Heat Dome kommt: „So etwas gab es früher nie" – Modelle berechnen 44 Grad für Deutschland

Die Hitzeglocke aus Südwesteuropa nimmt Kurs auf uns. Ab Dienstag Dauerhitze im ganzen Land, Anfang August berechnen die Modelle Extremwerte jenseits der 40 Grad. Meteorologen sind alarmiert.

Es braut sich etwas zusammen über Europa, und diesmal geht es nicht um das übliche Sommerhoch. Über Spanien und Portugal hat sich in den vergangenen Tagen eine mächtige Hitzeglocke aufgebaut, ein sogenannter Heat Dome. Die Luft wird darin regelrecht nach unten gepresst, erwärmt sich zusätzlich und kann nicht entweichen. Der Deckel sitzt fest.

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Und genau dieses Gebilde macht sich jetzt auf den Weg nach Nordosten. Ziel: Mitteleuropa. Deutschland liegt dabei direkt in der Schusslinie.

Schon am Samstag geht es los – 36 Grad im Südwesten

Der Auftakt kommt früher, als viele denken. Bereits am Samstag klettern die Temperaturen im Südwesten auf bis zu 36 Grad. Am Oberrhein, in der Pfalz und in Rheinhessen wird die Luft flimmern, nachts kühlt es kaum noch ab. Wer keine Klimaanlage hat, wird die Nächte spüren.

Doch das ist nur die Ouvertüre. Ab Dienstag greift die Hitze dann flächendeckend auf ganz Deutschland über, von Flensburg bis Freiburg. 30 bis 35 Grad sind dann fast überall drin, regional geht es Richtung 38 Grad.

Die Hundstage machen ihrem Namen alle Ehre

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Wir befinden uns mitten in den Hundstagen, jener Phase zwischen dem 23. Juli und dem 23. August, die statistisch als heißeste Zeit des Jahres gilt. Der Volksmund sagt: Sind die Hundstage heiß, bleibt der Sommer lange heiß.

Die nächste Hitzewelle steht schon bereit und sie könnte noch heftiger werden als die vergangenen.
Die nächste Hitzewelle steht schon bereit und sie könnte noch heftiger werden als die vergangenen.

In diesem Jahr scheint sich die alte Bauernregel bestätigen zu wollen. Der Hochsommer holt gerade in Rekordtempo nach, was er im Juli hat schleifen lassen. Und er meint es ernst.

Auch das europäische Modell springt auf den Hitzezug auf

Entscheidend ist: Es rechnet nicht nur ein Modell so. Auch das europäische ECMWF, traditionell das zurückhaltendere der großen Systeme, hat inzwischen umgeschwenkt und liefert eine sehr ähnliche Entwicklung. Wenn sich die großen Rechenzentren derart einig werden, ist das ein deutliches Signal.

Zwei unabhängige Modelle, dieselbe Botschaft, und das über mehrere Läufe hinweg. Das kommt nicht alle Tage vor, und Meteorologen schauen bei so etwas genauer hin als sonst.

44 Grad auf der Karte – „solche Bilder kannte man früher nicht"

Richtig heftig wird es bei den Berechnungen für Anfang August. Da tauchen Karten auf, die über weiten Teilen Deutschlands 40 Grad und mehr zeigen, im Südwesten stellenweise sogar 43 oder 44 Grad. Ein flächiges Pink, wohin man schaut.

Solche Bilder hat man vor zwanzig Jahren für Deutschland schlicht nicht gesehen. Heute erscheinen sie im Wochenrhythmus. Sie scheinen die neue Realität zu werden, und das macht nachdenklich.

Was jetzt wirklich gilt – und was noch offen ist

Bei aller Dramatik: Die Extremwerte für Anfang August liegen noch weit draußen im Prognosezeitraum. Das sind Trendaussagen, keine belastbaren Vorhersagen. Erfahrungsgemäß werden solche Spitzen in den folgenden Läufen häufig wieder abgeschwächt.

Gesichert ist die Hitzewelle ab Dienstag. Alles darüber hinaus ist ein Warnschuss, den man ernst nehmen sollte, ohne in Panik zu verfallen. Die nächsten Modellläufe zeigen, wohin die Reise geht.