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Vor 108 Jahren ging die Titanic unter: Wie war das Wetter?

Ende April wird das berühmteste Schiffswrack der Welt 108 Jahre alt. Über die Geschichte des Baus und des Schiffswracks der Titanic ist bereits viel bekannt. Aber wie war eigentlich die Wetterlage in der Nacht der Tragödie?

Titanic 1912
Foto der RMS Titanic im Hafen.

Die Geschichte der Titanic wurde bereits von mehreren Historikern vom Entwurf des Schiffes bis hin zu ihrem ewigen Grab in den Tiefen des Nordatlantiks untersucht. Bis heute hat dieses Ereignis nichts von seiner Faszination verloren. Die Titanic wurde in Belfast, Nordirland, während der großen Ära der Dampfschiffe im frühen 20. Jahrhundert gebaut. Sie war damals das größte und luxuriöseste Schiff. Fünf Jahre nach seinem Bau sank es in weniger als drei Stunden auf seiner Jungfernfahrt nach New York in der schicksalhaften kalten Nacht zwischen dem 14. und 15. April 1912.

Die Reise begann, als die Titanic am 10. April 1912 um 12.15 Uhr den Hafen von Southampton (England) mit 953 Passagieren an Bord verließ. Um 18.35 Uhr kam der Transatlantik-Kreuzer in Cherbourg (Frankreich) an, wo 22 Passagiere ausstiegen und weitere 274 an Bord gingen. Um 20.10 Uhr hieß es wieder "Leinen los". Am 11. kam die Titanic um 11.30 Uhr in Queenstown (Irland) an. Von Irland aus reiste der DAmpfer um 13:30 Uhr ab, um mit 1318 Passagieren und 889 Besatzungsmitgliedern den Nordatlantik nach New York zu überqueren.

Es war dann um 23.39 Uhr in der kalten Nacht des 14. April, ohne Mondlicht, ohne Wolken und ruhiges Wasser, als die Beobachter den Eisberg entdeckten. Alle Manöver zur Verhinderung einer Kollision waren vergebens, das Schiff traf den Eisberg 1 Minute nachdem das Eis gesehen wurde. Ab diesem Zeitpunkt begann das Schiff (südöstlich von Neufundland in Kanada) zu sinken. Der Untergang dauerte etwa 2 Stunden 40 Minuten. Kurz vor dem endgültigen Untergang zerbrach das Schiff am 15. April um 2 Uhr 20 Minuten in zwei Hälften. Von allen an Bord befindlichen Menschen starben 1514 und nur 710 wurden gerettet.

Wetterlage während des Untergangs der Titanic

Die Reanalysedatenbank (ERA20-C) ermöglichte die ungefähre Rekonstruktion der atmosphärischen Wetterlage während der Morgendämmerung vom 15. April 1912. Vorläufige Analysen zeigen, dass die Wrackstelle einter kalten Nordströmung unterworfen war, mit einem Hoch bei Kanada. Die Lufttemperatur betrug ungefähr 4,1 ° C und die Meerestemperatur betrug ungefähr 7,3 ° C. Viele Todesfälle waren auf Unterkühlung aufgrund niedriger Luft- und Wassertemperaturen zurückzuführen.

Mehrere Berichte aus dieser Zeit sprachen von einer ruhigen, ziemlich kalten und wolkenlosen Nacht, was darauf hindeutete, dass die Titanic in oder in der Nähe eines Hochdruckzentrums versank. Diese Berichte bestätigen die Daten aus der erneuten Analyse. Das liegt daran, dass es nach ERA20-C ein Hochdruckzentrum zwischen Ostkanada und dem Atlantik gab.

Eine weitere meteorologische Besonderheit während der Fahrt der Titanic ist die Kaltfront, auf die das Schiff wahrscheinlich irgendwann bei seiner Überquerung der Gewässer des Nordatlantiks gestoßen ist. Die Daten zeigen deutlich das Vorhandensein eines Frontalsystems östlich der Wrackstelle, das mit niedrigem Druck in der isländischen Region verbunden ist.

Der schicksalhafte Eisberg

In Bezug auf den Eisberg, der an der Tragödie beteiligt ist, enthüllen astronomische und klimatische Studien unter der Leitung von Dr. Donald Olson von der "Texas State Physics Faculty" eine Reihe von Ereignissen im Zusammenhang mit dem Auftreten von Eis im Atlantik im April dieses Jahres. Die Forscher fanden heraus, dass der Mond im Januar 1912 sein größtes Perigäum (größte Nähe zur Erde) seit 1400 Jahren erreichte.

Die Nähe des Monds zur Erde verstärkte das Gravitationsfeld und erzeugte in der grönländischen Region sehr hohe Fluten, die eine beträchtliche Anzahl von Eisbergen nach sich zog. Der Eistransport nach Süden, direkt in die Titanic-Route, wurde der benannten Labrador-Meeresströmung zugeordnet.