Irre Wetterdynamik: Schnee, Orkanböen, Regenwalze! Das Wochenende kriegt die volle Wucht – dann wieder Oktoberwärme

Jetzt geht’s rund: LUISE legt heute Abend zu, am Sonntag folgt MANJA mit schwerem Sturm an der Nordsee. Dazu kräftiger Regen und Schnee in den Alpen – bevor nächste Woche wieder die Warmluftdüse anspringt. Und das nicht zu knapp!

MANJA peitscht die Nordsee auf: Die GFS-Karte zeigt für Sonntagfrüh ein ausgeprägtes Sturmfeld – wie hart trifft es das Binnenland?
MANJA peitscht die Nordsee auf: Die GFS-Karte zeigt für Sonntagfrüh ein ausgeprägtes Sturmfeld – wie hart trifft es das Binnenland?

Das aktuelle Oktoberwetter könnte nicht dynamischer sein: LUISE macht den Freitagabend im Westen zur heiklen Phase, MANJA legt am Sonntag mit schwerem Sturm an der Nordsee nach. Dazwischen bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Regen zieht durch, auf den Alpen fällt Schnee, und schon nächste Woche preschen die Temperaturen wieder in hohe Extremwerte. Der Oktober endet mit einem wahren Wetterkarussell wegen einer ausgesprochen dynamischen Atmosphäre.

LUISE trifft den Freitag-Feierabend

Heute breitet sich Regen vom Westen ostwärts aus. Im Osten hält sich zunächst noch ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix. Trüber Himmel verspricht im Westen Schauer und im Südwesten werden im Laufe des Tages einzelne kräftige Gewitter möglich. Bei meist 9 bis 14 Grad, örtlich um 16 Grad, wirkt der Tag zunächst wenig spektakulär, doch die Spannung steigt zum Feierabend hin mit Luise, dem Sturmtief!

Dann sind im Westen Böen zwischen 70 und 85 km/h zu erwarten. Vom Rheinland über den Niederrhein bis ins Emsland besteht regional die Gefahr schwerer Sturmböen bis 100 km/h. Auf exponierten Berggipfeln sind orkanartige Böen um 110 km/h möglich.

Und Achtung: die noch belaubten Baumkronen bieten viel Angriffsfläche! Abbrechende Äste und umstürzende Bäume können Straßen und Gleise blockieren.

Luise's Zugbahn

LUISE verliert zwar allmählich an Kraft, doch ihr Sturmfeld bleibt gefährlich. Die im Zentrum eingeschlossene Warmluft trägt dazu bei, dass die Druckgegensätze zunächst groß bleiben. Je größer diese Unterschiede auf engem Raum sind, desto stärker wird die Luft beschleunigt. Südlich des Tiefkerns entsteht so ein kräftiges Windband über unseren Köpfen. Schauer und Gewitter können die schnelle Höhenluft nach unten transportieren – dann schlagen am Boden plötzlich besonders heftige Böen durch.

Erst Schnee und Regen am Wochenende und dann kommt auch noch MANJA

In der Nacht zum Samstag fällt an den Alpen oberhalb von etwa 1200 bis 1500 Metern bis zu fünf Zentimeter Neuschnee. In höheren Alpenlagen zeigt der Wetterfilm am Wochenende wiederholt Schneefall, allerdings bei schwankender Schneefallgrenze.

Samstag bleibt besonders im Norden regnerisch und zunächst stürmisch. Auf dem Brocken sind Orkanböen möglich. Nachmittags und abends lässt der Wind vorübergehend nach. Die Schietwetter-Pause hält nicht lange.

Schon nachts bringt MANJAs Frontensystem neuen Regen. In Staulagen der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge sowie im Allgäu können binnen ungefähr zwölf Stunden 25 bis 40, örtlich um 50 Liter pro Quadratmeter fallen. Sonntag drohen an der Nordseeküste schwere Sturmböen, auf freier See Orkanböen. Im Binnenland wird es ebenfalls gebietsweise stürmisch.

Winter klopft oben an: Die Modellkarte zeigt für Samstag eine Schneefallgrenze um 1200 Meter an den Alpen – während über dem Atlantik schon das nächste Sturmtief lauert!
Winter klopft oben an: Die Modellkarte zeigt für Samstag eine Schneefallgrenze um 1200 Meter an den Alpen – während über dem Atlantik schon das nächste Sturmtief lauert!

Danach springt die Warmluftdüse an

Nach dem Wochenende wird es schrittweise allmählich ruhiger, zunächst aber, zum Start in die letzte Oktoberwoche bleibt es noch weiter wechselhaft. Dienstag gelangt allerdings bereits deutlich mildere Luft nach Deutschland. In rund 1500 Metern Höhe steigen die Temperaturen verbreitet über zehn Grad, im Süden örtlich auf etwa 15 Grad. Ob bei den 2m Temperraturen tatsächlich 20 Grad oder mehr erreicht werden, entscheiden Sonne, Wolken und Durchmischung der vertikalen Luftmassen. Beständigerer Hochdruckeinfluss zeichnet sich zwar erst nach Wochenmitte ab, aber sollte nach aktuellen Stand länger die Wetterregie übernehmen.