Kälte raus, Wärme rein: Wetter kippt komplett – Azorenhoch bringt Sommerluft, bis 30 Grad und mehr stehen zur Debatte

Winter ade – scheiden tut weh… im deutschen Volkslied klingt das noch etwas wehmütig, doch im aktuellen Wettergeschehen passt eher: endlich vorbei mit der Kälte! Willkommen Somme, Sonnenschein und Hitze!

Atlantiktrog und Frontensysteme bestimmen die Wetterlage – wechselhaft, windig und nur langsam milder werdend.
Atlantiktrog und Frontensysteme bestimmen die Wetterlage – wechselhaft, windig und nur langsam milder werdend.

Nach einer langen Phase mit frischer, teils deutlich zu kühler Witterung und immer wieder grauen, wechselhaften Tagen ist die Kälte nun spürbar auf dem Rückzug. Die Atmosphäre stellt sich um, und die Großwetterlage über Mitteleuropa kippt zunehmend in Richtung milder und freundlicher Bedingungen.

Statt anhaltendem Frösteln setzt sich mehr und mehr ein kräftiger Azorenhochkeil durch, der für stabilere Verhältnisse sorgt. Die Sonne bekommt wieder deutlich mehr Raum, die Luftmassen erwärmen sich Schritt für Schritt, und die Natur reagiert sichtbar auf den Umschwung.

Richtung Pfingsten: Warmluft auf dem Vormarsch

Dann gibt es außerdem noch ein höchst interessantes Zusammenspiel zwischen diesem Azorenhochkeil und einem Atlantiktrog weiter westlich auf dem Atlantik. Während sich das Hochdruckgebiet zunehmend nach Mitteleuropa ausdehnt und für ruhigeres Wetter sorgt, verstärkt der Trog auf seiner Vorderseite die südliche bis südwestliche Strömung und damit die Zufuhr sehr warmer bis heißer Luftmassen aus subtropischen Regionen.

Genau diese Konstellation ist entscheidend für die mögliche Entwicklung hin zu einer frühsommerlichen bis sogar hochsommerlich anmutenden Wetterphase rund um Pfingsten.

Sehr verdrießlich: Atlantiktrog bringt noch einmal wechselhaftes Wetter

Zum Wochenstart bleibt das Wetter noch unter dem Einfluss eines neuen Atlantiktroges, der in Richtung Nordsee schwenkt. Deutschland liegt dabei vorübergehend in einer (nord-)westlichen Höhenströmung. Mit einer heranziehenden Front eines Islandtiefs gelangt weiterhin feuchte und relativ kühle Meeresluft in den Vorhersageraum.

Es bleibt wechselhaft mit zeitweiligen schauerartigen Regenfällen, regional auch kurzen Gewittern. Besonders im Westen und Norden treten häufiger Niederschläge auf, während der Osten und Südosten zeitweise etwas trockener bleiben.

Die Gewitter bleiben meist kurzlebig und eher schwach organisiert, lokal sind aber kräftige Schauer, einzelne Böen und etwas kleiner Hagel möglich.

Die Temperaturen steigen nur langsam an. In etwa 1500 Metern Höhe liegen die Werte bei rund +3 bis +5 Grad, am Boden werden meist 15 bis 21 Grad erreicht. Dazu weht ein mäßiger Westwind, an den Küsten zeitweise frischer.

Dienstag: Erste mildere Luft setzt sich- bleibt aber störanfällig

Am Dienstag zieht sich der vorherige Trog allmählich zurück, während von Westen her bereits der nächste Randtrog Richtung Britische Inseln und Nordsee vorankommt. Die Westströmung bleibt zunächst erhalten, allerdings setzt sich langsam mildere Atlantikluft durch.

Das Wetter bleibt insgesamt wechselhaft mit weiteren Schauern und zeitweiligen Regenfällen, zwischendurch sind aber auch freundlichere Abschnitte möglich. Einzelne Gewitter können sich vor allem am Nachmittag entwickeln und lokal Starkregen oder kräftige Böen bringen, eine flächige Schwergewitterlage ist jedoch nicht zu erwarten.

Die Temperaturen steigen nur langsam weiter an. In 1500 Metern liegen die Werte zwischen etwa +4 Grad im Norden und +6 Grad im Süden, am Boden werden meist 18 bis 24 Grad erreicht, im Südwesten lokal auch etwas mehr.

Warmluft auf dem Vormarsch

Richtung Pfingsten deutet sich nach aktuellen Modellrechnungen eine ausgeprägte Warmluftzufuhr an. Dabei steigen die Temperaturen verbreitet auf frühsommerliche Werte zwischen 24 und 28 Grad.

Unter günstigen Bedingungen sind regional sogar 30 Grad und mehr möglich. Das ist ein klarer Wechsel in eine warme, fast schon hochsommerlich anmutende Wetterphase.

Atlantik vs. Azorenhoch – das Wetterduell entscheidet alles

Die Ursache liegt im Zusammenspiel von Hochdruck über Mitteleuropa und tiefem Luftdruck über dem Atlantik. Diese Konstellation bringt auf der Vorderseite sehr warme Luft aus südlichen Breiten nach Deutschland.

Unterm Strich gilt: Die lange Phase der Kühle ist durchbrochen, die Weichen stehen auf deutlich wärmer. Statt „Winter ade – scheiden tut weh“ heißt es diesmal eher: Kälte ade – willkommen Sommerwärme.

Aber oh weh! Der nächste Wettersturz ist bereits in den Modellen nach Pfingsten zu erkennen...

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