Gerodete Regenwälder können ihre Artenvielfalt zurückgewinnen

Eine Studie der TU Darmstadt macht deutlich, dass gerodete Wälder nach einer Aufforstung wieder ihren früheren Zustand und die Artenvielfalt zurückerlangen können. Insgesamt haben die Forscher im Chocó Regenwald in Ecuador über 62 Waldflächen analysiert.

Gerodete Wälder können die Artenvielfalt zurückgewinnen
Gerodete Wälder können die Artenvielfalt zurückgewinnen

Diese große Datenlage lässte einige Schlüsse ziehen. Jedoch ist es immer sehr verschieden, ob, wann und in welchem Umfang ein Regenwald sich so stark regeneriert hat, dass er wieder als Ökosystem funktionieren kann.

Sogenannte Sekundärwälder erreichen einen früheren Zustand

Das Team hat Daten aus Primärwälder, Sekundärwälder und aktive Weiden- und Kakaoplantagen ausgewertet. Seit über 20 Jahren kauft die ecuadorianische NGO Fundación Jocotoco inaktive Flächen wieder auf.

Durch diese Initiative konnten die Forschenden einige Erkenntnisse gewinnen.

Tropische Regenwälder stehen unter Stress

Fakt ist, dass tropische Regenwälder immer noch einem immensen Stress ausgesetzt sind. Einige Faktoren sind die Umwandlung und Zerstörung von Lebensräumen, die Intensivierung der Landnutzung und der Klimawandel. Auch eine ungebremste Entwaldung führt zu Verlusten an Waldfläche, Struktur, Biodiversität, Klimaregulierung und natürlich der Systemleistungen eines tropischen Regenwaldes.

Insgesamt sind bereits 70 Prozent der Regenwälder sogenannte Sekundärwälder. Diese Wälder wurden nach einer landwirtschaftlichen Nutzung wieder aufgeforstet.

Unmengen an Daten bringen neue Erkenntnisse

So können kleinere tropische Ökosysteme bereits wieder erfolgreich heranwachsen. Diese Erkenntnisse basieren auf kleine Stichproben mit wenigen Wiederholungen. Das Forschungsteam hat nun mit der großen Datenlage ein detailliertes Bild herstellen können.

Besonders die Artenvielfalt macht Wälder widerstandsfähiger
Besonders die Artenvielfalt macht Wälder widerstandsfähiger

Besonders durch die Beobachtungen über Jahrzehnte haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler festgestellt, dass die Wälder im Durchschnitt mehr als 90 Prozent ihrer Bestandsdichte und Vielfalt sowie etwa 75 Prozent ihrer Ähnlichkeit in der Zusammensetzung mit Urwäldern wiedererlangen können.

Jedoch können sie dafür bis zu 30 Jahre benötigen. In Zeiten des Klimawandels und neuen Extremwetterlage könnte sich diese Zeitspanne weiter verlängern.

Eine hohe Widerstandsfähigkeit hilft langfristig

Für eine erfolgreiche Wiederherstellung benötigt ein Regenwald vor allem eine hohe Widerstandsfähigkeit. Diese Fähigkeit kann der Wald durch mobile Samenverbreiter und Bestäuber, einer hohen Rückkehrrate der meisten biologischen Einheiten und somit einer hohen Vielfalt an Lebewesen und Organismen im Wald erfolgreich sichern.

Dazu gehören zudem die Rückkehrraten von Bienen, Fledermäusen und fruchtfressenden Vögeln. Sie tragen alle dazu bei, dass das neue Ökosystem funktioniert und langfristig bestehen kann. Weltweit haben die tropischen Regenwälder eine wichtige Funktion. Sie regulieren unser Klima und beeinflussen das globale Wettergeschehen.

Quellenhinweise

Metz, T., Farwig, N., Dormann, C.F. et al. (2026). Biodiversity resilience in a tropical rainforest. Nature.

Spektrum der Wissenschaft. (2026). Wie schnell erholt sich ein gerodeter Regenwald. Abholzung. Biologie. News.

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