Kasachische Hitzekeule erreicht den Osten – wo und wie lange wirkt der Kasachstan-Backofen in Deutschland?
Die ungewöhnliche russische Mai-Hitze etabliert sich zur anhaltenden Welle und schlägt ihre Wellen weiterhin bis zum Polarkreis. Nächtliche Abkühlung bleibt aus. Der Hitzestress über Osteuropa ist bereits im Mai in vollem Gange. Zwischen Nordkaukasus und Moskau brennt sich die 30-Grad-Grenze über Tage regelrecht fest.

Während über Usbekistan, Kasachstan und bis nach Moskau derzeit bereits verbreitet Temperaturen von mehr als 30 Grad gemessen werden, macht sich der Einfluss dieser ungewöhnlich warmen Kontinentalluft nun auch in Deutschland bemerkbar.
Die über den kontinental geprägten Steppenraum Zentralasiens herangeführte extrem warme Kontinentalluft, mit Ursprung in Arabien sowie aus subtropischer Subsidenz, macht sich im Osten der Republik heute bemerkbar
– obwohl Mitteleuropa weiterhin unter dem Einfluss einer trogdominierten und eher kühlen Wetterlage steht.
Warum der Osten heute plötzlich 22 Grad erreicht
Das klingt zunächst widersprüchlich: Einerseits bestimmt noch immer ein großräumiger Höhentrog mit polar geprägter Luftmasse das Wetter über Deutschland, andererseits steigen die Temperaturen im Osten heute bereits auf frühsommerliche 22 Grad.
Der Schlüssel liegt in der Strömungskonstellation über Osteuropa:
Auf der Vorderseite eines von Westen herannahenden Tiefausläufers wird zunehmend wärmere Festlandsluft aus Südosteuropa und dem westlichen Russland angezapft.
Über Teilen Kasachstans und im Raum Moskau hat sich zuletzt bereits ein regelrechter Wärme-Pool aufgebaut.
Diese trockene Kontinentalluft gelangt mit einer südöstlichen Höhenströmung bis nach Ostdeutschland und kann sich dort bei zeitweiligem Sonnenschein erstaunlich effizient erwärmen.
Zwischen Frühlingswärme und Regenschauern
Im Osten und Südosten zeigt sich das Wetter heute wechselnd bewölkt, teils auch freundlich und meist trocken. Dort sind nochmals 9 bis11 Sonnenstunden möglich.
Ganz anders sieht es dagegen im Westen aus: Hier breiten sich von Frankreich und Benelux her schauerartige Regenfälle aus, die im Tagesverlauf zunehmend konvektiv durchsetzt werden.
Ab den Mittagsstunden entwickeln sich vor allem von den westlichen Landesteilen bis in die Mitte einzelne Gewitter. Auch an den Alpen steigt die Gewitterneigung an.
Lokal sind Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit sowie kleinkörniger Hagel möglich. Mit kräftigeren Schauern treten zudem Windböen bis etwa 60 km/h auf.
Die Temperaturen könnten dabei kaum unterschiedlicher sein: Während im Nordwesten teils nur 13 Grad erreicht werden, sind im Osten örtlich bis zu 22 Grad möglich. In höheren Mittelgebirgslagen und an den Küsten bleibt es ebenfalls spürbar kühler.
Die Atmosphäre bleibt zunächst noch kühl
Meteorologisch bleibt die Grundstruktur der Atmosphäre über Deutschland weiterhin eher spätfrühlingshaft und nicht sommerlich stabil geprägt.
In rund 1500 Metern Höhe bewegen sich die Temperaturen meist nur im Bereich von etwa 3 bis 6 Grad, was auf eine insgesamt noch kühle Höhenluftmasse unter dem Einfluss eines wechselhaften, trogdominierten Regimes hinweist.
So bleibt die Atmosphäre insgesamt labil geschichtet. Durch das Zusammenspiel aus Höhenkaltluft, eingelagerten Hebungsimpulsen und der einströmenden feuchteren Luft im Westen können sich dort weiterhin rasch Schauer und einzelne Gewitter entwickeln, während im Osten vorübergehend stabilere und freundlichere Bedingungen überwiegen.
Im Tagesverlauf breitet sich von Westen her schauerartiger Regen auf die Mitte aus, der am Nachmittag zunehmend in Schauer und einzelne Gewitter übergeht.
Dabei sind im Westen und in der Mitte einzelne Gewitter möglich, lokal mit Starkregen um 10 bis 20 l/qm in kurzer Zeit, kleinkörnigem Hagel sowie Windböen bis etwa 60 km/h (Bft 7). Auch an den Alpen entwickeln sich im Tagesverlauf Schauer und Gewitter mit teils kräftigen Niederschlägen.
In der Nacht regional Starkregen und Nebelgefahr
In der Nacht verlagert sich die Niederschlagszone weiter ostwärts, wobei die Gewitteraktivität nachlässt und die Niederschläge überwiegend wieder als gleichmäßiger Regen fallen.
Die Tiefstwerte reichen je nach Bewölkung von 10 Grad im Nordwesten bis nahe 1 Grad in einigen Mittelgebirgstälern.
In besonders geschützten Tallagen der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge ist sogar leichter Frost bis minus 1 Grad nicht ausgeschlossen.
Dienstag bleibt unbeständig – Osten erneut im Vorteil
Am Dienstag verlagert sich die Tiefdruckrinne langsam weiter ostwärts und wird zunehmend vom Tiefkomplex „Henriette“ mit seinen Teilzentren I, II und III beeinflusst.
Von der Mitte bis in den Osten entwickeln sich im Tagesverlauf erneut Schauer, im Osten auch einzelne kräftigere Gewitter. Lokal besteht dabei erneut Starkregengefahr.
Im Westen verdichten sich die Wolken, später setzt von Frankreich her neuer, teils schauerartig durchsetzter Regen ein. Dazwischen sind zwar zeitweise Auflockerungen und kurze sonnige Abschnitte möglich, insgesamt bleibt die Wetterlage aber wechselhaft, sodass die Temperaturen auf 14 bis 22 Grad steigen.
Regen-Alarm
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) May 18, 2026
️ Lokal bis 20 l/qm in nur 1 Stunde durch Gewitter möglich ️
️ Alpen in der Na Starkregen mit rund 30 l/qm in wenigen Stunden
️ Dazu Hagel, Sturmböen bis 60 km/h und bis Do immer wieder neue Gewitterzellen
Alle Infos
https://t.co/dxKrUw1khu pic.twitter.com/9ydb85La8V
Danach setzt sich langsam wärmere Luft durch
Im weiteren Verlauf der Woche beginnt sich die Großwetterlage allmählich umzustellen. Der langwellige Höhentrog verliert zunehmend an Kraft, während sich von Südwesten her ein Höhenrücken aufbaut. Damit steigen Luftdruck und Temperaturen langsam an.
Am Mittwoch und Donnerstag bleibt es zwar vielerorts wechselhaft mit weiteren Schauern und Gewittern, gleichzeitig wird die Luft aber zunehmend wärmer. Bereits am Donnerstag sind im Südwesten und am Oberrhein Höchstwerte bis 26 Grad möglich.
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