Nach der Hitze folgen die Blitze in NRW - "Heat-Dome" führt zu irren Temperaturrekorden in Europa
Was für eine erste satte Hitzewelle in diesem Jahr über die Pfingsttage: In Europa gab es im Zuge einer Hitzeglocke zahlreiche Temperaturrekorde für den Monat Mai. In Nordrhein-Westfalen folgen auf die Hitze teils schwere Gewitter.

Eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Wetterlage sorgt derzeit für eine Hitzewelle in West- und Mitteleuropa. Verantwortlich dafür ist ein sogenannter "Heat-Dome", eine Hitze-Kuppel oder Hitzeglocke, die in den letzten Tagen insbesondere von Frankreich bis nach Großbritannien zu zahlreichen Temperaturrekorden geführt hat.
Verantwortlich dafür ist eine sogenannte Omegawetterlage. Dabei liegt ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mittel- und Westeuropa, welches die normalerweise vorherrschende West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete blockiert. Dieses Muster ist sehr stabil und bleibt dann häufig über längere Zeit bestehen.
Zeichen des Klimawandels
Bei einem "Heat-Dome" bildet sich im Sommerhalbjahr große Hitze unter der "Kuppel" im Bereich des kräftigen Hochs. Dazu ist die Luftmasse sehr trocken, es entstehen kaum Gewitter und es gibt fast keinen "kühlenden" Wind, das heißt die Hitze steht.
Das Ende-Mai schon über 30 Grad gemessen werden, ist nicht ungewöhnlich und kommt öfter vor. Das Besondere an der aktuellen Wetterlage sind die absoluten Hitzespitzen und die Dauer der Hitze mit vielen Tagen in Folge. In Kew Gardens (bei London) wurde mit 35,1°C am Dienstag ein neuer Mai-Temperaturrekord seit Beginn der Aufzeichnungen in England aufgestellt. Damit wurde der Rekord vom Vortag (Pfingstmontag), der bei 32,8 °C lag, noch einmal deutlich übertroffen. Der alte Mai-Rekord aus dem Jahr 1922 wurde damit um satte 5 Grad übertroffen.
In 500 hPa dominiert ein kräftiger Höhenrücken über Mitteleuropa
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) May 27, 2026
️Wetter stabil, sonnig und besonders im Süden heiß
️ Zum Wochenende schwächen Randtröge den Höhenrücken. Achtung: Gewitterneigung steigt
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In Frankreich gab es über die Pfingsttage ebenfalls zahlreiche Temperaturrekorde für den Monat Mai. Ein Zeichen des Klimawandels ist dabei, dass alte Hitzerekorde nicht um wenige Zehntel-Grad gebrochen, sondern nahezu pulverisiert werden. Oder einfach formuliert: Heiße Wetterlagen werden im Zuge der fortschreitenden Klimaerwärmung noch heißer als früher. Eine derartige Wetterlage im Juli oder August würden in Frankreich Temperaturen über 45 Grad bedeuten, in Deutschland und England wären viele Tage über 40 Grad wahrscheinlich.
Da Deutschland und damit auch Nordrhein-Westfalen (NRW) sich am Rande der Hitzeglocke befindet, sind hier die Temperaturen nicht ganz so extrem ausgefallen. Am Dienstag (26.05) lagen die Höchstwerte in den Niederungen verbreitet bei 30 bis 32 Grad, Spitzenreiter war die Wetterstation in Borken mit 32,2°C, in Düsseldorf stieg das Thermometer auf 31,6°C.
Schwül-heiß und schwere Gewitter möglich
Am Donnerstag ist es in NRW hinter einer sehr schwachen Kaltfront erneut sonnig und trocken, aber ein paar Grad kühler. Die Höchstwerte liegen zwischen 23°C im Nordosten und 28°C im Südwesten des Landes. Am Freitag gelangen dann wieder deutlich wärmere und feuchtere Luftmassen nach NRW. Dabei gibt es zunächst noch viel Sonnenschein und die Temperaturen steigen auf schwül-heiße 30 bis 33 Grad, im Hochsauerland um 25 Grad.
Zum Nachmittag und Abend können sich dann einige, zum Teil kräftige Gewitter bilden mit dem Potenzial für Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturm. Wie flächig und wie stark diese Gewitter ausfallen werden, muss natürlich im Detail noch abgewartet werden. Dazu bitte auch die Unwetterwarnungen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) beachten!
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