Daten zur globalen Stromproduktion

Der Angriffskrieg gegen den Iran und die Schließung der Straße von Hormus hat der Welt die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die fragilen Lieferketten deutlich gemacht. Die Auswirkungen werden noch lange spürbar bleiben.

Die erneuerbaren Energien sind der Schlüssel für eine saubere, klimaneutrale Stromerzeugung
Die erneuerbaren Energien sind der Schlüssel für eine saubere, klimaneutrale Stromerzeugung

Die Erzeugung von Strom über nicht-fossile Energieträger ist der am einfachsten umsetzbare Faktor bei den unterchiedlichen Sektoren der heutigen Verwendung fossiler Energie.

Die Bedeutung einer schnelleren, emissionsarmen Stromerzeugung, speziell der kurzfristig verfügbaren Solarenergie, hat durch den Krieg im Nahen Osten deutlich zugenommen.

Windenergie benötigt aufgrund von Genehmigungsverfahren und Bauzeiten eine längere Vorlaufzeit. Das Kosten-/Nutzenverhältnis ist, auf einer längeren Zeitschiene betrachtet, der Solarenergie überlegen.

Die Nachfrage nach Kernkraft als Stromquelle wird politisch intensiv geführt. Die Tatsache von langen Bauzeiten und sehr teuren Baukosten bietet aber keine Möglichkeit, dass Strom aus Atomkraftwerken kurzfristig zu einer Entspannung bei der Energiebilanz beitragen kann.

Der Bau von kleinen modularen Kernkraftwerken, den so genannten SMRs, wirkt auf den ersten Blick von dem Bau- und Genehmigungszeiten her attraktiv. Abgesehen von der Tatsache, dass weltweit nur drei dieser kleinen Reaktoren im Betrieb sind, ist ihre geringe Leistung und ihr ungünstiges Kosten-/Nutzen-Verhältnis nicht sehr erfolgsversprechend.

Wie sehen die Fortschritte des Ausbaus der emissionsarmen Energien für die Stromerzeugung in der Welt, in Europa und für die drei größten Emittenten von Treibhausgasen im Einzelnen aus?

Der globale Aspekt

Die Stromproduktion in den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern basierte im Analysejahr 2025 immer noch zu 57 % auf fossilen Energieträgern. Kohle dominiert diesen Anteil mit 32,8%, gefolgt von Gas mit 21,3% und unspezifizierter fossiler Energie von 2,8%.

Der Anteil von 43% für saubere, kohlenstoffarme Energieträger verteilt sich fast gleichmäßig, wobei die Wasserkraft mit einem Anteil von 14,3% vorne liegt. Ihr folgen die Solarenergie mit 9%, und die Kernkraft sowie die Windenergie mit jeweils 8,8%. Bio-Kraftstoffe mit 1,9% sowie die geothermale Energie mit 0,5% spielen nur eine sehr kleine Rolle.

Die weltweiten Energieanalysten erwarten ein stetiges Ansteigen von Wind- und Solarenergie. Beide haben sowohl von den Bauzeiten als auch von den Investitionskosten gegenüber allen anderen Arten der Stromerzeugung klare Vorteile, wobei der parallele Ausbau von Batteriegroßspeichern zu den Planungen großer Anlagen unbedingt dazugehört.

Wasser- und Kernkraft haben sehr lange Planungszeiten und hohe Kosten, werden aber perspektivisch ebenfalls zunehmen.

Der Kohleanteil wird durch einen höheren Gasanteil, aber auch durch mehr regenerative Energie bei der Stromerzeugung abnehmen oder bis zum Jahr 2040/2045 ganz verschwinden.

Strom in Europa

Die Stromproduktion in Europa basierte im Analysejahr 2025 nur noch zu 29% auf fossilen Energieträgern. Gas dominiert bereits mit 16,8%, gefolgt von Kohle mit 9,2%. Öl mit 1% und unspezifizierte fossile Energie mit 1,6% runden den Gesamtanteil von 29% ab.

Der Anteil von 71% für saubere, oder kohlenstoffarme Energieträger unterscheidet sich deutlich von der globalen Statistik. Es dominiert die Kernkraft mit 23,2%, gefolgt von der Windkraft mit 17.7% und der Solarenergie mit 13,3%. Die Wasserkraft hat einen Anteil von 12,9%. Bio-Kraftstoffe mit 4,1% sowie die geothermale Energie mit 0,2% spielen in Europa nur eine sehr kleine Rolle.

Zur Spitzengruppe sauberer Stromproduktion gehören Norwegen und Schweden. Beide haben einen Anteil von 99%, allerdings mit sehr unterschiedlichen Verteilungen auf die einzelnen Energieträger.

Norwegen produziert 89,9% seines Stroms aus Wasserkraft, gefolgt von Windenergie mit 8,6%. Sowohl die Solarenergie als auch die Biokraftstoffe spielen in Norwegen keine Rolle.

