Pfingsten knallt: Bis 27 Grad – aber Hagel-Hammer und Sturm drohen
Zu Pfingsten meldet sich der Sommer zurück, doch in der warmen Luft brodelt es. Ein Wetterexperte warnt vor heftigen Gewittern mit Hagel, Sturzfluten und Sturmböen über Deutschland.

Wer den nass-kalten Eisheiligen-Monat satt hat, darf langsam wieder Hoffnung schöpfen. Bis zu den Pfingstfeiertagen am 24. und 25. Mai steigen die Temperaturen quer durch Deutschland deutlich an.
Aus dem Süden und Südwesten schiebt sich feucht-warme Luft subtropischen Ursprungs zu uns – und mit jedem Tag wird es eine Schippe wärmer. Schon ab Mittwoch geht es spürbar nach oben.
Bis zu 27 Grad am Pfingstsonntag
Die Berechnungen des europäischen Wettermodells (ECMWF) zeigen für den Pfingstsonntag verbreitet Höchstwerte von 22 bis 26 Grad, im Westen und Südwesten örtlich auch 27 Grad.

Am Niederrhein, im Oberrheingraben und an der Mosel könnte sogar die 28-Grad-Marke geknackt werden. Damit liegt das Temperaturniveau gut 3 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittel. Frühsommer – fast schon Sommer.
Hochdruck mit eingebautem Sprengsatz
Doch wer jetzt mit stabilem Sonnenschein rechnet, liegt falsch. Über Mitteleuropa baut sich zwar ein Blockadehoch auf, in das sich jedoch ein Höhentief einlagert.
Dieses kleine Kaltluftgebilde in der Höhe wabert quasistationär über Deutschland und sorgt dafür, dass die Atmosphäre an Pfingsten extrem labil wird. „Wir haben warme Luft am Boden, eiskalte Luft in der Höhe – das ist der klassische Sprengsatz", erklärt ein Wetterexperte von wetter.net.
Wärmegewitter mit Wucht
In dieser hochgradig labilen Luftmasse können die Gewitter zu Pfingsten richtig knallen. Möglich sind dann Hagel mit Korngrößen bis 5 Zentimeter, Starkregen von 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Sturm- bis Orkanböen um 100 km/h in organisierten Gewitterzellen.
Auch einzelne Superzellen sind nicht ausgeschlossen – also rotierende Gewitter, die das gesamte Schadensspektrum bis hin zu Tornados bringen können.
Süden und Mitte besonders im Visier
Der Schwerpunkt der Unwetter liegt nach aktuellem Stand über Süd- und Mitteldeutschland. Hier wird die warme Luft am stärksten aufgeheizt, hier ist auch die Feuchteanlieferung aus dem Mittelmeerraum am höchsten.
Besonders Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz müssen mit kräftigen Gewittern rechnen. Auch im Norden sind einzelne Zellen möglich – die Atmosphäre ist quasi überall geladen.
Bleibt der Sommer nach Pfingsten?
Die spannende Frage: Wie geht es nach den Pfingstfeiertagen weiter? Die Kontrollläufe deuten an, dass das Hoch zunächst die Stellung hält, das Höhentief sich aber langsam abschwächt.
Heißt: Die Gewitterneigung lässt zur neuen Woche etwas nach, die warmen Temperaturen bleiben aber. Erst ab Ende Mai könnte aus Nordwesten wieder kühlere Luft anrücken. Bis dahin gilt: Sonnencreme bereitlegen – aber den Blick am Himmel behalten.
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