„Das bereitet mir Sorgen": Wetterforscher warnt vor Extremwetter – heute Superzellen und Tornado-Gefahr im Südosten

Gestern noch bis zu 34 Grad – heute der Absturz. Am Nachmittag prallt eine Kaltfront auf die Hitze. Es drohen Extremwetter, Superzellen, Sturzfluten und sogar Tornados.

Guten Morgen – und schnallen Sie sich an. Gestern zeigte sich der Sommer noch einmal von seiner schönsten Seite, mit bis zu 34 Grad und viel Sonne. Doch dieser Freitag hat es in sich.

Sei einer der Ersten, der die neuesten Wetter-Updates erhält, indem Du unserem neuen WhatsApp-Kanal beitrittst. Folge uns und schalte die Benachrichtigungen ein.

Denn heute kippt die Lage schlagartig. Von Westen rollt eine Kaltfront heran und prallt im Tagesverlauf auf die aufgeheizte, schwüle Luft. „Das bereitet mir Sorgen", bringt es ein erfahrener Meteorologe auf den Punkt. Schon jetzt ist von einem regelrechten Höhepunkt der Unwetterlage die Rede.

Heute Nachmittag wird es brenzlig

In der zurückliegenden Nacht sind bereits erste kräftige Gewitter von West nach Ost über das Land gezogen. Der ganz große Knall aber steht erst noch bevor – und zwar heute Nachmittag und am Abend.

Am Freitag zieht eine mächtige Gewitterfront über Süddeutschland hinweg. Besonders im Südosten kann sie schadensträchtig sein.
Am Freitag zieht eine mächtige Gewitterfront über Süddeutschland hinweg. Besonders im Südosten kann sie schadensträchtig sein.

Vor allem über dem Südosten dürfte sich die Atmosphäre dann regelrecht entladen. Dort klettern die Temperaturen tagsüber noch einmal auf bis zu 31 Grad. Diese Extra-Hitze wirkt wie Benzin, das man in ein loderndes Feuer kippt – und macht die Gewitter am Nachmittag umso gefährlicher.

Superzellen und Tornados: Was die Forscher alarmiert

Der Grund für die Alarmstimmung liegt hoch oben in der Atmosphäre. Dort ballen sich enorme Energie und eine kräftige Windscherung zusammen. Zusätzlich drehen die Winde schon in den unteren Luftschichten – die Fachleute sprechen von hohen Rotationswerten.

Genau das ist der ideale Nährboden für Superzellen, die gefährlichste Gewitterart überhaupt. Und wenn diese gewaltigen Türme erst ins Rotieren geraten, ist die letzte Eskalationsstufe nicht mehr weit: Einzelne Tornados sind dann nicht mehr auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering – aber sie ist real, und das reicht, um heute höchste Aufmerksamkeit zu fordern.

Nicht nur Bayern: Hier drohen ebenfalls Unwetter

Ein gefährlicher Trugschluss wäre es, heute nur den tiefen Süden im Blick zu haben. Mit der Front zieht die Gefahr im Laufe des Tages weiter nach Nordosten: Von Franken über Thüringen und Sachsen bis nach Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kann es am Nachmittag und Abend heftig krachen.

In der Nacht auf Samstag liegt der Schwerpunkt im Südosten von Deutschland.
In der Nacht auf Samstag liegt der Schwerpunkt im Südosten von Deutschland.

Rund um die Alpen und in Niederbayern setzt sich der Regen dagegen fest und dürfte bis in die Nacht zum Samstag anhalten. Selbst im Nordwesten ist das Risiko leicht erhöht. Nur ein schmaler Streifen quer durch die Mitte des Landes kommt heute einigermaßen glimpflich davon.

Diese Gefahr unterschätzen die meisten

So sehr die Tornado-Schlagzeile gerade die Runde macht – die größte Gefahr ist heute eine ganz andere: der Starkregen. Örtlich prasseln in kürzester Zeit 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter herunter. Straßen werden dann zu reißenden Bächen, Keller und Unterführungen laufen binnen Minuten voll.

Dazu kommen Hagelkörner um drei Zentimeter Durchmesser und schwere Sturm- bis Orkanböen um die 100 Kilometer pro Stunde. Diese Kombination kann in wenigen Minuten für ein Bild der Verwüstung sorgen – vom abgedeckten Dach bis zum überfluteten Ortskern. Wer die Lage heute unterschätzt, spielt mit dem Feuer.

So kommen Sie sicher durch den Tag

Wenn Sie heute im Süden oder Osten unterwegs sind, behalten Sie den Himmel und die Warn-Apps besonders am Nachmittag und Abend genau im Blick. Ziehen dunkle Wolken heran, gilt: rasch ins Gebäude, weg von einzelnen Bäumen, das Auto sicher und nicht unter Ästen parken.

Vorbei ist der Spuk am Abend längst nicht. Der morgige Samstag bringt zwar eine kurze Atempause, doch schon am Sonntag zieht südlich der Donau die Gewittergefahr wieder spürbar an. Der Spätsommer 2026 bleibt ein echter Wackelkandidat – und die Sorge der Wetterforscher dürfte so schnell nicht verschwinden.