Nach der Sonnenfinsternis: Morgen früh folgt die Mondfinsternis – verderben Gewitter den Blick auf das Himmelsspektakel?

Nach der Sonnenfinsternis wartet morgen früh das nächste Himmelsschauspiel: Fast der gesamte Mond gerät in den Erdschatten. Doch Gewitterwolken bedrohen die Aussicht. Wo lohnt sich das Aufstehen trotz der Unwetterlage?

Freier Blick oder Wolkenfrust? Kurz vor dem Maximum der Mondfinsternis zählt jede Lücke am Himmel. Die GFS-Prognose für Freitagmorgen um 6 Uhr zeigt Bewölkung und Niederschlag – und damit, wo das Himmelsschauspiel hinter Wolken verschwinden könnte.
Freier Blick oder Wolkenfrust? Kurz vor dem Maximum der Mondfinsternis zählt jede Lücke am Himmel. Die GFS-Prognose für Freitagmorgen um 6 Uhr zeigt Bewölkung und Niederschlag – und damit, wo das Himmelsschauspiel hinter Wolken verschwinden könnte.

Der Wecker klingelt, draußen ist es noch dunkel: Wer am Freitagmorgen nach dem Mond schaut, könnte einen ungewöhnlichen Anblick erleben. Am 28. August taucht unser Begleiter fast vollständig in den Erdschatten ein. Doch während oben ein berechenbares Himmelsschauspiel abläuft, wird die Wetterlage darunter ungemütlich und zum Teil auch unberechenbar gefährlich. Gewitter, Regen und dichte Wolken könnten vielen Frühaufstehern die Aussicht nehmen. Wo lohnt sich der Blick trotzdem?

Fast völlig verfinstert – aber kein totaler Schattenmond

Nach Angaben des Hauses der Astronomie und der Vereinigung der Sternfreunde beginnt die deutlich sichtbare Phase gegen 4:33 Uhr MESZ.

Das Maximum folgt um 6:13 Uhr. Die NASA beziffert die dann überschattete Fläche der Mondscheibe auf 96,3 Prozent.

Trotzdem bleibt die Finsternis partiell: Ein schmaler Bereich wird weiterhin direkt von der Sonne beleuchtet. Ein kupferfarbener Schimmer im dunklen Teil ist möglich. Eine Schutzbrille braucht ihr nicht.

Ausgerechnet im Westen droht die Wolkenenttäuschung

Entscheidend ist freie Sicht zum Südwesthorizont:

  • Der Mond steht zunehmend tiefer, während die Morgendämmerung seinen Kontrast schwächt.
  • Im Osten Deutschlands ist er beim Maximum teilweise bereits untergegangen.
  • Weiter westlich bleibt astronomisch mehr Beobachtungszeit.

Der astronomische Standortvorteil könnte im Westen allerdings wenig helfen: Wer dort vor Sonnenaufgang nach dem Mond sucht, blickt vielerorts auf dichte Regen- und Gewitterwolken. Während der Nacht erfassen diese auch die mittleren Landesteile und erreichen Teile Sachsen-Anhalts und Mecklenburgs. Besonders im Nordwesten lässt länger anhaltender Regen wenig Hoffnung auf einen ungestörten Blick zum Himmel.

Das ECMWF-Modell lässt im Osten und in Teilen Bayerns auf Wolkenlücken hoffen – doch dort steht der verfinsterte Mond bereits tief am Horizont und entzieht sich bald den Blicken.
Das ECMWF-Modell lässt im Osten und in Teilen Bayerns auf Wolkenlücken hoffen – doch dort steht der verfinsterte Mond bereits tief am Horizont und entzieht sich bald den Blicken.

Wo Frühaufsteher auf Wolkenlücken hoffen dürfen

Das europäische Wettermodell ECMWF deutet im Osten und in Teilen Bayerns Wolkenlücken an. Doch dort läuft die Zeit gegen die Beobachter, denn der verfinsterte Mond sinkt dem Horizont entgegen, während der Morgenhimmel immer heller wird.

Wie eng das Beobachtungsfenster ist, zeigt Bad Birnbach im Landkreis Rottal-Inn:

Die partielle Finsternis beginnt gegen 4:33 Uhr. Unter günstigen Wetterbedingungen reicht das rechnerisch gute Sichtfenster bis etwa 5:46 Uhr, bei einer angegebenen Bedeckung von 87,5 Prozent. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Mond dann sofort verschwindet: Sein Untergang folgt erst gegen 6:25 Uhr. Dämmerung, Horizontdunst und Hindernisse können die Beobachtung schon vorher erschweren. Alle Zeiten gelten in MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit).

Zusätzlich könnten örtlicher Frühnebel in windgeschützten Senken oder Dunst den Blick trüben. Im Nordwesten lassen dagegen dichte Regen- und Gewitterwolken wenig Hoffnung auf das Himmelsschauspiel.

Prüft vor dem Aufbruch die Warnlage: Bei Gewittern sind offene Aussichtspunkte gefährlich – bleibt dann im Schutz eines festen Gebäudes.

Unter dem Himmelsschauspiel wächst die Unwettergefahr

Bereits am Donnerstagabend drohen im Westen örtlich Gewitter mit etwa 20 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde. Kleinräumig sind rund 30 Liter in kurzer Zeit, größerer Hagel und schwere Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde möglich. Feuchtwarme Luft, aufsteigende Luftbewegungen und zunehmende Windscherung schaffen Bedingungen für organisierte Gewitter, auch Superzellen.

Nach dem Schattenspiel droht ein gefährlicher Wettertag

Wenn der Mond längst untergegangen ist, bleibt der Himmel im Mittelpunkt – nun wegen drohender Unwetter. Während sich die Hitze in der Östlichen Donau- und Naabniederung mit bis zu 32 Grad hält, werden andernorts 22 bis 29 Grad erreicht.

Besonders brisant wird es dort, wo energiereiche Luft und starke Windscherung zusammenkommen: In Baden-Württemberg können schon vor dem Mittag schwere Gewitter entstehen, später rückt Bayern stärker in den Fokus.

Im Südosten drohen örtlich Hagelschäden und zerstörerische Orkanböen mit 100 bis über 120 Kilometern pro Stunde.

Gleichzeitig entwickelt sich im Nordwesten eine weitere Gewitterzone.

In beiden Schwerpunktregionen könnten einzelne Zellen rotieren; auch vereinzelte Tornados lassen sich nicht ausschließen.

Das Wochenende bringt Lichtblicke, aber kein stabiles Sommerhoch

Samstag beruhigt sich die Gewitterlage. Bei 21 bis 27 Grad bleibt es im Nordwesten regnerischer, Süden und Osten bekommen häufiger Sonne. Sonntag sind bis 28 Grad möglich, bevor nachts neuer Regen folgt. Auch die kommende Woche bleibt überwiegend wechselhaft. Die Temperaturen liegen meist zwischen 19 und 26 Grad.

Artikelreferenz

Haus der Astronomie. (18. AUGUST 2026). Partielle Mondfinsternis für Frühaufsteher*innen am 28. August 2026.
NASA. (Friday, August 21, 2026). August 27-28, 2026 Deep Partial Lunar Eclipse.
Vereinigung der Sternfreunde e.V.. (19. August 2026). Partielle Mondfinsternis in den frühen Morgenstunden des 28. August 2026.