Waldbrände und globale Erwärmung: Eine drohende Krise für gefährdete Arten
Der Klimawandel führt dazu, dass sich Waldbrände immer weiter ausbreiten und die Saison immer länger dauert, wodurch viele Arten einem größeren Risiko ausgesetzt sind. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass die Auswirkungen noch zunehmen könnten, obwohl eine Verringerung der Emissionen dazu beitragen könnte, künftige Schäden zu begrenzen.

In einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht wurde und von Forschern der Universität Göteborg geleitet wurde, wird festgestellt, dass Waldbrände immer häufiger auftreten und die Gefährdung von Tausenden von Tieren, Pflanzen und Pilzen erhöhen.
Mit dem Anstieg der globalen Temperaturen nehmen Waldbrände in vielen Regionen zu. Dies liegt daran, dass höhere Durchschnittstemperaturen und sich verändernde Wetterbedingungen die Vegetation und den Boden austrocknen und sie dadurch leichter entflammbar machen.
Sind klimabedingte Waldbrände eine Bedrohung für Arten?
Die neue Studie legt nahe, dass Waldbrände möglicherweise näher an den Polen ausbrechen könnten als bisher, wobei sich die Dauer der Brandsaison in einigen Gebieten verdoppeln könnte. Dies gilt für ein mittleres Szenario, bei dem die Emissionen bis zum Ende des Jahrhunderts weder stark ansteigen noch abnehmen.
„Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass Waldbrände eine immer größere Bedrohung für die Artenvielfalt darstellen. Wir haben festgestellt, dass fast 84 Prozent der für Waldbrände anfälligen Arten bis zum Ende dieses Jahrhunderts einem höheren Risiko ausgesetzt sein werden“, sagte Xiaoye Yang, Forscher an der Universität Göteborg.
Bisherige Studien darüber, wie sich der Klimawandel auf die Artenvielfalt auswirkt, haben sich vor allem auf allmähliche Veränderungen der Lebensräume konzentriert und weniger darauf, wie klimabedingte Waldbrände das langfristige Überleben von Tieren und Pflanzen beeinflussen.
Das Team kombinierte 13 Klimamodelle mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens, um Veränderungen der von Waldbränden betroffenen Fläche und der Dauer der Brandsaison bis zum Ende des Jahrhunderts vorherzusagen. Anschließend analysierte es anhand der Roten Liste der IUCN (Internationale Union für Naturschutz) wie sich diese Veränderungen auf das Risiko für Arten auswirken könnten. Die Liste umfasst 9.592 Arten, die derzeit durch die Zunahme von Waldbränden bedroht sind.
Xiaoye Yang wies darauf hin, dass Arten mit kleinem Verbreitungsgebiet besonders gefährdet seien, wobei die am stärksten betroffenen Arten aus Südamerika, Südasien und Australien stammten und viele von ihnen bereits als gefährdet gelistet seien. Eine Zunahme von Waldbränden könnte einige Arten an den Rand des Aussterbens bringen.
Arten, die bisher von Waldbränden verschont geblieben sind, sind nun dieser Gefahr ausgesetzt, doch es gibt bislang kaum Forschungsergebnisse darüber, wie ernst diese Gefahr tatsächlich sein könnte.
Das Forschungsteam berechnete die Zunahme von Waldbränden auf der Grundlage der IPCC-Szenarien zur globalen Erwärmung, und zwar unter einem moderaten Szenario mit einem Temperaturanstieg von 2,7 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau. Es zeigte sich, dass die weltweit von Waldbränden betroffene Fläche um rund 9,3 % zunehmen könnte, sich die Brandsaison um 22,8 % verlängern könnte und 84 % der brandgefährdeten Arten einem erhöhten Waldbrandrisiko ausgesetzt sein werden.

Die Ergebnisse der Studie zeigen zudem regionale Unterschiede auf: In vielen Gebieten steigt das Risiko von Waldbränden, während in einigen Regionen Afrikas aufgrund der prognostizierten feuchteren Klimabedingungen eine Verringerung der von Bränden betroffenen Fläche zu erwarten ist.
Was kann getan werden, um das Auftreten von Waldbränden zu verringern?
Die Studie legt zudem nahe, dass Maßnahmen zur Begrenzung der Emissionen das Auftreten von Waldbränden deutlich verringern können. Im Vergleich zu Szenarien mit hohen Emissionen könnten moderate Emissionen den Anstieg der Gefährdung von Arten um mehr als 60 % reduzieren. Regionen in Neuseeland, Südamerika und Gebiete in der Nähe der Arktis würden am meisten von einer Verringerung der Emissionen profitieren.
„Aktuelle Schutzstrategien für gefährdete Pflanzen und Tiere laufen Gefahr, künftige Bedrohungen zu unterschätzen, wenn sie Störungen wie Waldbrände nicht berücksichtigen“, sagte Xiaoye Yang.
Quellenhinweis:
Wildfire risk for species under climate change | Nature Climate Change. Yang, X., Urban, M.C., Su, B., Zhong, Z., Wu, C. and Chen, D. 6th April 2026.
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