Regenwaldforscher Nico Blüthgen verbreitet weltweit Hoffnung

Eine internationale Studie unter der Leitung des Darmstädter
Wissenschaftler Nico Blühtgen ist mittlerweile weltweit bekannt. Die Erkenntnisse zeigen auf, dass bereits in 30 Jahren ein Regenwald wieder eine Artenvielfalt
von 75 Prozent erreichen kann.

Bahnbrechende Forschungsergebnisse aus Darmstadt stellen klar, dass ein Regenwald innerhalb von 30 Jahren wieder als Ökosystem funktionieren kann.
Bahnbrechende Forschungsergebnisse aus Darmstadt stellen klar, dass ein Regenwald innerhalb von 30 Jahren wieder als Ökosystem funktionieren kann.

Der Forscher Nico Blüthgen ist Professor für Ökologie an der TU Darmstadt.

Die Faszination für den Regenwald treibt ihn an

Schon seit seiner Laufbahn als forschender Wissenschaftler ist er fasziniert vom Ökosystem Regenwald.

"Hier im Regenwald komme ich zur Ruhe, hier empfinde ich Frieden", ergänzt der Professor für Ökologie an der TU Darmstadt.

Die neue Studie unter der Leitung von Nico Blühtgen im Nordwesten von Ecuador, dem Chocó-Regenwald ist durch die Zusammenarbeit mit der Naturschutzorganisation Fundación Jocotoco enstanden. Seit über 20 Jahren kauft die ecuadorianische NGO Jocotoco inaktive Flächen wieder auf. Durch diese Initiative konnten die Forschenden einige Erkenntnisse gewinnen.

Die Lungen der Erde sind extrem gestresst

Fakt ist, dass tropische Regenwälder immer noch einem starken Stress ausgesetzt sind. Einige Faktoren sind die Umwandlung und Zerstörung von Lebensräumen, die Intensivierung der Landnutzung und der Klimawandel.

Umweltzerstörungen wie Waldbrände sorgen weltweit für weniger intakte Waldflächen.
Umweltzerstörungen wie Waldbrände sorgen weltweit für weniger intakte Waldflächen.

Auch eine ungebremste Entwaldung führt zu Verlusten an Waldfläche, Biodiversität, Klimaregulierung und der Systemleistungen eines tropischen Regenwaldes.

Datenanalyse liefert ausschlagebende Erkenntnisse

Insgesamt haben die Forscher im Chocó Regenwald in Ecuador über 62 Waldflächen analysiert. Natürlich ist es immer sehr verschieden, wann und in welchem Umfang ein Regenwald sich so stark regeneriert hat, dass er wieder als Ökosystem funktionieren kann. Das Team hat Daten aus Primärwälder, Sekundärwälder und aktive Weiden- und Kakaoplantagen ausgewertet.

Nico Blühtgen ist gleich mehrmals im Jahr in Ecuador und forscht dort mittlerweile seit über acht Jahren. Bereits im Jahr 2017 entwickelte er mit deinem Freund Martin Schäfer die Idee zur aktuellen Studie. In Ecuador ist der Regenwald für Blüthgen nicht nur ein Ort der Forschung. Sein Freund und Kollege Martin Schäfer leitet dort die Naturschutzorganisation Jocotoco.

Eine Schätzfrage führte zur großen Studie

Der Regenwald vermittelt für ihn ähnlich wie für Blüthgen ein großes Gefühl der Freiheit und Verbundenheit zu den ecuadorianischen Tropen. Die Idee zur Studie ist tatsächlich aus einem Scherz entstanden.

Schäfer wollte Blüthgen herausfordern und besuchte mit ihm ein kleines Waldstück, dass erst 10 Jahre alt war. Blüthgen sollte seine Schätzung abgeben und vermutete einen 30-jährigen Regenwald. So wurde aus diesem kleinen freundschaftlichen Scherz eine der hoffnungsvollsten Studie zur Regeneration von Regenwäldern.

Quellenhinweise

Metz, T., Farwig, N., Dormann, C.F. et al. (2026). Biodiversity resilience in a tropical rainforest. Nature.

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