückische: Sie spüren nichts. Kein Schmerz, keine Warnung, der Schaden kommt lautlos. Normale Sonnenbrillen helfen nicht, auch nicht mehrere übereinander. Sie brauchen eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille oder eine geeignete Filterfolie – sonst schauen Sie besser gar nicht direkt hin.
So holen Sie das Maximum aus dem Abend heraus
Planen Sie den Mittwochabend bewusst: früh rausgehen, Platz sichern, Brille bereithalten. Weil die Sonne so tief steht, ist die Kombination aus Finsternis und Sonnenuntergang optisch der absolute Knaller – tief oranger Himmel, dazu die angeknabberte Sonne.
Ob Sie das Schauspiel wirklich in voller Pracht sehen, verrate ich Ihnen im Wetterbericht der nächsten Tage – dann steht fest, wo der Himmel aufreißt und wo die Wolken das Spektakel klauen. Halten Sie sich den Abend frei. Ein zweites Mal kommt so schnell nichts nach.