Wetterforscher sicher: "Er könnte zum Schlüsselfaktor werden" Polarwirbel kippt: Droht uns eine eisige Fastnacht?

Neue Modellläufe sorgen für Unsicherheit. Während ECMWF strengen Frost zeigt, bleibt GFS milder. Meteorologen warnen vor schnellen Trendwechseln rund um die Straßenfastnacht.

Der aktuelle Lauf des europäischen Wettermodells sorgt für große Aufmerksamkeit unter Meteorologen. Immer wieder taucht darin eine markante Frostlage für Deutschland auf, die genau zur Hochphase der Straßenfastnacht einsetzen könnte.

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Besonders auffällig ist der Kontrast zu anderen Prognosen:Während einige Berechnungen eine deutliche Abkühlung mit Dauerfrost zeigen, bleibt das amerikanische Modell deutlich zurückhaltender. Diese Gegensätze führen dazu, dass viele Experten die Lage als außergewöhnlich schwierig einschätzen. Die Bandbreite reicht von nasskalt bis hin zu einer markanten Kältewelle, was derzeit kaum klare Aussagen zulässt.

Polarwirbel als Unsicherheitsfaktor

Ein Grund für die sprunghaften Vorhersagen liegt im Verhalten des Polarwirbels. Schon kleine Veränderungen in seiner Struktur können die Strömung über Europa komplett umstellen. Einige Simulationen lassen eine Verschiebung nach Süden erkennen, wodurch kalte Luftmassen leichter nach Mitteleuropa gelangen könnten.

Wetterexperte Johannes Habermehl warnt: "Die Eiszeit ist in Deutschland noch lange nicht vorbei"
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Gleichzeitig zeigen andere Läufe eine stabilere Westströmung. Genau diese Unsicherheit macht langfristige Trends schwierig. Meteorologen betonen deshalb, dass einzelne Modellkarten keine endgültige Prognose darstellen, sondern nur mögliche Szenarien innerhalb einer sehr dynamischen Lage.

Erst mild, dann wieder frostig

Kurzfristig deuten viele Berechnungen noch auf einen relativ milden Samstag hin. Doch bereits ab Sonntag könnte sich besonders im Nordosten wieder eine frostige Luftmasse durchsetzen. Leichter Dauerfrost am Tag wäre dort möglich, während der Südwesten eher unter milderen Bedingungen bleibt. Diese regionale Zweiteilung ist typisch für Wetterlagen mit blockierenden Hochdruckgebieten. Sie sorgt dafür, dass sich Temperaturgegensätze über Deutschland verstärken und Prognosen selbst wenige Tage im Voraus stark schwanken können.

Die aktuelle Prognose des ECMWF-Modells zeigt für Fastnachtssamstag eisige Kälte in ganz Deutschland: Dauerfrost!
Die aktuelle Prognose des ECMWF-Modells zeigt für Fastnachtssamstag eisige Kälte in ganz Deutschland: Dauerfrost!

Extreme Kälte nur Außenseiterlösung

Die spektakulärsten Karten zeigen Werte von minus fünf Grad am Tag und nachts zweistellige Minusgrade. Einzelne Simulationen gehen sogar noch weiter und rechnen lokal mit minus 15 bis minus 20 Grad. Allerdings handelt es sich dabei derzeit um eine Außenseiterlösung innerhalb der Modellwelt. Viele Experten warnen davor, diese Szenarien zu früh als wahrscheinlich zu bewerten. Gerade bei instabilen Stratosphärenlagen können einzelne Läufe stark übertreiben. Entscheidend ist, ob sich mehrere Modellfamilien auf einen gemeinsamen Trend einigen.

GFS bleibt deutlich zurückhaltender

Während das europäische Modell zeitweise den Kältehammer zeigt, bleibt das GFS-Modell insgesamt bei eher milden Temperaturen. Diese Differenz erhöht die Spannung, denn normalerweise nähern sich die Modelle einige Tage vor einem Ereignis an. Aktuell ist jedoch das Gegenteil der Fall: Die Spanne der möglichen Entwicklungen bleibt groß. Für Meteorologen bedeutet das, dass sie verstärkt auf Ensemble-Prognosen schauen müssen, also auf viele leicht unterschiedliche Simulationen, um die wahrscheinlichste Entwicklung abzuschätzen.

Fastnacht zwischen Tauwetter und Eisluft

Ob die Straßenfastnacht tatsächlich im frostigen Szenario endet, ist weiterhin offen. Klar ist nur, dass die kommenden Modellläufe entscheidend sein werden. Sollte der Polarwirbel tatsächlich Einfluss auf die Großwetterlage nehmen, könnte sich das Blatt kurzfristig wenden.

Ebenso möglich ist aber eine abgeschwächte Variante mit nur regionalem Frost. Für Veranstalter und Jecken heißt das: Entwicklungen aufmerksam verfolgen und flexibel bleiben. Die nächsten Tage dürften zeigen, ob die extreme Kälte ein realistisches Szenario wird oder nur ein kurzer Modell-Ausreißer bleibt.