Klimaforscher spricht von "Frühlingswärme" 14°C im Januar – Frühling oder trügerische Ruhe vor dem Winter-Comeback?

Milde Luft, Tauwetter bis in die Berge und kaum Niederschlag. Doch die Wettermodelle senden widersprüchliche Signale für den weiteren Januar.

Über 14 Grad im Südwesten zu Wochenbeginn sind für Ende Januar alles andere als alltäglich. Viele Menschen fragen sich, ob der Frühling verfrüht anklopft oder ob es sich nur um eine kurze Wetterlaune handelt. Tatsächlich gelangen derzeit milde Luftmassen aus Südwesten nach Mitteleuropa.

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Sie sorgen nicht nur in den Niederungen für ungewöhnlich hohe Temperaturen, sondern lassen auch in höheren Lagen die Schneedecke schrumpfen. Tauwetter bis in die Hochlagen ist ein klares Zeichen dafür, wie stark der aktuelle Warmlufteinfluss ist.

Mild, aber nicht überall gleich

Während der Südwesten und Teile der Mitte von zweistelligen Höchstwerten profitieren, zeigt sich der Nordosten deutlich zurückhaltender. Dort liegen die Tageshöchstwerte meist nur bei 2 bis 4 Grad, begleitet von grauem Himmel.

Diese Temperaturunterschiede verdeutlichen, dass wir uns weiterhin im Winter befinden – auch wenn sich das Wetter regional eher nach März anfühlt. Von einer flächendeckenden Frühlingslage kann also keine Rede sein, vielmehr von einer markanten Luftmassengrenze über Deutschland.

Tauwetter mit Folgen

Das anhaltend milde Wetter lässt Schnee und Eis vielerorts verschwinden. Besonders in den Mittelgebirgen und Alpen führt das rasche Abtauen zu steigenden Pegeln kleinerer Flüsse und Bäche. Gleichzeitig trocknen die Böden oberflächlich ab, was angesichts der zuvor sehr nassen ersten Januarhälfte zunächst überraschend wirkt.

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Viel Niederschlag kommt bis Dienstag (20. Januar) nicht vom Himmel. Alles deutet auf mildes Hochdruckwetter hin. Der Schnee taut, neuer kommt nicht hinzu.

Wintersportregionen beobachten die Entwicklung mit Sorge, denn ohne baldige Abkühlung bleibt eine Rückkehr zu stabilen Schneeverhältnissen fraglich.

Große Unsicherheit in den Wettermodellen

Ein Blick auf die Wettermodelle zeigt derzeit ein ungewöhnlich breites Spektrum möglicher Entwicklungen. Einige Rechnungen deuten auf eine eisige Ostlage hin, bei der kalte Kontinentalluft Mitteleuropa erfassen könnte. Andere Szenarien zeigen lediglich eine abgeschwächte Variante, bei der uns die Kaltluft nur streift und die Temperaturen zwar sinken, aber winterlich moderat bleiben. Diese Schwankungen machen eine belastbare Prognose schwierig.

Ein Punkt der Einigkeit: der Niederschlag fehlt

So unterschiedlich die Temperaturprognosen auch ausfallen, in einem Punkt sind sich die Modelle erstaunlich einig: Nennenswerte Niederschläge sind bis Ende Januar kaum in Sicht. Weder ergiebiger Regen noch größere Schneefälle werden derzeit berechnet. Damit zeichnet sich eine eher trockene zweite Januarhälfte ab – ein deutlicher Kontrast zum zuvor wechselhaften und teils sehr nassen Monatsbeginn.

Wann kommt der Winter zurück?

Ob und wann der Winter ein Comeback feiert, bleibt offen. Kurzfristig setzt sich die milde Witterung bis zum kommenden Wochenende fort, regional mit 11 bis 12 Grad. Danach steigt zwar die Wahrscheinlichkeit für kältere Luftmassen, doch deren Durchsetzung ist unsicher. Der Januar könnte somit zwischen vorfrühlingshafter Milde und spätem Winterintermezzo pendeln – mit trockener Grundtendenz und viel Spannung für Wetterbeobachter.