Steilklippen, Meer und Fischerboote: So schön ist das Tor zur Normandie

Seit 200 Jahren reisen Badegäste in das kleine Städtchen Le Tréport am Ärmelkanal. Die spektakuläre Lage zwischen hohen Kreidefelsen, das Rauschen der Wellen und Berge frischer Meeresfrüchte sind nur einige der Gründe dafür.

Von den Klippen über Le Tréport öffnet sich ein grandioser Blick über den Hafen und Mers-les-Bains. Foto: Adobe Stock
Von den Klippen über Le Tréport öffnet sich ein grandioser Blick über den Hafen und Mers-les-Bains. Foto: Adobe Stock

Ein Schild mitten auf der Promenade klärt die Grenzverhältnisse: Zur Linken erstreckt sich der Teil der Region Hauts-de-France, der früher als Picardie bekannt war, auf der anderen Seite beginnt die Normandie.

Mers-le-Beins ist der westlichste Ort des Departements Somme. Das einen kurzen Spaziergang entfernte Le Tréport liegt bereits im normannischen Departement Seine-Maritime. Die Grenze zwischen Regionen und Verwaltungseinheiten bildet der Fluss Bresle. Vor bildschöner historischer Kulisse kann man hier von einer Region zur anderen schlendern.

An der Uferstraße von Mers-les-Bains leuchten bunte Fassaden, Belle Époque- und Jugendstilvillen mit Meerblick reihen sich aneinander. Die Flaniermeile endet kurz vor der Mündung der Bresle ins Meer. Über eine Brücke erreicht man das Fischerstädtchen Le Tréport und mit ihm das Tor zur Normandie.

Eine Standseilbahn führt auf die Klippen

Rund 4400 Menschen leben in dem Ort, der sich am Fuß der weißen Steilklippen und auf sie hinauf drängt. Im Sommer sind es gleich dreimal so viele. Eine 1908 erbaute Standseilbahn erleichtert den Tréportais und ihren Gästen bis heute das Fortkommen zwischen Hafen und Klippen.

Die Nutzung der flotten Bahn ist für Bewohner wie Besucher gratis. Oben öffnet sich ein grandioser Ausblick über Klippen, Meer und das Städtchen – und ein attraktiver Wanderweg erschließt die Küstenlandschaft über dem Ärmelkanal.

Das Dutzend Austern kostet zwölf Euro

Auf Meereshöhe ist das Leben in Le Tréport bis heute maritim geprägt. In den Restaurants am Hafen werden Meeresfrüchte aufgefahren. Auf dem Fischmarkt am Wasser türmen sich Hummer, Garnelen, Jakobsmuscheln und Austern. Wer ein Austernmesser besitzt, kann kostengünstig zur Tat schreiten und sich selbst versorgen: Das Dutzend Austern kostet – je nach Größe – ab zwölf Euro, eine Zitrone gibt’s für einen weiteren Euro dazu.

So klein Le Tréport ist, so tief reicht seine Geschichte in die Vergangenheit. Auf halber Höhe thront die Kirche Saint Jacques au Tréport über dem Hafen. 1362 wurde sie erbaut, nahm aber im Hundertjährigen Krieg so viel Schaden, dass sie bereits 1699 restauriert werden musste.

Wandbilder schmücken die Fassaden einiger der umliegenden Häuser und erzählen vom Leben der Stadt am Meer. Sie zeigen Fischer vor ihren Booten, über die Kreidefelsen gleitende Möwen und frühe Badegäste in langen Gewändern und mit Sonnenschirmen am Strand im knöcheltiefen Wasser waten.

Einer der ersten Badeorte der Kanalküste

Wegen der relativen Nähe zur Hauptstadt gehörte Le Tréport zu den ersten Badeorten an der französischen Kanalküste: Schon in den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts reisten Sommergäste aus Paris an - vor 200 Jahren.

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