September-Wahnsinn: Erst Rekord-Wärme und 30 Grad – dann schlägt die Bauernregel Alarm: „Eisiger Winter"?

September 2026 zählt zu den wärmsten und trockensten seit 1881. Jetzt kommt sogar noch mal Sommer mit 30 Grad. Doch eine alte Bauernregel macht Winter-Fans Hoffnung – oder Angst.

Was für ein Spätsommer! Der September 2026 reiht sich schon jetzt unter die fünf wärmsten seit Messbeginn 1881 ein – und gehört gleichzeitig zu den trockensten überhaupt. Während sonst um diese Zeit längst die Regenschirme regieren, meldet der Monat bislang nur einen Bruchteil des üblichen Niederschlags.

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Dazu satte Sonne fast rund um die Uhr, staubtrockene Böden und Temperaturen, die eher nach Hochsommer schmecken als nach Herbst. Kurz gesagt: Der Sommer denkt gar nicht daran, die Bühne zu räumen.

Erst Abkühlung, dann rollt die Wärme zurück

Doch ganz ohne Dämpfer geht es nicht weiter. Ab Mittwoch schiebt sich ein Tief von Norden heran, bringt Wind, ein paar Wolken und spürbar kühlere Luft. Für ein, zwei Tage heißt es also durchatmen – die ganz große Herbstkeule ist das aber nicht.

Denn schon zum Sonntag und Montag dreht die Großwetterlage zurück. Die Temperaturen klettern wieder auf 25 Grad und mehr, im Südwesten sind an Ober- und Hochrhein sogar noch einmal bis zu 30 Grad drin. „Der Sommer will einfach nicht weichen", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Trocken, trockener, September 2026

Die Kehrseite der Dauer-Sonne: Es ist viel zu trocken. In weiten Teilen des Landes kam bisher nur rund ein Viertel des normalen Monatsregens zusammen. Die Böden sind bis in tiefe Schichten ausgedörrt, viele Flüsse führen wenig Wasser, und in etlichen Regionen bleibt die Waldbrandgefahr hoch.

Schon am kommenden Sonntag erreichen uns erneut aus Südwesten deutlich "zu warme" Luftmassen.
Schon am kommenden Sonntag erreichen uns erneut aus Südwesten deutlich "zu warme" Luftmassen.

Für Landwirte und Gärtner ist das ein handfestes Problem. Was jetzt fehlt, ist ein ordentlicher, tagelanger Landregen – und ausgerechnet der ist vorerst nicht in Sicht. Vor allem im Süden und in der Mitte hält die Dürre hartnäckig durch.

Steuern wir auf einen Rekord-Herbst zu?

Die große Frage, die viele umtreibt: Wird das jetzt ein Rekord-Herbst? Die Zutaten sind jedenfalls da. Ein extrem warmer, sonniger und knochentrockener Start – diese Kombination hat es nur selten gegeben.

Bleibt es bei der warmen Südwestlage, könnte der September am Ende tatsächlich in den Geschichtsbüchern landen. Ob ganz oben, entscheiden aber die letzten beiden Wochen. Ein paar kühle, nasse Tage können die Bilanz noch drücken.

Warmer Herbst, eisiger Winter – was ist dran?

Und jetzt kommt der Teil, der Winterfans elektrisiert. Eine uralte Bauernregel raunt: „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein." Übersetzt heißt das: Je milder der Herbst, desto eisiger soll die kalte Jahreszeit ausfallen.

Kommt nach dem sehr warmen Herbst eher ein kalter Winter?
Kommt nach dem sehr warmen Herbst eher ein kalter Winter?

Klingt spannend – aber Vorsicht. Solche Sprüche sind Volksweisheit, keine Wissenschaft. Mal passt die Regel erstaunlich gut, mal liegt sie komplett daneben. „Aus einem warmen September lässt sich der Winter seriös nicht ableiten", bremst Jung allzu große Erwartungen.

Das erwartet uns wirklich

Fakt ist: Ein warmer Herbst ist längst kein Garant für einen Schnee-Winter – im Gegenteil. In den vergangenen Jahren folgten auf milde Herbste oft ebenso milde Winter. Der Klimawandel verschiebt die Statistik zusätzlich nach oben.

Wer also auf Väterchen Frost, Schlitten und weiße Weihnachten hofft, sollte die Bauernregel mit einem Augenzwinkern nehmen. Sicher ist bis dahin nur eins: Erst genießen wir noch ein paar goldene Spätsommertage – und dann schauen wir gemeinsam, was der Herbst wirklich zu bieten hat.