Die Zeitumstellung kommt: Warum es jetzt nicht nur auf der Uhr, sondern auch beim Wetter früher wird

Am Sonntag endet die Sommerzeit. Eine Stunde bekommen wir zurück, doch was bedeutet das fürs Wetter? Tatsächlich gibt es dabei einen interessanten Zusammenhang zwischen Uhrzeit, Sonnenstand und Temperatur.

In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Das merken wir besonders bei der Helligkeit am Tage. Doch hat das auch Einfluss auf das Wetter?
In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Das merken wir besonders bei der Helligkeit am Tage. Doch hat das auch Einfluss auf das Wetter?

In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die umgangssprachlich auch als Winterzeit bezeichnet wird. Was hat das nun konkret für Auswirkungen und vor allem: wird auch das Wetter eine Stunde "zurückgestellt"?

Die Sonne geht plötzlich früher unter

Für die meisten sicherlich die schweste Folge der Umstellung auf die Winterzeit: Die Sonne geht eine Stunde früher unter. Dass sie dafür aber auch wieder eine Stunde früher aufgeht, dürfte wohl nur ein kleiner Trost sein, zumal die Tage noch wochenlang immer kürzer werden.

An der tatsächlichen Bewegung der Erde und am Sonnenstand ändert sich dadurch natürlich nichts. Die Zeitumstellung verschiebt lediglich unsere Zeitanzeige. Trotzdem verändert sich der Alltag: Es wird morgens früher hell, dafür verschwindet die Sonne am Abend noch früher hinter dem Horizont.

Hinzu kommt, dass die Tage im Laufe des Herbstes ohnehin kürzer werden. Die Sonne steht immer tiefer und die verfügbare Energie zur Erwärmung des Bodens nimmt ab. Das wirkt sich auch auf die Temperaturen im Tagesverlauf aus.

Warum die höchste Temperatur erst am Nachmittag erreicht wird

Wer an einem sonnigen Tag auf die Temperaturanzeige schaut, könnte erwarten, dass es mittags am wärmsten ist. Schließlich erreicht die Sonne zu dieser Zeit ihren höchsten Stand. Tatsächlich wird die Tageshöchsttemperatur in Deutschland häufig erst am Nachmittag gemessen.

Der Grund ist, dass sich der Boden und die bodennahe Luft nicht sofort erwärmen. Auch nach dem höchsten Sonnenstand erhält der Boden zunächst noch mehr Energie, als er wieder abgibt. Die Temperatur steigt deshalb weiter, bis sich das Verhältnis umkehrt und die Abkühlung überwiegt.

Die Tageshöchsttemperatur wird oftmals weder im Sommer, noch im Winter genau mit dem Sonnenhöchststand, zum Beispiel mittags, erreicht. In der Regel ist es erst nachmittags am wärmsten
Die Tageshöchsttemperatur wird oftmals weder im Sommer, noch im Winter genau mit dem Sonnenhöchststand, zum Beispiel mittags, erreicht. In der Regel ist es erst nachmittags am wärmsten

Im Sommer liegt die Tageshöchsttemperatur bei sonnigem Wetter häufig bei ca. 17 Uhr. Im Herbst und bei Normalzeit wird das Maximum dagegen oft schon zwischen 15 und 16 Uhr erreicht. Allerdings sind das typische Zeitfenster und keine festen Regeln: Wolken, Wind und durchziehende Wetterfronten können den Tagesgang erheblich verändern.

Wird es durch die Zeitumstellung also früher warm?

Im Grunde ja – zumindest auf der Uhr. Ein Temperaturmaximum, das sich am gleichen Sonnenstand orientiert, wird nach der Rückstellung eine Stunde früher angezeigt. Gleichzeitig verschiebt sich der Tagesgang im Herbst auch unabhängig von der Zeitumstellung. Die Sonne steht tiefer, die Tage werden kürzer und die Erwärmung fällt häufig geringer aus.

Beide Effekte sollte man deshalb nicht miteinander verwechseln: Die Zeitumstellung verändert nicht den physikalischen Ablauf des Wetters. Sie ändert lediglich die Uhrzeit, zu der wir ihn wahrnehmen. Und weil die Tageshöchsttemperatur von vielen Faktoren abhängt, lässt sich daraus keine exakte Uhrzeit für jeden Herbsttag ableiten.

Eine Stunde zurück – und der Herbst geht weiter

Die Zeitumstellung markiert einen gut sichtbaren Einschnitt im Alltag, meteorologisch ist sie jedoch kein Wendepunkt. Die weitere Entwicklung von Temperaturen, Sonnenschein und Regen hängt weiterhin von der Großwetterlage ab. Klar ist nur: Die Sonne steht in den kommenden Wochen immer tiefer, die Tage werden kürzer und die Tageshöchsttemperatur liegt dann eher bei 15 Uhr statt 17 Uhr.

Die Uhr wird also zurückgestellt – und auch der typische Temperaturverlauf des Herbstes spielt sich zunehmend früher am Tag ab. Bald täuscht es also nicht, wenn wir es am frühen Nachmittag am wärmsten empfinden, im Gegensatz zur berüchtigten Mittagshitze im Sommer.