Gezieltes Geoengineering könnte den Regenwald langfristig schützen
Um das Klima zu schützen und die globale Erwärmung einzudämmen, setzen viele Fachleuchte und Wissenschaftler auf sogenanntes Geoengineering oder Climate Engineering. Die Eingriffe sollen beispielsweise den Ausstoß der CO2-Konzentration in der Atmosphäre oder die Versauerung der Meere vermindern.

Eine neue Studie der University of Exeter im Vereinigten Königreich verbreitet Hoffnung.
Geoengineering wird genutzt, um Klimafolgen abzufedern
Durch bewusste Steuerung einiger Prozesse könnte die Klimaerwärmung den Regenwald im Amazonas weniger hart treffen. Eigentlich sind Geoengineering-Projekte mit einer stratosphärische Aerosoleinbringung (SAI) nicht so gern gesehen.
Solche Vorhaben zielen darauf ab, die Erde künstlich zu kühlen. Die Reflexion der Sonnenstrahlen wird deutlich erhöht und kann so die verursachten anthropogene Treibhausgase der Erwärmung ausgleichen.
Stratosphärische Aerosoleinbringung ist umstritten
Solche Modelle sind mit Vorsicht zu betrachten, da durch die starke Verminderung des Sonnenlichts die Pflanzenproduktivität und die Niederschlagsmengen beeinflusst werden können. Das Team der University of Exeter zeigt jedoch, dass modernste Klimamodelle unter SAI einen Anstieg der globalen Kohlenstoffspeicherung an Land prognostizieren.
Diese Wirkungen sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem in Regenwaldgebieten. Im Amazonas Gebiet könnten solche Geoengineering Projekte besonders gut funktionieren, da die Kohlenstoffspeicherung an Land im Vergleich zu einem Szenario mit hohen CO2-Emissionen um 10,8 % zunimmt.

Nicht zuletzt sagen viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in bekannten Studien voraus, dass der Regenwald sehr gefährdet ist. Ein erfolgreicher Schutz vor den Klimaveränderungen würde das Weltklima positiv verändern.
Der Regenwald im Amazonas Gebiet gilt zudem als sehr anfällig für Vegetationsverluste aufgrund der steigenden Temperaturen und Dürreperioden.
„Der beste Schutz für den Amazonas-Regenwald auf lange Sicht ist eine Kombination aus einer Verringerung der Abholungsrate und des anthropogenen Klimawandels, aber SAI könnte einen gewissen Notfallschutz bieten, falls es uns nicht gelingt, den Klimawandel unter Kontrolle zu bringen“, erläutert die Hauptautorin Isobel Parry vom Fachbereich Mathematik und Statistik der University of Exeter
Jedoch stellen die britischen Forscherinnen und Forscher klar, dass es immer noch berechtigte Bedenken hinsichtlich der Anwendbarkeit und Durchführbarkeit von SAI-Geoengineering-Projekten in der realen Welt gäbe, sodass die Forschung und die Auswirkungen offen diskutiert werden müssen.
Quellenhinweise
Isobel M. Parry, Paul D. L. Ritchie, Olivier Boucher, Peter M. Cox, James M. Haywood, Ulrike Niemeier, Roland Séférian et. al. (2026). Stratospheric aerosol injection geoengineering has the potential to increase land carbon storage and to protect the Amazon rainforest. European Geosciences Union. Volume 17, issue 2.
University of Exeter. (2026). Geoengineering could protect Amazon rainforest from climate change. Research news. Faculty of environmental science and economy.
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