„Mir wird angst und bange!" Wetter-Experte schlägt Alarm – Superzellen und Tornado-Gefahr rollen auf Deutschland zu

Ein Meteorologe ist entsetzt: Ab heute Abend droht eine gefährliche Unwetterfront. Orkanböen bis 120 km/h, Hagel und Starkregen. Am Freitag droht im Süden das ganz große Chaos.
Die ruhigen Spätsommertage sind vorbei – und zwar so richtig. Der Hochdruckeinfluss aus Skandinavien, der uns zuletzt trockene Luft beschert hat, bricht in sich zusammen. Von West- und Südwesteuropa schiebt sich ein kräftiges Tiefdrucksystem heran und greift bis nach Westdeutschland aus. Wetter-Experte Johannes Habermehl ist alarmiert: „So eine explosive Zutatenliste sieht man selten."
Damit dreht die Strömung auf Südwest – und genau das ist der Zündstoff: Immer feuchtere, wärmere und vor allem hochgradig labile Luftmassen strömen zu uns. „Das ist der klassische Aufbau für eine Unwetterlage der übelsten Sorte", warnt der Meteorologe sichtlich aufgewühlt.
„Es geht sofort zur Sache" – erste Blitze schon heute Abend
Den Auftakt macht der äußerste Westen. Ab heute Abend entladen sich dort die ersten starken Gewitter – und die haben es sofort in sich. Erwartet werden Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter in nur einer Stunde, Sturmböen um 85 km/h und kleinkörniger Hagel.
Ganz kleinräumig kann es sogar noch heftiger kommen: heftiger Starkregen um 30 Liter, schwere Sturmböen um 100 km/h und größerer Hagel. „Da möchte ich niemanden ungeschützt draußen wissen", sagt Habermehl kopfschüttelnd. In der Nacht breitet sich das Ganze über Südwesten, Westen und später den Nordwesten aus – in der zweiten Nachthälfte erreicht es die Mitte Deutschlands.
Nordsee und Ostsee: Der Wind legt los
Aber nicht nur die Gewitter machen Ärger. Schon heute im Tagesverlauf frischt der Wind an den Küsten kräftig auf. An exponierten Abschnitten der westlichen Ostsee, im nördlichen Schleswig-Holstein und auf den Nordfriesischen Inseln pfeifen steife bis stürmische Böen zwischen 50 und 65 km/h aus Ost.

Wer an der Küste unterwegs ist, sollte sich warm anziehen – im wahrsten Sinne. Für ungesicherte Gegenstände, Strandzelte und Sonnenschirme wird es ungemütlich. Doch das ist nur das Vorspiel für den eigentlichen Kracher.
Freitag: „Da wird mir angst und bange"
Am Freitag dreht die Lage komplett auf. Schon ab dem Vormittag braut sich über Baden-Württemberg die ganz große Gefahr zusammen, im Verlauf zieht die Unwetterzone weiter nach Bayern. Hier herrscht hohe Unwettergefahr durch schwere Gewitter mit sintflutartigem Regen, Hagel und schweren Sturm- bis Orkanböen.
Wir reden von Windspitzen zwischen 100 und über 120 km/h, also Windstärke 10 bis 12! „Ehrlich gesagt bin ich fassungslos, wie brutal die Modelle das rechnen", so der Experte. Bei dieser Mischung aus Feuchte, Labilität und Windscherung sind rotierende Superzellen möglich – und damit lässt sich sogar der eine oder andere Tornado nicht mehr ausschließen.
Auch der Norden bleibt nicht verschont
Und der Rest des Landes? Der kommt ebenfalls nicht ungeschoren davon. Am Freitagnachmittag ziehen auch in der Nordwesthälfte kräftige Gewitter durch, teils begleitet von schweren Sturmböen der Stärke 9 bis 10.

Auch hier sind vereinzelte Unwetter nicht ausgeschlossen. „Von der Küste bis zu den Alpen kann sich niemand sicher zurücklehnen", mahnt Habermehl eindringlich. Heißt im Klartext: Halten Sie den Himmel unbedingt im Blick.
„Bitte nehmen Sie das ernst" – so kommen Sie sicher durch
Ein paar einfache Regeln können jetzt viel Ärger ersparen. Räumen Sie losen Gartenkram, Mülltonnen und Gartenmöbel rechtzeitig weg und parken Sie Ihr Auto möglichst nicht unter großen Bäumen.
Ziehen Sie sich bei aufziehenden Gewittern konsequent ins Haus zurück und meiden Sie offene Flächen, Wälder und Gewässer. „Diese Lage ist kein normaler Sommerregen – sie hat das Zeug, richtig gefährlich zu werden", sagt der Experte zum Abschluss. Bleiben Sie wachsam und kommen Sie gut durch die stürmischen Tage!