Sibirische Kälte Ende Januar! Experte: "Dagegen war der Auftakt eher harmlos -The Beast from the East schlägt zu"

Modelle deuten auf eine außergewöhnliche Kältephase ab Ende Januar. Was jetzt noch mild wirkt, könnte in Dauerfrost und strenge Nächte kippen.
Bis dahin bleibt das Wetter erstaunlich unspektakulär. Milde Luft dominiert, häufig zwischen 2 und 13, lokal 14 Grad, mit wenig Niederschlag. Der Nordosten hält sich kühler, der Südwesten deutlich wärmer.
Ab dem Wochenende setzt eine leichte Abkühlung ein, doch auch in der kommenden Woche „dümpelt“ es unter Hochdruckeinfluss vor sich hin. Tagsüber 0 bis 7, örtlich 8 Grad, nachts leichter Frost. Diese Ruhe ist wichtig, denn sie bildet den Kontrast zur möglichen Zäsur am Monatsende.

Das synoptische Szenario – Ostluft im Anmarsch
Die Wettermodelle bleiben sich treu: In der letzten Januarwoche rückt eine markante Ost- bis Nordostlage näher. Aus Osteuropa könnten kontinentale Kaltluftmassen vorstoßen, trocken, scharf und nachhaltig.
Die berüchtigte „Kältepeitsche“ aus Sibirien wäre dabei kein einzelner Schlag, sondern ein dauerhafter Zustrom. Entscheidend ist eine stabile Blockierung, die milde Atlantikluft fernhält. Gelingt das, wird aus einem Kälteeinbruch eine Kälteperiode.
Temperaturen – Dauerfrost als neue Normalität
Im Erfolgsfall stellt sich Dauerfrost am Tag ein, vielfach leichter bis mäßiger Frost, nachts jedoch -10 bis -20 Grad. Die Kälte wäre trocken, mit viel Strahlungseinfluss und eisigen Nächten. Besonders in Senken und bei Aufklaren drohen strenge Fröste. Eine solche Phase über eine bis zwei Wochen, möglicherweise länger bis in den Februar, wäre so kalt wie seit Jahren nicht. Schnee ist dabei nicht zwingend nötig – gerade schneearme Kälte kann besonders bissig sein.

Zwischentitel: Natur und Gewässer – was friert zu?
Bei anhaltendem Frost reagieren kleine Seen, Teiche und Altarme zuerst: Tragfähiges Eis ist möglich. Flüsse frieren meist nicht flächig zu, doch Rand- und Treibeis kann auftreten, Pegel und Strömung entscheiden. An Küsten sind vereiste Hafenbecken denkbar, offenes Meer friert nicht zu, wohl aber Flachwasserzonen. Böden gefrieren tief, Wasserleitungen in Altbauten und ungeschützten Bereichen werden gefährdet, ebenso Bäume durch Frosttrocknis.
Zwischentitel: Infrastruktur und Energie – Belastungsprobe
Lange Kälte erhöht den Energiebedarf deutlich. Gasspeicher sind technisch auf Frost vorbereitet; kritisch sind weniger die Speicher selbst als Transport, Spitzenlasten und Logistik. Fernwärme, Stromnetze und Bahn stehen unter Stress, Weichen und Oberleitungen reagieren empfindlich. In Städten steigt das Risiko für Glatteis durch Reif, während auf dem Land Wasser- und Abwasseranlagen Schutz brauchen. Frühzeitige Vorsorge entscheidet, ob die Kälte beherrschbar bleibt.
Einordnung – Wahrscheinlichkeit und offene Fragen
So markant die Signale sind: Timing und Dauer bleiben unsicher. Kleine Verschiebungen in der Großwetterlage können Abmilderung oder Verschärfung bringen. Dennoch ist das Kältepotenzial außergewöhnlich und verdient Aufmerksamkeit. Wer plant, sollte jetzt prüfen, vorbereiten und beobachten. Die nächsten Läufe zeigen, ob aus der Andeutung Realität wird. Ante portas steht sie bereits – ob sie einzieht, entscheidet sich bald.