Hochs und Tiefs beim Wetter: Wie geht es nach den ersten Herbststürmen weiter?
Nach einer windigen und wechselhaften Phase deutet sich ein Wetterwechsel an. Ein Hoch könnte Deutschland beeinflussen, doch die Atlantiktiefs sind noch nicht aus dem Spiel. Wird es nochmal warm?

Der Herbst zeigt sich in den nächsten Tagen oft von seiner ungemütlichen und teilweise sogar turbulenten Seite: Regengebiete ziehen über Deutschland hinweg, der Wind frischt zeitweise kräftig auf und regional bekommen wir es mit den ersten Herbststürmen zu tun. Doch wie geht es danach weiter?
Nach den Herbststürmen zeichnet sich eine Wetterberuhigung ab
In der kommenden Woche wird sich die Wetterlage wohl umstellen. Die aktuellen Prognosen deuten auf einen zunehmenden Hochdruckeinfluss hin. Gleichzeitig gibt sich der Atlantik aber nicht geschlagen, sodass neue Tiefdruckgebiete nach Europa ziehen können. Ob sie Deutschland erreichen oder weitgehend auf Abstand gehalten werden, hängt maßgeblich von der Position des Hochs ab.
Hoch und Tiefs: Warum die Lage entscheidend ist
Ein Hochdruckgebiet steht häufig für absinkende Luft, die Wolkenbildung erschwert und damit trockenere Abschnitte begünstigt. Liegt sein Zentrum jedoch nicht direkt über Deutschland, muss das nicht überall sonniges und ruhiges Wetter bedeuten. Entscheidend ist, an welcher Seite des Hochs wir uns befinden und wie sich die Luftströmung dadurch ausrichtet.
Verlagert sich das Hoch weiter nach Osten, könnte Deutschland eher an dessen Nordwest- oder Westrand geraten. In einer solchen Konstellation wäre eine westliche bis südwestliche Strömung möglich. Sie kann vergleichsweise milde Luft heranführen, zugleich aber auch Tiefdruckgebiete und ihre Fronten vom Atlantik in Richtung Mitteleuropa lenken.
Damit entsteht ein typischer herbstlicher Wetterkonflikt: Während das Hoch in manchen Regionen längere trockene Phasen ermöglicht, können andernorts Wolken, Regen und zeitweise kräftiger Wind überwiegen. Ein Hoch auf der Wetterkarte bedeutet also nicht automatisch, dass sich ganz Deutschland auf eine stabile Schönwetterperiode einstellen kann.
Westen und Norden unbeständiger, Süden mit mehr Sonne?
Für die zweite Hälfte der kommenden Woche deutet sich derzeit eine gewisse Zweiteilung an. Nach dem aktuellen Modelltrend könnte es im Westen und Norden häufiger regnen oder Schauer geben. Längere trockene Phasen wären dort zwar möglich, eine dauerhaft ruhige Wetterlage ist aber noch nicht absehbar.

In der Südhälfte Deutschlands könnten sich dagegen häufiger sonnige Abschnitte einstellen. Allerdings kann sich gerade im Herbst auch dort Nebel oder Hochnebel länger halten. Wo sich die Wolken auflösen, sind vergleichsweise freundliche Nachmittage möglich. Tagsüber dürfte es nach derzeitigem Stand vielerorts mild bis sehr mild bleiben, während die Nächte vor allem im Süden frischer ausfallen können.
Wie geht es nach dem Sturm weiter?
Noch ist offen, wie stark sich der Hochdruckeinfluss tatsächlich durchsetzt und wie weit die atlantischen Tiefs nach Mitteleuropa vordringen. Schon eine Verschiebung des Hochzentrums kann darüber entscheiden, ob eine Region überwiegend trocken bleibt oder wiederholt Regen abbekommt.
Die erste Beruhigung nach den Herbststürmen ist damit durchaus in Sicht. Ob daraus eine längere ruhige Wetterphase wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Die kommenden Modellläufe werden zeigen, ob das Hoch die Tiefs auf Abstand halten kann – oder ob der Herbst bald wieder seine wechselhafte Seite zeigt.