Pazifik kocht über: Super-El-Niño erreicht Rekordkurs, Experte sagt, der Winter könnte eine böse Wendung nehmen

Im Pazifik läuft ein Naturereignis aus dem Ruder: Der El Niño hat die kritische Marke geknackt. Für unseren Winter könnte das eine Wende bringen, mit der kaum jemand rechnet.

Welche Überraschungen hält der Winter 2026/27 für Deutschland bereit?
Welche Überraschungen hält der Winter 2026/27 für Deutschland bereit?

Während bei uns gerade der Spätsommer mit einem Temperatursturz von 15 Grad und mehr verabschiedet wird, spielt sich am anderen Ende der Welt etwas ab, das unseren Winter mitbestimmen kann. Im tropischen Pazifik hat sich der El Niño zu einem echten Kraftpaket entwickelt.

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Die Meeresoberfläche in der entscheidenden Messregion liegt inzwischen mehr als 2 Grad über dem Normalwert. Damit ist offiziell die Schwelle zu einem sehr starken Ereignis erreicht, im Volksmund Super-El-Niño genannt. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.

Der Pazifik heizt sich immer weiter auf

Besonders beunruhigend ist, was unter der Wasseroberfläche passiert. In der Tiefe des östlichen Pazifiks liegen die Temperaturen teils um 10 Grad über dem Durchschnitt. Dieses gewaltige Wärmereservoir drückt nach und nach nach oben und befeuert das Phänomen zusätzlich.

Das warme Pazifikwasser könnte bald ein heftiges El-Niño-Ereignis auslösen.
Das warme Pazifikwasser könnte bald ein heftiges El-Niño-Ereignis auslösen.

Die Prognosen gehen deshalb davon aus, dass der El Niño bis zum Jahresende weiter zulegt. Seinen Höhepunkt dürfte er zwischen November und Januar erreichen. Es ist gut möglich, dass am Ende ein Ereignis steht, wie es seit Beginn der Aufzeichnungen nur ganz selten vorgekommen ist. Die Rekordkandidaten der Vergangenheit, 1997/98 und 2015/16, haben die Welt damals kräftig durcheinandergewirbelt.

Was hat Deutschland mit dem Pazifik zu tun?

Viele denken jetzt: Was geht uns ein warmer Ozean vor Südamerika an? Mehr, als man glaubt. Ein so starker El Niño verändert die Luftströmungen rund um den Globus, er verschiebt den Jetstream und beeinflusst, wie Hoch- und Tiefdruckgebiete über den Atlantik ziehen.

Ehrlicherweise muss man sagen: Bei uns in Europa ist das Signal deutlich schwächer als etwa in Amerika oder Australien. Es gibt keinen Automatismus. Trotzdem zeigt der Blick zurück einige auffällige Muster, die man kennen sollte.

Mildwinter mit Sturm und Dauerregen

Nach dem letzten Super-El-Niño erlebte Deutschland im Dezember 2015 den wärmsten Dezember seit Beginn der Messungen. Von Winter war weit und breit nichts zu sehen, stattdessen blühten mancherorts die Frühlingsblumen. Auch der Winter 1997/98 fiel insgesamt eher mild aus.

Genau in dieses Bild passen die aktuellen Langfristmodelle. Sie rechnen für Dezember und Januar überwiegend mit einem zu milden und nassen Winter. Tief um Tief vom Atlantik, viel Wind, viel Regen, kaum Schnee im Flachland. Für Schneefans keine gute Nachricht.

Der gefährliche Haken im Spätwinter

Doch jetzt kommt die Wendung, über die kaum jemand spricht. Mehrere Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich nach starken El-Niño-Jahren im späten Winter das Blatt wenden kann. Die Westwinde schwächeln, über Skandinavien bauen sich hartnäckige Blockadehochs auf.

Dann kann von Osten plötzlich eisige Polarluft nach Mitteleuropa durchbrechen. Ein milder Winterstart wäre also keine Garantie für einen milden Winter insgesamt. Gerade im Februar und März könnte der Winter zurückschlagen, und zwar dann, wenn viele ihn schon abgehakt haben.

Was das für Sie jetzt bedeutet

Panik ist fehl am Platz, aber ein wacher Blick lohnt sich. Wer auf einen klassischen Schneewinter hofft, sollte die Erwartungen für Dezember lieber dämpfen. Wer dagegen schon mit dem Frühling plant, sollte sich nicht zu früh freuen. Die Winterreifen gehören trotzdem pünktlich aufs Auto.

Fest steht: Dieser El Niño gehört zu den stärksten, die die Wissenschaft je beobachtet hat. Wie stark er unseren Winter tatsächlich prägt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Die nächsten Modellläufe werden spannend, und wir bleiben für Sie dran.