„Der Winter kommt zweimal" – El Niño lädt den Kälte-Boomerang für Deutschland
Ein Super-El-Niño heizt den Pazifik auf Rekordwerte – und stellt den deutschen Winter auf den Kopf. Erst mild und grün zu Weihnachten, dann der eiskalte Rückschlag im Januar. Das steckt dahinter.

Der Pazifik kocht – und Deutschland bekommt die Rechnung erst mit Wochen Verspätung. Ein Super-El-Niño hat die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik auf Rekordkurs getrieben, fast drei Grad über dem Normalwert. So massiv war das zuletzt vor über zehn Jahren.
Und ausgerechnet dieser ferne Hitzemotor entscheidet mit, wie kalt es bei uns zwischen Weihnachten und Fasching wird. Nur macht es der Winter dieses Mal anders als gedacht: Er kommt nicht am Stück. Er kommt in zwei Wellen.
Erst grünes Weihnachten – dann der Rückschlag
Rund um die Feiertage bleibt es voraussichtlich mild und nass. Der Jetstream pumpt milde Atlantikluft nach Mitteleuropa, Werte um 8 bis 12 Grad sind drin, an Schnee ist im Flachland kaum zu denken.

Wer auf weiße Weihnachten hofft, wird also wohl enttäuscht. Doch genau diese laue Ruhe ist die Falle – sie wiegt uns in Sicherheit, während sich in der Höhe längst etwas zusammenbraut.
So baut El Niño den Kälte-Boomerang
Der gleiche El Niño, der uns den milden Advent schenkt, schwächt zugleich den Polarwirbel über der Arktis. Reißt dieser Wirbel Anfang Januar ein, knickt der Jetstream ein – und die Tür für eisige Polarluft steht plötzlich weit offen.
Der Winter verschwindet also nicht. Er holt nur Anlauf. Und kommt dann wie ein Bumerang mit voller Wucht zurück.
Der Januar wird zur Eis-Falle
Kippt die Großwetterlage, kann es in der zweiten Januarhälfte richtig frostig werden: Dauerfrost, Schneechancen bis ins Tiefland, nachts verbreitet klirrende Minusgrade. Aus dem Nicht-Winter wird binnen Tagen tiefster Hochwinter.
Für Menschen mit Kreislaufproblemen, für Autofahrer und für die Heizkosten ist dieser abrupte Umschwung die eigentliche Herausforderung – nicht die Kälte an sich, sondern ihr Tempo.
Die neue El-Niño-Bauernregel
Die Alten wussten: „Grüne Weihnacht, weiße Ostern." Für dieses Jahr lässt sich der Spruch neu schreiben: „Ist das Weihnachtsfest noch grün, wird der Januar eisig kühn."
Was früher Bauernweisheit war, ist heute Satellitendaten: Ein glühend heißer Pazifik im Advent ist das Startsignal für einen Spätwinter mit Biss.
Was das für Sie bedeutet
Lassen Sie sich vom milden Dezember nicht täuschen. Die Wahrscheinlichkeit für einen kalten, schneereichen Endspurt im Januar ist in diesem Super-El-Niño-Winter deutlich erhöht – garantiert ist in der Wetterküche nie etwas, aber die Zeichen stehen selten so klar.
Mein Rat: Winterreifen jetzt drauf, Streusalz besorgen, und den Kälte-Boomerang im Kalender vormerken. Der große Winter kommt – er lässt sich nur ein bisschen bitten.