Durch eine neue Berechnung ist der CO₂-Fußabdruck von Milch deutlich größer
Finnische Expertinnen und Experten haben erstmalig die Kohlenstoffdioxid Emissionen neu berechnet und einen entscheidenden Wert hinzugenommen, den die Milchwirtschaft ebenfalls ausstößt. Generell ist bekannt, dass die Viehwirtschaft einen hohen Anteil an Treibhausgasemissionen hat.

In der Milchproduktion blickten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis jetzt nur auf die Methanemissionen der Kühe.
Auch Bodenemissionen sollten berechnet werden
Jedoch verändert sich durch die Kuhhaltung natürlich ebenfalls die Bodensubstanz. Der Kohlenstoff im Boden setzt ebenso Kohlenstoffdioxid frei. Laut der finnischen Studie könnte der CO₂-Fußabdruck von Milch deutlich größer sein als allgemein angenommen, wenn man den aus dem Boden freigesetzten Kohlenstoff hinzurechnet.
Das finnische Forschungsteam analysierte die Veränderungen auf dem eigenen Forschungsbetrieb Viikki in Helsinki.
Die Umweltauswirkungen sind oftmals konplexer
Es wurde versucht die Auswirkungen mit verschiedenen Berechnungsmethoden darzulegen. Sie untersuchten Felder auf den in der Nachfolge Grasland oder Getreide entstehen sollte.
Die Berechnungen stützten sich auf die sogenannte Ökobilanzierung. Mit dieser Methode werden die Umweltauswirkungen eines Produkts durch die Betrachtung aller Schritte seiner Entstehung ermittelt, vom Anbau des Viehfutters bis zur Güllewirtschaft.
„Weideland, das als Viehfutter genutzt wird, kann Kohlenstoff entweder im Boden binden oder in die Atmosphäre freisetzen. Die unterirdische Biomasse des Grases ist eine wichtige Quelle für den Kohlenstoffeintrag, der die Kohlenstoffbindung im Boden fördert.“, sagt der Postdoktorand Yajie Gao von der Fakultät für Land- und Forstwirtschaft der Universität Helsinki.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass auf Gras- und Weideland die Menge an freigesetztem Kohlenstoff stark anstieg, wenn das Graswachstum sehr geschwächt war.
Der CO₂-Fußabdruck der Milchproduktion ist deutlich höher
Ein Umwandlung von Weideland zu einer Getreideanbaufläche ließ die Emissionen, um das Fünffache in die Höhe steigen.

Das Einbeziehen der Emissionen der Böden kann dazuführen, dass der CO₂-Fußabdruck der Milchproduktion um 41 Prozent höher läge, als bisher angenommen. Darüber hinaus konnte das Team herausstellen, dass der Klimawandel ebenso zu mehr Bodenemissionen führt.
Der Klimawandel hat Einfluss auf die Speicherung des Kohlenstoffs
Wiederholte Frost-Tau-Zyklen schädigen das Gras und schwächen somit deren Wachstum. Besonders im Winter wird dann die Menge des im Boden gebundenen Kohlenstoffs verringert.
Es wird erwartet, dass der Klimawandel unvorhersehbare Auswirkungen wie Frost und Dürre mit sich bringt, die die Fähigkeit der Felder, als Kohlenstoffspeicher zu fungieren, weiter schwächen könnte.
Quellenhinweise
Gao, Y., Hu, T., Roitto, M. et al. (2026). Improving the carbon footprint assessment of milk production: a case study integrating soil carbon stock changes with eddy covariance and DeNitrification-DeComposition model. Int J Life Cycle Assess 31, 4
University of Helsinki. (2026). Milk production carbon footprint may be larger than thought. News. News and press releases.
Verpassen Sie nicht die neuesten Nachrichten von Meteored und genießen Sie alle unsere Inhalte auf Google Discover völlig KOSTENLOS
+ Folgen Sie Meteored