Es muss nicht immer Machu Picchu sein: Diese Überraschungen zwischen Wüste, Anden und Nebelwald werden Sie begeistern
Peru besitzt ein gewaltiges historisches Erbe, das Jahrtausende zurückreicht - sogar vor das Reich der Inka. Fünf verborgene archäologische Schätze zeugen von den faszinierenden Zivilisationen des Andenstaats.

Lange vor dem Aufstieg der Inka blühten in der Gegend hochentwickelte Kulturen, die ihre eigenen architektonischen Spuren hinterließen. Über Jahrtausende entstanden beeindruckende Bauten, von der ältesten Stadt Amerikas bis zu zeremoniellen Zentren in den Anden.
Festung über dem Nebelwald
Hoch oben im Nebelwald des Nordens in der Region Amazonas thront die Festung Kuélap, oft eingehüllt in Wolken. Die monumentale Anlage der Chachapoya-Kultur, die hier in den Jahren 800 bis 1470 nach Christus lebte, ist von bis zu 20 Meter hohen Mauern umgeben. Sie bilden ein Verteidigungssystem, das eher an mittelalterliche Burgen erinnert als an präkolumbianische Siedlungen.
Im Inneren verbergen sich über 400 kreisrunde Gebäude, viele davon mit ornamentalen Steinfriesen. Zwar führt heute eine Seilbahn in die Nähe der Anlage, doch Kuélap hat seine geheimnisumwehte Atmosphäre bewahrt.
Menschenleere Inka-Zitadelle
Schwieriger zu erreichen ist Choquequirao, eine weitere eindrucksvolle archäologische Stätte in der Region Cusco. Nur ein kleiner Teil der weitläufigen Anlage ist bislang freigelegt. Berühmt sind die Terrassen mit eingearbeiteten Steinreliefs von Lamas.
Wer den mehrtägigen Treck auf sich nimmt, wird mit einer nahezu menschenleeren Inka-Zitadelle belohnt, in der sich die Dimensionen des Inkareichs eindrucksvoll nachvollziehen lassen.
Eine mehr als 3000 Jahre alte Licht- und Klang-Show
Noch weiter zurück reicht die Geschichte von Chavín de Huántar in der Region Áncash. Die über 3000 Jahre alte Zeremonienstätte gilt als eines der frühesten kulturellen Zentren der Anden. Faszinierend ist das ausgeklügelte System unterirdischer Gänge, das vermutlich für rituelle Inszenierungen genutzt wurde.
Archäologen gehen davon aus, dass hier mit Licht, Schatten und Klang gearbeitet wurde, um Besucher zu beeindrucken: etwa durch dröhnendes Wasser, das durch versteckte Kanäle geleitet wurde. Im Zentrum steht der „Lanzón“, eine bis zu fünf Meter hohe Monolith-Skulptur im Inneren des Tempels.
Die älteste Stadt Amerikas
Als älteste Stadt Amerikas gilt Caral an der trockenen Küste, vier Autostunden von der Hauptstadt Lima entfernt. Bereits vor mehr als 5.000 Jahren entstand hier ganz ohne Keramik und Metallwerkzeuge eine komplexe urbane Struktur von bemerkenswerter Präzision.
Auffällig sind die abgesenkten Rundplätze, die vermutlich für Zeremonien genutzt wurden und bis heute eine besondere Akustik aufweisen. Caral liegt inmitten einer kargen Wüstenlandschaft. Sie bildet einen starken Kontrast zur ausgeklügelten Stadtplanung, die vom Weitblick dieser frühen Zivilisation zeugt.
2000 Jahre alte Wandmalereien
Ein eindrucksvolles Beispiel präkolumbianischer Baukunst findet sich im archäologischen Komplex El Brujo in der Region Lambayeque im Norden Perus. Bekannt ist die Anlage für ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Wandmalereien, deren Rot-, Gelb- und Blautöne auch nach Jahrhunderten noch kräftig leuchten. Sie zeigen Szenen aus Mythologie und Machtstrukturen der Moche-Kultur aus den Jahren 200 bis 850 nach Christus.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt El Brujo durch den Fund der „Señora de Cao“, einer weiblichen Herrscherfigur. Sie deutet darauf hin, dass Machtstrukturen in der Moche-Gesellschaft differenzierter waren als angenommen.
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