Bauernregel kündigt Schnee an: Bis Mittwoch muss es erledigt sein – Wetterexperte: "Das sollte man ernst nehmen“

Zwei uralte Bauernregeln kündigen Schnee und einen strengen Winter an. Eine davon setzt sogar eine Frist bis Mittwoch. Was steckt dahinter, und was sagen die Wettermodelle?
Ende Oktober werden die alten Wettersprüche plötzlich wieder spannend. Gerade jetzt sind gleich zwei Bauernregeln im Umlauf, die es in sich haben. Sie sprechen von Schnee, von Frost und von einem Winter, vor dem man sich fürchten soll.
Eine davon nennt sogar ein konkretes Datum. Wer sie kennt, schaut in diesen Tagen mit etwas anderen Augen in den Garten, auf die Wetterkarte und auf das eigene Auto.
Bis Mittwoch muss alles erledigt sein
Die erste Regel bezieht sich auf den 21. Oktober, den Ursulatag, der in diesem Jahr auf einen Mittwoch fällt. Ursula bringt’s Kraut herein, sonst schneien Simon und Juda drein, heißt es. Gemeint ist: Bis zu diesem Tag sollte die Ernte eingefahren sein.

Wer zu lange wartet, riskiert, dass eine Woche später der erste Schnee auf den Feldern liegt. Denn am 28. Oktober folgt der Tag von Simon und Juda, und für ihn gilt: Simon und Juda, hängt an die Stauden Schnee.
Die Lukas-Regel klingt noch düsterer
Noch ein Stück bedrohlicher wirkt ein Spruch zum Lukastag am 18. Oktober, also zu gestern. Ist St. Lukas mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm. Nach dieser Logik würde ein milder Herbsttag einen eiskalten Winter nach sich ziehen.
Viele Menschen kennen solche Regeln noch von den Großeltern, und nicht wenige glauben bis heute fest daran. Gerade nach den vergangenen milden Wintern wächst bei manchen sogar die Sehnsucht nach einem richtigen Winter mit Schnee und Eis.
Was wirklich hinter den Sprüchen steckt
Ganz aus der Luft gegriffen sind die Bauernregeln nicht. Sie entstanden aus jahrhundertelanger Beobachtung. Ende Oktober beginnt klimatologisch tatsächlich die Zeit, in der erste Kaltluftvorstöße aus dem Norden möglich werden. In den Hochlagen der Mittelgebirge und in den Alpen fällt dann nicht selten der erste Schnee.
Allerdings muss man unterscheiden. Die Regel zu Simon und Juda beschreibt eher eine typische Jahreszeit als eine echte Vorhersage. Die Lukas-Regel ist dagegen meteorologisch kaum haltbar, denn ein einzelner milder Tag sagt über einen ganzen Winter so gut wie nichts aus.
Das zeigen die aktuellen Wettermodelle
Ein Blick auf die neuesten Berechnungen sorgt im Flachland zunächst für Entwarnung. Ein Wintereinbruch bis in tiefe Lagen ist bis Ende Oktober derzeit nicht zu erkennen. Die Temperaturen gehen aber Schritt für Schritt weiter zurück, und in klaren Nächten wird es empfindlich kalt.

Damit steigt die Gefahr von Bodenfrost deutlich, vor allem in Senken, Tälern und auf dem Land. Wer empfindliche Pflanzen auf Balkon oder Terrasse hat, sollte sie jetzt besser ins Haus holen oder zumindest gut abdecken.
Spätestens jetzt an die Winterreifen denken
Für Autofahrer ist das die wichtigste Botschaft. Auf Brücken und in schattigen Waldstücken kann es am frühen Morgen schon glatt werden, auch wenn es tagsüber noch angenehm mild wirkt. Eine vereiste Scheibe kostet morgens zudem wertvolle Minuten.
Wer die Winterreifen noch nicht aufgezogen hat, sollte das in den kommenden Tagen erledigen. Und wer sich nach Schnee sehnt, richtet den Blick am besten in die Berge. Dort könnte sich die alte Regel von Simon und Juda tatsächlich bewahrheiten.