Hamburg: Doppelsturmtief am Wochenende bringt starken Wind und Regen an die Nordseeküste
Es ging bisher einigermaßen gemächlich zu in Hamburg: der Oktober hatte goldenen Seiten, der Regen hielt sich weitestgehend zurück und Stürme waren eher rar. Jetzt ändert sich das!

Seit Anfang der Woche beobachten Meteorolog*innen die Entwicklung der Tiefdruckgebiete über dem Atlantik mit wachsamen Augen. Die Sturmsaison startet aktuell mit starker Wucht. In der letzten Wochen hat es insbesondere die Mittelmeerregionen mit extremen Regenfällen getroffen. Nun zieht ein Sturmtief direkt über die Landregionen von Irland und UK, weiter über die Nordsee bis nach Skandinavien - und beeinflusst durch die Größe auch das Wetter in Hamburg.
Doppel-Sturmtief über der Nordsee bringt Regen und stärkere Winde ins Hamburger Wochenende
Am heutigen Freitag zieht sich der Himmel schon zunehmend mit Wolken zu, die Sonne traut sich nur noch kurz hindurch, wenn überhaupt. Auch der Regen setzt heute schon den Startschuss für ein Wochenende in Hamburg, was durch starke Wetterdynamik geprägt sein wird.
Die atlantische Sturmsaison läuft stark an und bringt gleich zwei Tiefdruckgebiete Richtung Irland, UK und Skandinavien. Vor allem am kommenden Sonntag befindet sich das Zentrum des Sturms in einer Position, wo es auch die Winde in Hamburg stark beeinflusst. Das Zentrum des Tiefdruckgebiets verläuft nördlich von Schottland Richtung Skandinavien und saugt dabei massig Luft aus der Umgebung an. Dieser Sog führt zu einem starken Südwind über Hamburg in den kommenden Tagen und logischerweise ist die gesamte Nordseeküste Deutschlands betroffen.
Modelle rechnen mit bis zu 72 km/h in Hamburg. Helgoland und Nordfriesland erhalten DWD-Orkanwarnung
In Hamburg spürt man heute schon den Sog des Tiefdruckgebiets mit Windgeschwindigkeiten bis zu 51 km/h. Im Laufe des Wochenendes erhöhen sich die Geschwindigkeiten der Windspitzen auf bis zu 72 km/h. Auf der Beaufort-Skala grenzt es also schon nah an der Definition eines Sturmes. Während es Hamburg damit noch nicht so schlimm trifft wie Helgoland oder Nordfriesland (hier hat der Deutsche Wetterdienst Orkanwarnungen ausgesprochen), sei trotzdem Vorsicht geboten bei Hamburger Outdoorfreunden.
Jet-Stream formiert sich als Autobahn für Tiefdruckgebiete Richtung Irland
Das aktuelle Doppeltief in der Nähe von Hamburg kann sich entfalten, weil sich der Jet-Stream in einer dafür günstigen Lage befindet (Bild 2). Er erstreckt sich stark von Westen nach Osten, ohne große Wellenausschläge nach Norden und Süden. Tiefdruckgebiete, die sich über dem Atlantik bilden, wandern entlang der Jet-Stream Position; aktuell also genau auf Nordeuropa, UK und Skandinavien zu.

Die Lage scheint sich aber nach dem Wochenende zu entspannen. In der Modellvorhersage schlägt der Jet-Stream wieder nach Norden und Süden aus. Zeit zum Luft holen und eventuell kehrt dadurch auch wieder ein stabiles Hoch und wärmeres Wetter zurück nach Deutschland. Zumindest für den Süden sieht es gut aus, für Hamburg bleibt die Temperaturvorhersage bei frischen 12 °C. Die positive Nachricht für Hamburg: der Regen würde sich durch das Hoch zumindest verziehen.
Ich wünsche Ihnen eine Woche voller Rückendwind.