Wetter-Experte warnt: „Polarluft im Anmarsch!" Nach Eisheiligen-Frost droht jetzt die Schafskälte

Die Eisheiligen haben Deutschland frostig getroffen! Pfingsten lockt zwar mit Sommer-Comeback und Gewittern – doch dann steht schon die nächste Kältekeule vor der Tür: die Schafskälte 2026.
Mama mia, was waren das für Eisheilige! Bibbernde Nächte, klamme Tage, Bodenfrost bis in tiefe Lagen und sogar nasse Schneeflocken in den Mittelgebirgen oberhalb von 500 Metern.
Mitte Mai fühlte sich an wie Anfang April. Wer seine Geranien zu früh aus dem Winterquartier geholt hatte, schaute am Morgen ziemlich blass auf den Balkon. Doch jetzt ist die große Frage: War's das mit der Kälte – oder kommt da noch was?
Pfingsten dreht den Sommer-Schalter
Die gute Nachricht zuerst: Pfingsten wird richtig sommerlich. Aus dem Mittelmeerraum strömt subtropische Warmluft nach Deutschland, die Temperaturen klettern verbreitet auf 24 bis 28 Grad, im Südwesten und Rheintal sogar darüber. Grillen, Biergarten, Pfingstausflug – alles drin.

ABER: Mit der Wärme kommt auch die Gewitter-Gefahr. Schon ab Pfingstsonntag rechnen die Modelle mit lokal heftigen Gewittern, dazu Starkregen, Hagel und Sturmböen. Wer raus will, sollte die Wetter-App griffbereit haben.
Schafskälte – die fiese Verwandte der Eisheiligen
Und dann taucht sie am Horizont auf: die Schafskälte. Sie ist eine sogenannte meteorologische Singularität und tritt statistisch zwischen dem 4. und 20. Juni auf, das Häufigkeitsmaximum liegt um den 11. Juni. Was passiert dabei? Über Nordeuropa entsteht ein Tiefdruckgebiet, auf dessen Rückseite polare Kaltluft auf dem direkten Weg nach Mitteleuropa gepumpt wird.
Innerhalb weniger Stunden können die Temperaturen um 6 bis 9 Grad einbrechen, im Bergland ist sogar Frost in Bodennähe möglich. Den Namen hat sie übrigens von den Schafen, die früher um diese Zeit bereits geschoren waren und denen der Kältesturz lebensgefährlich werden konnte.
Wie heftig wird die Schafskälte 2026?
Jetzt die zentrale Frage: Wird die Schafskälte 2026 ähnlich brutal wie die diesjährigen Eisheiligen? Aktuell sagen die großen Wettermodelle eher: Nein. Für die erste Junidekade liegen die Wahrscheinlichkeiten für ein zu kühles, normales oder zu warmes Temperaturmittel mit jeweils rund einem Drittel nahezu gleich verteilt.
Für die zweite Junidekade zeigt sich sogar ein leicht überdurchschnittliches Temperatursignal über Mitteleuropa. Ein paar kühle Tage mit Nordwestwind und Schauern – ja. Ein eisiger Schock wie bei den Eisheiligen – aktuell nicht in Sicht.
Klimawandel macht die Schafskälte zur Seltenheit
Auch interessant: Die Schafskälte tritt heute deutlich seltener auf als früher. Zwischen 1921 und 1990 lag die Eintrittswahrscheinlichkeit noch bei rund 73 Prozent. In den letzten 30 Jahren ist dieser Wert auf etwa 33 Prozent abgesackt.
Heißt: Nur noch in jedem dritten Jahr kommt sie überhaupt klassisch durch. Die Klimaerwärmung verschiebt die Großwetterlagen, der Polarwirbel ist im Juni meist schon zu schwach für eine richtig saftige Kaltluftattacke.
Fazit: Schnee gibt's keinen mehr – aber Vorsicht beim T-Shirt
Schnee im Flachland? Im Juni komplett ausgeschlossen. In den Alpen oberhalb von 1500 Metern statistisch noch möglich, 2026 aber nicht das wahrscheinlichste Szenario.
Mein Tipp aus Erfahrung: Den dicken Pulli noch nicht ins hinterste Eck des Kleiderschranks räumen. Ein paar frische Tage mit Nordwind sind im Juni eigentlich Standard. Aber: Vor einer zweiten Eisheiligen-Welle müsst ihr euch in diesem Jahr nicht fürchten.
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