20.000 Tiere und neueste Technik: So wurde das historische Aquarium Berlin modernisiert

Drei Jahre dauerten die Sanierungsarbeiten in dem Museum, das in diesem Jahr seinen 113. Geburtstag feiert. Außer Fischen und Reptilien sind hier auch Amphibien, Insekten und zahlreiche Quallenarten zu sehen.

Fast wie Schnorcheln: Fischschwarm im Aquarium. Foto: Pixabay
Fast wie Schnorcheln: Fischschwarm im Aquarium. Foto: Pixabay

Dinosaurier schmücken die Fassade, hinter ihr beginnt eine Reise durch die unterschiedlichsten Habitate. Im Aquarium des Zoologischen Gartens Berlin schwimmen Fische in riesigen Becken, Krokodile liegen im Wasser. Zwischen tropischen Pflanzen verbergen sich Amphibien.

Nach dreijähriger Sanierung öffnete das denkmalgeschützte Gebäude an der Budapester Straße jetzt wieder für Besucher. Das traditionsreiche Haus wurde zwischen 1911 und 1913 erbaut.

Auf drei Etagen können Besucher die Tierwelt erkunden. Im ersten Stock dreht sich alles um Fische, die zweite Ebene gehört Reptilien; Insekten und Amphibien sind im dritten Stock zu sehen.

1000 Arten sind im Aquarium vertreten

Insgesamt umfasst der Bau 8100 Quadratmeter. Davon stehen 2200 Quadratmeter dem Publikum offen, der Rest gehört Technik, Zucht und Versorgung.

25 Quallenarten sind im Aquarium vertreten und werden hier gezüchtet. Foto: Pixabay
25 Quallenarten sind im Aquarium vertreten und werden hier gezüchtet. Foto: Pixabay

Rund 20.000 Tiere leben im Aquarium, etwa 1000 Arten sind vertreten. Bei Ameisen, Korallen und anderen Lebewesen werden teilweise Kolonien statt einzelner Tiere gezählt. Umfangreich ist die Quallenzucht: Mit 25 Arten gilt sie als eine der größten der Welt.

Hier dürfen Beschäftigte abtauchen

Auch unter Wasser sind die Dimensionen eindrucksvoll. Die Fischbecken bringen es zusammen auf eine Million Liter Wasser; das größte fasst 120.000 Liter. Für Pflegearbeiten müssen die Mitarbeiter gelegentlich selbst abtauchen. Sieben der 19 Beschäftigten verfügen über einen Tauchschein.

Ein Teil der Nahrungsmittel für die Tiere stammt aus eigener Produktion. Heuschrecken und Grillen werden gezüchtet, ebenso Meeresplankton.

Unter dem Dach gibt es einen eigenen Raum für Fliegen, die bei vielen Terrarien-Tieren ganz oben auf dem Speiseplan stehen. In einigen Bereichen wachsen zudem Bananenstauden.

Das Aquarium entstand als Nachfolger eines früheren Hauses an der Ecke Schadowstraße und Unter den Linden und wurde am 18. August 1913 eröffnet.

Am Anfang war die Krokodilhalle

Mittelpunkt war von Anfang an die 170 Quadratmeter große Krokodilhalle, die sich über mehrere Stockwerke erstreckt. Sie gilt als frühes Beispiel für eine begehbare Freianlage für Zootiere innerhalb fester Mauern und ist bis heute erhalten.

Im Zweiten Weltkrieg traf eine Bombe das Aquarium und zerstörte das Gebäude nahezu vollständig. Das Erdgeschoss konnte 1952 wieder öffnen, 1956 folgte das Terrarium und 1959 das Insektarium.

Wenige Jahre später hatte das Aquarium seine einstige Bedeutung als eine der artenreichsten zoologischen Sammlungen der Welt zurückgewonnen.

Meerwasser aus Berlin statt aus der Nordsee

Eine besondere Herausforderung stellt die Versorgung der Meerestiere dar. Früher wurde Salzwasser aus der Nordsee nach Berlin gebracht. Heute wird es im Aquarium hergestellt.

Dafür kommen 76 verschiedene Salze zum Einsatz. Aus kaltem, warmem, salzigem und vollentsalztem Wasser entstehen mehr als zehn unterschiedliche Wassermischungen - abgestimmt auf die Bedürfnisse der Tiere.

Artikelreferenz

Katja Colmenares. (2026). Nach 3 Jahren Sanierung - Aquarium-Umbau fertig.