Zeitumstellung: Warum Autofahrer jetzt besonders auf Wildwechsel achten müssen

Wenn die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, steigt auf deutschen Straßen auch das Risiko für Wildunfälle. Besonders morgens und abends überschneiden sich der Berufsverkehr und die aktiven Zeiten von Wildtieren. Erhöhte Wachsamkeit und richtiges Fahrverhalten können im Ernstfall Leben retten.

Mit der Zeitumstellung verschieben sich auch die Zeiten für den Wildwechsel. Bild: Raquel Martins/Unsplash
Mit der Zeitumstellung verschieben sich auch die Zeiten für den Wildwechsel. Bild: Raquel Martins/Unsplash

Mit der Zeitumstellung am 25. Oktober verschieben sich für Millionen Autofahrer auch die Lichtverhältnisse. Der morgendliche und abendliche Berufsverkehr fällt dann häufiger in die Dämmerung – wo zahlreiche Wildtiere unterwegs sind.

„Wildtiere kennen keine Winterzeit“, warnt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV). „Sie sind immer in der Dämmerung auf Nahrungssuche und queren dabei Straßen.“ Besonders zwischen 7 und 9 Uhr morgens sowie zwischen 18 und 21 Uhr abends ist deshalb mit Wildwechsel zu rechnen.

Die Zahlen des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) verdeutlichen das Ausmaß des Problems: Im Jahr 2024 wurden rund 276.000 Wildunfälle mit Pkw registriert. Statistisch entspricht das einem Zusammenstoß etwa alle zwei Minuten. Laut dem Tierfund-Kataster des DJV sind bei 48 Prozent der erfassten Wildunfälle Rehe beteiligt. Füchse, Dachse, Marderhunde und Waschbären kommen zusammen auf 14 Prozent, Hasen und Kaninchen auf 11 Prozent.

Tempo reduzieren und vorausschauend fahren

Besondere Vorsicht ist auf Straßen entlang von Wäldern und Feldern sowie an unübersichtlichen Fahrbahnrändern geboten. Auch neu angelegte Straßen durch ländliche Gebiete können gefährlich sein, weil Wildtiere ihre gewohnten Wechsel häufig beibehalten. Warnschilder sollten daher unbedingt ernst genommen werden.

In den ersten Wochen nach der Zeitumstellung ist das Risiko für Wildunfälle besonders hoch. Bild: didier aires/Pixabay
In den ersten Wochen nach der Zeitumstellung ist das Risiko für Wildunfälle besonders hoch. Bild: didier aires/Pixabay

Der ADAC empfiehlt, den Straßenrand aufmerksam zu beobachten, ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten und die Geschwindigkeit an Sicht und Fahrbahnverhältnisse anzupassen. Bei Regen, nasser Fahrbahn oder schlechter Sicht verlängert sich der Bremsweg zusätzlich. Bereits eine Verringerung von 100 auf 80 Kilometer pro Stunde verkürzt ihn um etwa 24 Meter.

Taucht ein Tier auf, sollten Autofahrer das Fernlicht ausschalten, abbremsen und gegebenenfalls hupen. Das kann verhindern, dass das Tier geblendet wird oder in der Starre verharrt. Wichtig ist außerdem, mit weiteren Tieren zu rechnen, denn Wild kommt häufig in Gruppen oder folgt Artgenossen.

Bei einer Kollision richtig reagieren

Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, heißt es: kräftig bremsen und auf keinen Fall ausweichen. Ein Ausweichversuch kann dazu führen, dass das Fahrzeug in den Gegenverkehr gerät oder gegen einen Baum prallt. Die Folgen können schwerer sein als eine Kollision mit dem Tier.

Nach einem Unfall sollten Betroffene eine Warnweste anziehen, den Warnblinker einschalten, die Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern und die Polizei verständigen. Für die Kaskoversicherung kann eine Wildschadenbescheinigung erforderlich sein.

Verletzte Tiere dürfen nicht verfolgt oder eigenmächtig ins Auto geladen werden. Die Nähe zum Menschen verursacht für die Tieren nämlich zu großen Stress. Auch das Einsammeln von Wildtieren kann rechtliche Konsequenzen haben. Läuft ein verletztes Tier davon, sollten Autofahrer die Fluchtrichtung merken und den Vorfall melden, damit Fachleute es gegebenenfalls aufspüren können.