Unglaublich: Auch Bäume haben ein Gefühl für den eigenen Körper

Eine neue Studie aus Frankreich zeigt auf, dass Bäume tatsächlich bemerken, wenn sie schief wachsen. So können sie sich umorientieren und mit aller Kraft eine neue Richtung einschlagen.

Haben Bäume auch ein Körpergefühl?
Haben Bäume auch ein Körpergefühl?

Vielleicht kommen daher, die wundersamen Bäume, die wir hier und da in den Wäldern entdecken können.

Unwetter können das Wachstum der Bäume verändern

Bei Extremwetterereignissen wie Unwetter, Sturm, Hagel und Starkregen kann es passieren, dass sich die Bäume plötzlich in einer neuen Lage befinden. Ein Erdrutsch kann dafür sorgen, dass sie auf einmal schief hängen und sich neuorientieren müssen.

Dabei wirken in den Bäumen zwei verschiedene Prozesse. Zum einen sind es die Hormone, die Auxine, die auf Schwerkraft und Licht reagieren.

Auxine bestimmen die Richtung

So bringt eine unterschiedliche Konzentration der Auxine sozusagen unterschiedliche Wachstumsimpulse. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass die untere lichtabgewandte Seite stärker wächst als die obere Seite.

Nicht alle Bäume wachsen einfach so nach oben
Nicht alle Bäume wachsen einfach so nach oben

Gleichzeitig bildet sich oberhalb sogenanntes Zugholz, das dann den Baum in eine bestimmte Richtung zieht. Das Forschungsteam stellte fest, dass das Zugholz als Hilfsmittel zur Korrektur ein wenig, wie die Muskeln bei uns Menschen funktioniert.

Antagonistische Funktion jetzt auch bei Bäumen?

So half in ihrem Experiment immer die entgegensetzte Seite des Baumes beim Wiederaufrichten. So kann man davon sprechen, dass das Zugholz eine antagonistische Funktion übernimmt, eben ähnlich wie bei Tieren und Menschen.

Das Forschungsteam aus Frankreich hatte insgesamt mit zehn jungen Pappeln experimentiert und immer wieder neue Anstöße gegeben und ihre Lebenssituationen verändert.

So ließen sie Licht und Schwerkraft immer wieder auf die Pappeln wirken.

Wie wachsen Bäume in der Schwerelosigkeit?

Neben der klassischen Beleuchtung von einer Seite nahmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch die Schwerelosigkeit mit.

So wurden die Pflanztöpfe mit den gekrümmten Pappeln, die durch die Lichteinwirkung schief gewachsen sind, horizontal ausgerichtet und hingelegt.

Die Bäume lagen nun auf einer Scheibe, die sich zusätzlich immer wieder drehte. So konnte die Schwerelosigkeit simuliert werden.

„Kurz nach Beginn des Rotationsexperiments begannen die Bäume, ihre Krümmung zu reduzieren und sich aktiv zu begradigen“, erläutert das Team.

Die neuen Erkenntnisse möchten die Forscherinnen und Forscher vor allem in der Holzwirtschaft nutzen. So können Bäume und deren Wachstumsqualität in der Zukunft besser beeinflusst werden.

Artikelreferenz

Caulus, A., Hartmann, F.P., Badel, É., Ploquin, S., Brunel-Michac, N., Ruelle, J., Decourteix, M. and Moulia, B. (2026). Proprioception drives tension wood formation for autotropic straightening and postural control in trees. New Phytol.