Forscher finden Zucker über dem Nordpol: Wie Meeresgischt Arktis-Wolken verändert
Durch den Klimawandel verändert sich die Arktis rasant. Das Eis schmilzt schneller als erwartet und immer mehr Stellschrauben im Ökosystem werden gelockert. Die warmen Temperaturen führen zu Zucker über dem Nordpol.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (Tropos) veröffentlichen jetzt neue Erkenntnisse.
Schafft der Zucker in der Luft nun neue Wolken?
Dafür analysierten sie insbesondere die Luft bei Ny-Ålesund auf Spitzbergen. Durch die Eisschmelze gelangen mittlerweile zuckerähnliche Stoffe in die Atmosphäre. Diese Stoffe können die Wolkenbildung und somit das Wetter stark beeinflussen.
Etwas vereinfach erklärt, trägt der Wind die Stoffe aus dem Meer. Durch die Wellenbildung werden kleine Bläschen erzeugt, die auf natürliche Weise in die Atmosphäre gelangen. Ein Prozess, der ständig in den Weltmeeren passiert.
Geschmolzenes Meereis setzt neue Stoffe frei
Mit Hilfe eines Fesselballons nahm das Forschungsteam Proben aus der Luft. In diese Proben entdeckten sie 3,8 bis 274 Nanogramm mariner Kohlenhydrate pro Kubikmeter Luft. Diese Stoffe kommen teilweise direkt aus dem Meer.

So produzieren die Mikroorganismen Kohlenhydrate wie Oligo- und Polysaccharide.
Die erhöhte Konzentration wurde nicht nur in der Luft nachgewiesen
Auch am Boden und am Fjord konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine vermehrte Konzentration der Kohlenhydrate feststellen. Oftmals werden die Stoffe über größere Entfernungen transportiert und können das Ökosystem Arktis langfristig verändern.
Die neuen Erkenntnisse lassen nun vermuten, dass eine vermehrte Wolkenbildung die Arktis und den Klimawandel beeinflussen können. Jedoch lässt sich diese Veränderung noch nicht genau vorhersagen.
Das Ökosystem Artkis steht vor neuen Herausforderungen
Fakt ist, dass das Meereis in der Arktis weiter schwinden wird und so weitere Aerosolpartikel und darunter organische Stoffe und Kohlenhydrate in die Atmosphäre gelangen.
Besonders bei kalten Temperaturen kann es nun spannender werden. Die Aerosole sorgen für einen Anstieg von Eiskristallen in den Wolken.
Die Wolkenbildung hat großen Einfluss auf unser Klima
Eine erhöhte Anzahl von Eiskristallen in den Wolken kann natürlich die Wolkeneigenschaften ein wenig verdrehen. So ist es möglich, dass sich das Niederschlagsverhalten oder die Aufnahme von Strahlung verändert.
Artikelreferenz
focus.de. (2026). Zucker aus dem Meer verändert das Arktis-Klima.
Zeppenfeld, S., Schaefer, J., Pilz, C., Ebell, K., Zeising, M., Stratmann, F., Siebert, H., Wehner, B., Wietz, M., Bracher, A., and van Pinxteren, M.. (2026). Marine carbohydrates and other sea spray aerosol constituents across altitudes in the lower troposphere of Ny-Ålesund, Svalbard, Atmos. Chem. Phys., 26, 7235–7260, https://doi.org/10.5194/acp-26-7235-2026, 2026..