36 Grad – im September?! Wetterforscher: „Den Sommer jetzt abzuschreiben, wäre ein Fehler"

Kühle Nächte, erste bunte Blätter – ist der Sommer 2026 schon Geschichte? Von wegen: Die Statistik zeigt, wie viel Hitze im September wirklich noch drinsteckt.

Erste kühle Nächte, Nebel über den Feldern, hier und da schon ein gelbes Blatt – für viele fühlt sich das nach dem Ende des Sommers an. Nach einem Sommer 2026, der als einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Bücher geht, sehnen sich manche fast nach Abkühlung.

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Doch wer jetzt die Badehose in den Keller räumt, könnte sich zu früh freuen – oder zu früh ärgern. Denn meteorologisch ist die warme Jahreszeit noch längst nicht durch. Die große Frage lautet: Kommt da nochmal ein richtiger Hitze-Nachschlag?

Warum der Sommer nicht am 1. September einfach abschaltet

Der Kalender kennt keine Schranke, die pünktlich zum Herbstanfang die Wärme abstellt. Gerade im September sorgen stabile Hochdrucklagen immer wieder für spätsommerliche Wärme – der berühmte Altweibersommer ist nichts anderes als genau so ein Rückfall in den Sommer.

Baut sich über Mitteleuropa ein kräftiges Hoch auf und pumpt warme Luft aus dem Süden zu uns, dann sind auch nach Schulbeginn locker 25, 28 oder sogar 30 Grad möglich. Ein einziger sonniger Hochdruck-Block kann den halben Monat prägen – und aus dem gefühlten Herbst wird über Nacht wieder Sommer.

Bis zu 36 Grad – die irren September-Rekorde

Dass der September es faustdick hinter den Ohren hat, zeigt ein Blick in die Statistik. Der heißeste Septembertag, der jemals in Deutschland gemessen wurde, brachte über 36 Grad – ein Wert, den man glatt für Hochsommer halten würde.

Auch im Herbst kann es nochmal richtig warm bis heiß werden.
Auch im Herbst kann es nochmal richtig warm bis heiß werden.

Auch in jüngerer Zeit drehte der Monat mächtig auf: 2016 kletterte das Thermometer Mitte September auf mehr als 34 Grad, 2023 ging als wärmster September aller Zeiten in die Geschichte ein, und 2024 gab es im Osten sogar noch echte Wüstentage jenseits der 35 Grad. Von wegen Herbst!

Sogar im Oktober fielen schon 30 Grad

Und es geht noch später. Selbst im Oktober hat Deutschland schon Temperaturen erlebt, die man eher am Mittelmeer vermutet. Der Oktoberrekord liegt bei knapp 31 Grad – gemessen am Oberrhein, wo sich die Wärme traditionell am längsten hält.

Noch verrückter: Der späteste heiße Tag überhaupt fiel auf Mitte Oktober, als die 30-Grad-Marke sogar da noch geknackt wurde. Das zeigt: Wer glaubt, mit dem Kalenderwechsel sei zwangsläufig Schluss mit Sommer, der irrt sich gewaltig.

So hoch stehen die Chancen auf einen heißen September

Wie wahrscheinlich ist das Ganze nun? Die nüchterne Antwort: erschreckend wahrscheinlich. In mehr als der Hälfte aller Jahre fällt der September inzwischen zu warm aus – Tendenz steigend, seit sich das Klima spürbar erwärmt.

Wie heiß wird es im September 2026? 30 Grad und mehr sind keine Seltenheit.
Wie heiß wird es im September 2026? 30 Grad und mehr sind keine Seltenheit.

Und ausgerechnet in diesem Jahr rechnen die Wettermodelle einen auffällig trockenen, hochdruckdominierten Spätsommer. Trocken und viel Sonne bedeutet fast immer: wärmer als normal. Ich wäre daher wenig überrascht, wenn uns der September noch den einen oder anderen Sommertag mit 28 bis 30 Grad serviert.

Fazit: Bloß nicht zu früh die Badehose wegräumen

Ist der Sommer also vorbei? Meine klare Antwort: Nein, noch nicht. Zwar wird es zwischendurch immer wieder herbstlich frisch, mit kühlen Nächten und Nebel am Morgen – das gehört im September einfach dazu.

Aber ein goldener Spätsommer mit einem letzten kräftigen Wärmeschub ist alles andere als ausgeschlossen. Schreiben Sie den Sommer 2026 lieber noch nicht ab – die Wahrscheinlichkeit auf 30 Grad im September ist realer, als der herbstliche Morgennebel vermuten lässt. Es bleibt spannend.