Kunststoff, der sich im Meerwasser wieder auflöst? Ist das ein Scherz?
Forscherinnen und Forscher aus Tokio haben einen Kunststoff entwickelt, der sich laut ihren eigenen Experimenten in kurzer Zeit im Meerwasser auflöst. Eigentlich ist Plastik im Meer eines der schädlichsten Umweltverschmutzungen unserer Zeit.

Somit bleibt fraglich, ob sich die Experimente aus Tokio tatsächlich realisieren lassen.
Abbaubare Kunststoffe gibt es schon eine Weile
Mittlerweile gibt es bereits einige Kunststoffarten, die biobasiert oder biologisch abbaubar sind. Diese biobasierten Kunststoffe werden beispielsweise aus Seetang, Mais oder Zuckerrohr hergestellt. Diese Kunststoffe können gleichermaßen auch biologisch abbaubar sein, sind es aber nicht immer.
Abbaubare Kunststoffe hinterlassen im Idealfall nur Kohlenstoffdioxid und Wasser. Natürlich brauche sie dafür auch gute Bedingungen und müssen richtig entsorgt werden.
Der neue Kunststoff wird wahrscheinlich Rückstände im Meer hinterlassen
Das Forschungsteam aus Japan hat nun einen Kunststoff entwickelt, der circa 200 Stunden benötigt, um sich im Salzwasser aufzulösen. Doch wahrscheinlich wird diese Zersetzung kein rein biologischer Prozess sein.
Der neue Kunststoff kann sich eher auf chemische oder auf physikalische Weise zersetzen, sodass man nicht wirklich von einer kompletten Auflösung sprechen kann. Dennoch sehen deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesem neuen Experiment mit einer Prise Hoffnung entgegen.
Normalerweise bleiben herkömmliche Plastikmaterialien mehrere bis tausende von Jahren im Meerwasser. Eine Entwicklung von Plastikarten, die tatsächlich deutlich schneller abgebaut werden, würde dann eine klare Verbesserung darstellen.
Biologisch abbaubare Arten sind oftmals bei Verpackungsmaterialien zu finden
Weltweit werden immer wieder neue Kunststoffarten entwickelt. Biologisch abbaubare Arten finden wir mittlerweile oftmals im Supermarkt. Diese Arten können sich schnell und vollständig zersetzen.

Allerdings werden diese Plastiktypen nicht für langlebige Verpackungen genutzt. Das dünne Plastik hat noch nicht die starken Eigenschaften wie die Hartplastikmaterialien.
Reduzierung von Plastikmüll immer noch am wichtigsten
Biologisch abbaubare Kunststoffe liegen in der Branche mit rund 2,22 Millionen Tonnen im unteren Bereich. Konventionelle Produkte werden im selben Jahr zu 390 Millionen Tonnen hergestellt.
Durch die hohe Anzahl an Plastik in unserer Welt, können wir somit immer noch unser Bestes tun, um selbst unseren Verbrauch zu senken. Eine gute Mülltrennung und das Verwenden von Mehrweg sind sicher ein guter Anfang. So steigen ebenfalls immer mehr große und kleine Unternehmen auf neue Systeme um und nutzen beispielsweise wiederverwendbare Materialien, um die Müllproduktion zu reduzieren.
Quellenhinweise
Frankfurter Rundschau. (2026). Ein Professor entwickelt biologisch abbaubares Plastik aus Zellulose. Politik.
Reset.org (2026). Neuer Kunststoff löst sich im Wasser auf. Liegt darin die Lösung für die Verschmutzung der Weltmeere. Lösung. Umwelt.
Umweltbundesamt. (2026). Biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe. Themen.