Ein Bericht der „Ocean Census“-Initiative bestätigt die Entdeckung von mehr als 1.000 neuen Arten in den Ozeanen
Die von der Organisation Ocean Census im Jahr 2025 durchgeführte Erforschung der Weltmeere führte zur Entdeckung einer Vielzahl neuer Arten.

Laut einem aktuellen Bericht von Ocean Census könnten im Jahr 2025 in verschiedenen Tiefen mehr als 1.000 neue Meeresarten entdeckt worden sein. Einige davon sind wirklich unglaublich!
Ocean Census ist eine globale Organisation unter der Leitung der Nippon Foundation und von Nekton. Sie wurde vor drei Jahren gegründet und vereint rund 1.000 Forscher aus 85 verschiedenen Ländern mit dem gemeinsamen Ziel, unser Wissen über die Tiefsee zu erweitern, die ebenfalls durch menschliche Aktivitäten bedroht ist.
Viele Expeditionen im letzten Jahr
Tatsächlich ist die Tiefsee nach wie vor weitgehend Neuland. Nur 24,9 % der Ozeantiefen sind kartografiert, und kaum 5 % wurden tatsächlich erforscht. Oft wird gesagt, dass wir mehr über den „nahen“ Weltraum wissen als über unsere eigenen Ozeantiefen. Daher geht man davon aus, dass uns 90 % der Unterwasserarten noch unbekannt sind.
Da diese Meeresböden zunehmend durch die Erwärmung der Ozeane, Umweltverschmutzung und ganz allgemein durch menschliche Eingriffe bedroht sind, ist es wichtig, unser Wissen über sie zu erweitern, bevor es zu spät ist. Tatsächlich könnten einige Arten verschwinden, noch bevor sie überhaupt katalogisiert wurden.
Like a string of marine fairy lights, siphonophores are marine animals, made up of multiple parts working together.
— Ocean Census (@oceancensus) December 26, 2025
This one (Rhizophysidae) was spotted on an expedition to the Nazca Ridge, a collection of seamounts in the southeast Pacific, with @SchmidtOcean. pic.twitter.com/0Kfq0fOiTx
Denn entgegen der landläufigen Meinung beherbergen die Tiefen des Meeres zahlreiche Arten, von denen eine faszinierender ist als die andere. Einige dieser Arten könnten uns sogar Aufschluss über die mögliche Entwicklung von Leben auf anderen Planeten geben, da die Bedingungen in dieser Umgebung lebensfeindlich und vor allem radikal anders sind als in „zumutbareren“ Tiefen.
Mehr als 1.000 neue Arten!
Laut dem am 15. Mai veröffentlichten Bericht von Ocean Census wurden im Rahmen der 13 Expeditionen, die die Organisation weltweit durchgeführt hat, 1.121 neue Meeresarten entdeckt. Diese Expeditionen trugen zudem dazu bei, die Zahl der jährlichen Identifizierungen um 54 % zu steigern!
Diese neuen Arten wurden in Tiefen entdeckt, die teilweise sehr groß waren und bis zu 6.575 Meter unter der Meeresoberfläche reichten. Einige von ihnen weisen ungewöhnliche Merkmale auf, wie beispielsweise Dalhousiella yabukii, die auf einem unterwasserliegenden vulkanischen Seeberg vor der Küste Japans entdeckt wurde und in einem „Glasschloss“ gedeiht, da sie eine Symbiose mit einem Glasschwamm eingegangen ist – einer Art, deren Skelett aus kristallinem Siliziumdioxid besteht.
Erwähnenswert ist auch eine Chimäre, auch bekannt als „Geisterhai“, die vor der Küste Australiens in einer Tiefe von 850 Metern entdeckt wurde. Chimären gehören zu den geheimnisvollsten Bewohnern der Tiefsee. Sie sind nahe Verwandte von Haien und Rochen, haben sich jedoch vor etwa 400 Millionen Jahren, noch vor dem Auftauchen der Dinosaurier, in einen eigenen evolutionären Zweig verzweigt!
Wissenschaftler haben vor der Küste der Südlichen Sandwichinseln in einer Tiefe von 3.600 Metern zudem eine neue Art fleischfressender Schwämme entdeckt, die mit kleinen durchsichtigen Kugeln bedeckt sind, an denen mikroskopisch kleine Haken sitzen, mit denen sie Krebstiere fangen können. Aufgrund ihres Aussehens und ihrer Eigenschaften haben die Forscher diese neue Art „Todeskugel“ getauft.
Wie bereits erwähnt, tragen die zahlreichen Entdeckungen, die im Laufe des Jahres 2025 gemacht wurden, zu einem besseren Verständnis der Tiefsee bei, die auch heute noch weitgehend unbekannt ist. Einige Arten finden zudem noch andere Anwendungsmöglichkeiten. So werden beispielsweise Giftstoffe, die von einem in Osttimor, einer Insel in Südostasien, vorkommenden Bandwurm produziert werden, derzeit als Behandlungsmethode für Alzheimer und Schizophrenie untersucht.
Quellenhinweis:
The Ocean Census Year 3 Impact Report, Ocean Census, 05/15/2026
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