Sieben Tornados an einem Tag: Europäische Unwetter-Datenbank bestätigt Wirbelsturm-Serie quer durch Europa!
Sieben Tornados an nur einem Tag: Die Europäische Unwetter-Datenbank dokumentiert Wirbelstürme in Italien, Litauen, Dänemark, Polen und Deutschland. Fürstenwalde und Dragør erreichten IF1 und richteten dabei teils schwere Schäden an.

Europa hat am Mittwoch, 19. August 2026, eine bemerkenswerte Tornado-Serie erlebt. Die vom European Severe Storms Laboratory betriebene Europäische Unwetter-Datenbank ESWD führt für diesen Tag sieben verschiedene Tornados. Sämtliche Ereignisse tragen die Qualitätsstufe QC1 und gelten damit als durch zuverlässige Quellen bestätigte Meldungen.
Die Tornados wurden in Italien, Litauen, Dänemark, Polen und Deutschland beobachtet.
Einige entstanden ausschließlich über dem Wasser, andere erreichten das Festland und verursachten erhebliche Schäden. In Fürstenwalde wurden nach Angaben des RBB drei Menschen leicht verletzt.
IF1-Tornado verwüstet Fürstenwalde
Besonders schwere Folgen hatte der deutsche Tornado in Fürstenwalde an der Spree:
- Der gefilmte Wirbel traf gegen 17.15 Uhr deutscher Sommerzeit den südlichen Stadtbereich rund um den Paul-Frost-Ring.
- Ein Dach wurde angehoben, große Äste brachen ab und zahlreiche Bäume wurden entwurzelt oder umgeworfen. Mehrere Straßen waren anschließend unpassierbar.
- Nach Angaben des RBB wurden drei Menschen leicht verletzt.
- Die Europäische Unwetter-Datenbank führt das Ereignis mit QC1. Diese Qualitätsstufe bedeutet, dass die Tornadomeldung von einer zuverlässigen Quelle bestätigt wurde.
- Auf Grundlage von Schadensbildern und schriftlichen Berichten wurde der Tornado als IF1 eingestuft.
Was bedeutet die Einstufung IF1?
IF1 ist eine Stufe der Internationalen Fujita-Skala. Sie bewertet Tornados vor allem anhand der Schäden, die sie an Gebäuden, Fahrzeugen oder Bäumen verursachen. Die Skala reicht in neun Abstufungen von IF0 bis IF5.
Bei einem IF1-Tornado geht das European Severe Storms Laboratory von Windgeschwindigkeiten um 150 km/h aus.
In Fürstenwalde konnten diese jedoch nicht direkt gemessen werden: Die DWD-Station in der Stadt erfasst lediglich Niederschlag. Die nächste Wetterstation mit Windmessung befindet sich im rund 15 bis 20 Kilometer entfernten Lindenberg.
Da ein Tornado nur eine sehr schmale Schneise trifft, kann sein Windmaximum dort vollständig unbemerkt bleiben. Die Stärke des Tornados wurde deshalb anhand der Schäden an Dächern und Bäumen auf etwa 130 bis 180 km/h geschätzt.
Bereits am Morgen vor Tornadogefahr gewarnt
Schon am Mittwochmorgen hatte unsere Meteorologin Kathy Schrey in ihrer Unwetterprognose auf die brisante Kombination aus feuchtwarmer Luft und außergewöhnlich starker Windscherung hingewiesen. Unter solchen Bedingungen können sich langlebige, rotierende Superzellen entwickeln – und damit steigt auch die Tornadogefahr.
Wo und wann ein Tornado tatsächlich entsteht, lässt sich jedoch nicht punktgenau vorhersagen. Der Wirbel von Fürstenwalde zeigt, wie plötzlich eine solche Wetterlage regional eskalieren kann.
Drei Tornados allein in Italien
Der zahlenmäßige Schwerpunkt lag in Ligurien. Vor Albisola Marina wurde eine Wasserhose beobachtet, die kurzzeitig das Festland erreichte. Weitere Tornados entstanden bei Invrea und Nervi über dem Ligurischen Meer. Schäden wurden dort nicht gemeldet.
In Dragør bei Kopenhagen zog ein weiterer Tornado vom Wasser an Land. Er beschädigte Reetdächer, Dachziegel, Fenster und ein Auto. Seine mindestens 615 Meter lange Spur und die dokumentierten Schäden führten ebenfalls zur Einstufung IF1.
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— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) August 20, 2026
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Superzellen-Tornado über Polen
In Zaborowo in Polen wurde ein kurzer Tornado beobachtet, der laut ESWD mit einer Superzelle verbunden war. Schäden wurden nicht gemeldet. Bereits am Morgen war vor Būtingė in Litauen ein weiterer Tornado über dem Wasser dokumentiert worden.
Zusätzlich registrierte die Datenbank schwere Gewitterböen:
Im hessischen Hörgenau erreichte eine Böe beim Durchzug eines mesoskaligen Gewittersystems (großräumig organisierter Verbund aus mehreren Gewitterzellen) 27,2 Meter pro Sekunde – knapp 98 km/h. Sie zählt ausdrücklich nicht zu den sieben Tornados.
Artikelreferenz
European Severe Weather Database (ESWD), betrieben vom European Severe Storms Laboratory (ESSL). (Ereigniseinträge vom 19. August 2026). European Severe Weather Database.