Wetterforscher nervös: "Etwas stimmt nicht mit dem Wetter" Warum Europa noch lange im Wintermodus festhängen könnte

Der Frühling steht im Kalender, doch die Atmosphäre sendet andere Signale. Mehrere Wetterfaktoren deuten darauf hin, dass der Winter Europa noch nicht loslässt.

Während vielerorts bereits mit steigenden Temperaturen gerechnet wird, zeigt sich die Atmosphäre über Europa ungewöhnlich träge. Großwetterlagen bleiben blockiert, milde Luft aus dem Atlantik kommt kaum voran. Stattdessen halten sich kalte Luftmassen über Nordeuropa und Osteuropa hartnäckig.

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Meteorologen sprechen von einem festgefahrenen Zirkulationsmuster, das typisch für Winterphasen ist, nicht aber für den Übergang in den Frühling. Genau diese Stabilität macht die Lage brisant, denn ohne grundlegende Umstellung kann sich das Wetter wochenlang kaum verändern.

Der Polarwirbel als unsichtbarer Akteur

Ein zentraler Faktor spielt sich weit über unseren Köpfen ab. Der Polarwirbel zeigt Anzeichen von Schwäche, was die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftausbrüche in mittlere Breiten erhöht. Ist dieser Wirbel instabil, kann arktische Luft leichter nach Süden ausbrechen.


Genau dieses Muster beobachten Experten derzeit. Die Kälte ist noch verfügbar, sie wird nur zurückgehalten – und kann jederzeit aktiviert werden. Besonders im März und April ist das Risiko hoch, dass solche Prozesse spätwinterliche Wetterlagen erneut verstärken.

Blockadelagen verhindern den Frühling

Normalerweise sorgt der Atlantik im Frühjahr für wechselhaftes, aber milderes Wetter. Doch aktuell verhindern starke Hochdruckgebiete über Skandinavien oder dem Nordatlantik genau diese Westströmung. Solche Blockaden wirken wie eine Wettermauer. Sie lenken Tiefdrucksysteme um Europa herum und halten kalte Luft dort, wo sie ist. Ohne Durchbruch des Azorenhochs bleibt der ersehnte Temperaturanstieg aus. Für viele Regionen bedeutet das weiterhin Nachtfrost, kalte Ostwinde und nur langsame Erwärmung.

Historische Parallelen geben Anlass zur Vorsicht

Ein Blick in die Wettergeschichte zeigt: Ähnliche Muster führten bereits mehrfach zu späten Wintereinbrüchen. Der März 2013 brachte Schneestürme bis in den Frühling, der April 2021 schweren Spätfrost mit großen Schäden in der Landwirtschaft. Solche Ereignisse entstehen nicht zufällig, sondern folgen klaren atmosphärischen Mustern. Wenn sich diese Muster wiederholen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Frühling erneut verzögert. Genau das macht aktuelle Signale für Experten so aufmerksamkeitsstark.

Das war es auch Anfang Februar noch lange nicht mit dem Winter: die Kaltluftmassen verstärken sich wieder.
Das war es auch Anfang Februar noch lange nicht mit dem Winter: die Kaltluftmassen verstärken sich wieder.

Was das für Alltag und Natur bedeutet

Ein langer Winter wirkt sich weit über tiefe Temperaturen hinaus aus. Spätfrost gefährdet Obstblüten, verzögert das Pflanzenwachstum und erhöht den Heizbedarf. Auch für den Verkehr bleiben Risiken bestehen, etwa durch Glätte in den Morgenstunden. Gleichzeitig steigt die Unsicherheit, da kurze milde Phasen trügerisch sein können. Der Frühling könnte nur auf Zeit erscheinen, bevor die Kälte zurückschlägt. Diese Wechselhaftigkeit erschwert Planung und verstärkt die Nervosität vieler Branchen.

Warum die nächsten Wochen entscheidend sind

Noch ist nicht endgültig entschieden, wie lange sich dieses Muster hält. Doch die kommenden Wochen gelten als kritisch. Erst wenn sich die Blockaden auflösen und der Jetstream nach Norden verlagert, kann sich nachhaltige Milde durchsetzen. Bis dahin bleibt Europa wettertechnisch im Wartemodus. Der Kalender allein bringt keinen Frühling. Entscheidend ist, ob die Atmosphäre bereit ist, ihr winterliches System wirklich aufzugeben.