Schweden erzeugt seine saubere Energie ebenfalls primär über die Wasserkraft mit 40,9%. Dem folgt Strom aus Kernkraft mit 26,9% und Windkraftstrom mir 23,3%. Biokraftstoffe mit 5,9% haben einen bemerkenswert hohen Anteil. Die Solarenergie spielt in Schweden mit nur 1,9% keine Rolle.

Frankreich erzeugt 95% seines Stroms kohlenstoffarm. Mit Kernkraft werden 67,5% des französischen Stroms erzeugt, gefolgt von der Wasserkraft mit 11,4%, der Windkraft mit 9% und der Solarenergie mit 6%.

Deutschland liegt mit ca. 56% an kohlenstoffarmen Energiequellen bei der Stromerzeugung im Mittelfeld der europäischen Länder. Bei den 44% der fossilen Energieträger für die Stromproduktion dominiert die Kohle mit 20,7%, gefolgt von Gas mit 16,3%.

Die „saubere“ Energie in Deutschland wird angeführt von der Windkraft mit 28,9%. Mit Sonnenenergie werden 19% des deutschen Stroms produziert, mit Wasserkraft 4,5% und mit Biokraftstoffen 3,7%.

Auch in Europa gehen die Energieanalysten von einem stetigen Ansteig von Wind- und Solarenergie aus, inklusive eines enormen Zubaus an Batterie-Großspeichern. Auch Wasser- und Kernkraft nehmen trotz langer Planungszeiten und hoher Kosten perspektivisch zu.

Der Kohleanteil soll in Europa bis 2035/2040 komplett verschwinden und entweder durch einen höheren Gasanteil oder durch regenerative Energie bei der Stromerzeugung ersetzt werden.

Wichtige CO2-Emittenten auf einen Blick

Abschließend noch ein Blick auf die TOP-3 der CO2-Emittenten in der Welt und ihre aktuelle Stromproduktion. Die drei Länder China, die USA und Indien verursachen die Hälfte der gesamten CO2-Emissionen,

Chinas Anteil der gesamten globalen CO2-Emissionen liegt bei 30%. Das Land produzierte 58% seines Stromes im Jahr 2025 aus fossilen Energieträgern. Strom aus Kohle überwog sehr deutlich mit 54,6% der gesamten Strommenge, gefolgt von Gas mit 3%. Bei den sauberen Energieträgern haben Windenergie mit 10,7%, Wasserkraft mit 13,9% sowie die Solarenergie mit 11,1% ähnliche Anteile. Die Kernkraft folgt mit 4,6%.

Der Anteil der USA an den globalen CO2-Emissionen liegt bei 11%. Das Land stellte 57% seines Stromes im Jahr 2025 aus fossilen Energieträgern bereit. Der Gas-Anteil der gesamten Strommenge lag bei 39,1%, gefolgt von Kohle mit 16,9%. Bei den sauberen Energieträgern hat die Kernkraft einen Anteil von 17,1%. Die Windenergie mit 10,1%, die Solarenergie mit 8,3% und die Wasserkraft mit 5,9% nehmen die folgenden Plätze ein.

Der Anteil Indiens an den globalen CO2-Emissionen liegt bei 8,2%. Das Land produzierte 72% seines Stromes im Jahr 2025 aus fossilen Energieträgern. Der Kohle-Anteil an der gesamten produzierten Strommenge lag bei 69,2% und der Gasanteil bei 2,9%. Bei den sauberen Energieträgern hat die Kernkraft einen Anteil von 2,6 %. Die Windenergie mit 5,8 %, die Solarenergie mit 8,4 % und die Wasserkraft mit 8,9% tragen die wesentlichen Anteile der kohlenstoffarmen Stromerzeugung.

Die Gesamtübersicht aller analysierten Länder findet sich im nachfolgenden Link.

Fazit

Ohne Zweifel ist die Energiewende bei der globalen Stromproduktion in Anbetracht der aktuellen Verteilung eine Mammutaufgabe. Die Tatsache, dass nicht-fossile Alternativen eine komplette Dekarbonsierung des Strommarktes möglich machen, sollte aber alle Länder ermutigen, diesen Weg zu gehen.

Das Ergebnis werden berechnebarere Preisgestaltungen sein, denn Sonne und Wind kennen keine Kriege oder fossile Spekulationen.

Vor allen Dingen wird eine saubere Stromproduktion einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Klimaerwärmung und ihre Folgen liefern

Quellenhinweis:

Länderstatistiken von LowCarbonPower

Verpassen Sie nicht die neuesten Nachrichten von Meteored und genießen Sie alle unsere Inhalte auf Google Discover völlig KOSTENLOS

+ Folgen Sie Meteored