Meteorologe warnt: Gewitter, Sturzfluten, Blitzschlag: Gefährliches Wetter an Christi Himmelfahrt

Dunkle Wolken, krachende Gewitter und nasskaltes Schmuddelwetter: An Christi Himmelfahrt müssen sich Millionen Bollerwagen-Truppen warm anziehen. Drohen sogar lokale Unwetter mit Blitzschlag und Sturzfluten? Ein Wetterexperte erklärt jetzt die brisante Lage.

Erst wurde es richtig warm, jetzt knallt der Hammer rein: Pünktlich zu Christi Himmelfahrt dreht sich ein kräftiger Höhentrog direkt über Mitteleuropa ein. Der Kern parkt am Donnerstag über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern – und schaufelt feuchtkalte Luftmassen mit voller Wucht ins Land.

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Die Folge: nasses, böig-windiges und teils richtig unangenehmes Wetter. Wer fest mit Bollerwagen-Tour und kühlem Bier in der prallen Sonne gerechnet hat, muss seine Pläne notgedrungen umschmeißen.

Eisheilige zeigen pünktlich die kalte Schulter

Die Temperaturen krachen regelrecht in den Keller. Statt frühsommerlicher 25 Grad wie noch vor wenigen Tagen sind am Donnerstag verbreitet nur 10 bis 14 Grad drin. Im Dauerregen rutschen die Werte örtlich sogar auf 7 oder 8 Grad ab – das fühlt sich glatt wie März an.

Das Wetter an Christi Himmelfahrt wird nicht nur kühl, sondern auch nass.
Das Wetter an Christi Himmelfahrt wird nicht nur kühl, sondern auch nass.

Die Eisheiligen, die um Pankratius, Servatius und Bonifatius herum traditionell für Kälterückfälle stehen, liefern in diesem Jahr eine fast lehrbuchmäßige Vorstellung ab. Die Polarluft drückt von Norden durch und mischt unsere Atmosphäre kräftig durch. Ein klassischer Kaltlufttrog – mit voller Konsequenz für die Vatertagspläne.

Gewitter, Blitze, Hagel – die unterschätzte Gefahr

Und jetzt wird's heikel: In der labil geschichteten Luftmasse können sich am Nachmittag und Abend einzelne kräftige Schauer und Gewitter ausbilden. Das Risiko für lokale Gewitter liegt nach den aktuellen Modellläufen bei rund 60 bis 70 Prozent.

Vor allem im Streifen zwischen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen ist die Atmosphäre besonders angefacht. Mit dabei: kleinkörniger Hagel, kurze Sturzfluten und Blitzschlag. Wer im offenen Gelände unterwegs ist, sollte das ernst nehmen – ein Gewitter draußen auf der Wiese ist kein Spaß.

Wind frischt böig auf – Astbruch-Gefahr

Dazu kommt ein lebhafter Südwestwind mit Böen zwischen 45 und 65 km/h. Über exponierten Lagen, etwa im Bergland oder an der Küste, sind sogar Spitzen über 80 km/h möglich. Lose Gartenmöbel, Sonnenschirme und Pavillons sollten gesichert werden – sonst fliegen die Dinger durch die Gegend.

Auch im Wald wird's bei diesen Geschwindigkeiten ungemütlich. Mein Tipp: Spaziergänge unter alten, geschwächten Bäumen heute lieber sein lassen. Astbruch ist bei solchen Lagen kein Einzelfall.

Sturzfluten möglich – aber nicht überall

Lokale Regensummen können sich gewaschen haben: In einzelnen Gewitterzellen sind innerhalb kurzer Zeit 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter möglich, in Einzelfällen sogar deutlich mehr. Kleine Bäche und Senken können dann blitzschnell überlaufen, Straßenunterführungen volllaufen und Keller absaufen. Eine flächendeckende Hochwasserlage erwarte ich nicht – aber wer Pech hat, sitzt im falschen Moment am falschen Ort.

Die Höchstwerte sind an Christi Himmelfahrt recht bescheiden.
Die Höchstwerte sind an Christi Himmelfahrt recht bescheiden.

Besonders heimtückisch sind die schnellen Wetterumschwünge: Eben noch Sonne, fünf Minuten später schüttet es aus Eimern.

Mein Fazit für den Vatertag

Lebensgefährlich wird's für die Mehrheit der Bollerwagen-Crews zum Glück nicht – aber ungemütlich definitiv. Wer rausgeht, packt Regenjacke, festes Schuhwerk und Wechselsachen ein. Wenn ein Gewitter aufzieht: rein ins Auto oder ins nächste feste Gebäude, keine Bäume, keine Schutzhütten aus Metall.

Am Freitag und Samstag bleibt der Trog erhalten – der echte Frühsommer kommt erst zu Pfingsten zurück. Lieber heute drinnen ein kühles Bier zischen, als unter Bäumen Schutz zu suchen.

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