Achtung: Vollumfängliche Unwetterlage entwickelt sich: Superzellen, schwere Sturmböen und sogar Tornados möglich
Es brodelt heute heftig in Deutschlands Wetterküche: Extreme Windscherung, feuchtwarme Luft und enorme Feuchtigkeit – alles Zutaten für „Wetterphänomene der Extreme“. Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen drohen. Doch damit nicht genug: Gefahrenlage spitzt sich zu wegen langlebigen Gewitter-Superzellen. Und auch Tornados sind nicht auszuschließen...

Schon der Start in diesen Mittwoch zeigt, wie unterschiedlich die Luft über Deutschland verteilt ist. Teile des Südens kommen sogar aus einer Tropennacht: In Sigmarszell lagen um 4.20 Uhr noch 21,5 Grad, in Friedrichshafen um 4 Uhr 21 Grad, in Freiburg wurden um 3.30 Uhr noch 20,8 Grad gemessen. Auch Bad Dürkheim lag am frühen Morgen noch knapp über der 20-Grad-Marke.
Und diese warme Luft bleibt uns im Süden zunächst erhalten. Während es im Norden heute stellenweise bei gerade einmal 18 Grad bleibt, schießt das Thermometer ganz im Südwesten noch einmal auf bis zu 32 Grad. Dazwischen treffen gemäßigte Meeresluft und sehr warme Luft subtropischen Ursprungs aufeinander. Und Letztere bringt neben der Wärme vor allem eines mit: jede Menge Feuchtigkeit.
Bereits am Vormittag sind im Norden und in der Mitte Schauer und einzelne Gewitter unterwegs. Die wesentlich brisantere Entwicklung steht uns allerdings erst später bevor.
Verhängnisvolle extreme Windscherung
Ab dem späten Nachmittag verschärft sich die Lage. Denn der Wind verändert heute mit zunehmender Höhe deutlich seine Richtung und Geschwindigkeit – es herrscht eine außergewöhnlich starke Windscherung. Und die kann aus einem gewöhnlichen Gewitter eine wesentlich gefährlichere Entwicklung machen.
Gewitter können sich unter solchen Bedingungen stärker organisieren, länger am Leben bleiben und sogar Rotation entwickeln. Langlebige Superzellen sind somit möglich – mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen im Gepäck.
Erst die Tropennacht, jetzt kommt die Feuchte-Wucht
In der sehr warmen Luft steckt enorm viel Wasserdampf. Regional erreicht der niederschlagbare Wassergehalt 35 bis 40 Millimeter. Das sind Mengen die für heftigen den Starkregen in Verbindung mit Gewittern sorgen können.
Örtlich sind um 30 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Bis Donnerstagmorgen können regional 10 bis über 30 Liter pro Quadratmeter innerhalb von sechs bis zwölf Stunden zusammenkommen. Vor allem in der Nacht kann deshalb Starkregen zunehmend zum Problem werden.
Warum Tornados? Und vor allem Wo?
Die zuvor beschriebenen Superzellen sind heute das elementare Problem! Denn beginnen diese mächtigen Gewittersysteme zu rotieren, ist die gefährlichste Eskalationsstufe nicht mehr weit: Tornados können sich entwickeln.
Besonders aufmerksam müssen wir vom Westen über die südliche Mitte bis in den Osten Süddeutschlands sein. Neben Hagelkörnern um drei Zentimeter, schweren Sturmböen und heftigem Starkregen sind deshalb selbst einzelne Tornados nicht ausgeschlossen.
Wo eine solche Superzelle tatsächlich entsteht und welche Zugbahn sie nimmt, lässt sich dummerweise nicht punktgenau vorhersagen.
Atmosphären-Energie-Spuk auch am Donnerstag noch nicht vorbei
Auch am Donnerstag hat sich die Atmosphäre noch längst nicht ausgepowert. Vor allem im Süden und Südosten bleibt ein explosives Gemisch aus warmer, feuchter und instabiler Luft zurück. Sobald diese Luft erneut in Bewegung gerät, können sich wieder kräftige Gewitter entwickeln – mit Starkregen, Hagel und Sturmböen, örtlich sogar mit Unwetterpotenzial.
Weiter nördlich ist ebenfalls noch Energie für Schauer und einzelne Gewitter vorhanden, dort fallen die Entwicklungen voraussichtlich schwächer aus. Und mittendrin gibt es tatsächlich eine Art Chill-Zone: In einem breiten Streifen quer durch Deutschland kann sich häufiger die Sonne zeigen und das Wetter zeitweise deutlich entspannen.
Am Freitag: Wo Regen? Wo Sonne?
Entlang einer Diagonale von Trier bis Eberswalde wird am Freitag sich des öfteren die Sonne zeigen, doch sind einzelne Regentropfen auch nicht ganz in diesen Regionen zum Arbeitswochenende auszuschließen.
Ganz anders sieht es am Freitag im Südosten aus: Dort können sich Regenfälle länger festsetzen und besonders Richtung Alpen und Niederbayern auch kräftiger ausfallen – sind Gewitter eingelagert, können die Mengen lokal sogar in den Unwetterbereich steigen.
Am Wochenende gönnt uns die Wetterküche allenfalls eine kurze Verschnaufpause: Samstag werden Schauer insgesamt seltener, bevor am Sonntag vor allem südlich der Donau die Regenwahrscheinlichkeit schon wieder deutlich anzieht und die Gewittergefahr wieder ansteigt.
️ Brisante Gewitterlage
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) August 19, 2026
Ab Nachmittag/Abend im S Superzellen möglich Tornados nicht ausgeschlossen
️ Unwettergefahr: Hagel um 3 cm +schwere Sturmböen + heftiger Starkregen
️ Enorme Feuchte: PPW bis 40 mm
Alle Infos
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Zum Wochenstart Rumpelt und Brodelt es dann wieder
Und selbst danach ist keine dauerhafte Ruhe in Sicht. Zum Beginn der kommenden Woche könnte sich eine Wetterlage entwickeln, bei der nicht mehr einzelne Gewitter, sondern länger anhaltender Starkregen zum großen Thema wird.
Noch liegen die möglichen Zugbahnen weit auseinander. Doch eines macht die Entwicklung besonders interessant: Wieder wäre enorme Feuchtigkeit vorhanden. Damit könnte nach der heutigen Superzellen- und Tornadogefahr schon die nächste Unwettergefahr auf Deutschland zukommen.