Festung mit Ausblick: Die größte Burgruine Deutschlands liegt auf einem Vulkankegel
Eine einzigartige Landschaft nahe der Schweizer Grenze besitzt eindrucksvolle historische Burgen, die sich zu Fuß und per Rad erkunden lassen. Dazu öffnen Berge Ausblicke vom Bodensee bis zu den Alpen.

Ein Vulkanberg, eine gewaltige Festungsanlage und ein Panorama, das bei klarer Sicht vom Bodensee bis zu den Alpen reicht: Der Hohentwiel bei Singen gehört zu den ungewöhnlichsten Wanderzielen im Hegau, einer von Vulkankegeln geprägten Landschaft im Süden Baden-Württembergs.
Sie liegt westlich des Bodensees und nördlich des Rheins an der Grenze zur Schweiz. Auf 9,3 Hektar erstreckt sich hier die größte Festungsruine Deutschlands auf dem bewaldeten Bergkegel.
Mehr als 1100 Jahre Geschichte
Die Geschichte des Hohentwiel reicht bis ins Jahr 915 zurück. Aus der mittelalterlichen Burg wurde im 17. Jahrhundert eine württembergische Landesfestung, deren Mauern und Türme heute als Ruinen erhalten sind.

Ein Rundgang führt durch die weitläufige Anlage, vorbei an ehemaligen Wirtschaftsgebäuden, Weinkellern, Bäckerei und Schmiede. Informationstafeln helfen dabei, die einstigen Funktionen der Gebäude zuzuordnen.
Kirchturmblick bis zum Bodensee
Besonders eindrucksvoll ist die Kernburg. Zwischen Mauern, Gewölben und überwucherten Festungsresten ergeben sich immer wieder neue Ausblicke. Eine Holztreppe führt auf den historischen Kirchturm.
Von der Aussichtsplattform aus sieht man den Hegau mit seinen charakteristischen Vulkankegeln; bei guter Sicht reicht der Blick über den Bodensee bis zu den Alpen. Der Aufstieg zur Festung ist allerdings nicht ganz ohne: Vom Eingang führt ein ziemlich steiler Weg empor.
Auf Burgen- und Vulkantour durch den Hegau
Der Hohentwiel ist nur eine von mehreren mittelalterlichen Anlagen auf den Vulkankegeln des Hegaus. Auch die Ruinen Hohenkrähen, Mägdeberg und Staufen lassen sich erwandern.
Wer mehrere davon verbinden möchte, findet mit dem Hegauer Kegelspiel sieben Premium-Wanderwege, die die außergewöhnliche Landschaft erschließen.
Eine passende Tour für Burgenfans ist der Hohentwieler Premiumwanderweg. Die Rundstrecke beginnt am Fuß des Hohentwiel, führt zur Ruine Staufen und wieder zurück. Die zusätzlichen Höhenmeter für die Aufstiege zu den beiden Burgen sorgen für ein adäquates Herz-Lungen- und Wadentraining.
Mit dem Fahrrad von Festung zu Festung
Noch mehr Festungen kann man mit dem Fahrrad erkunden: Der Burgenradweg 3 verbindet die vier großen Ruinen auf einer rund 38 Kilometer langen Runde mit 566 Höhenmetern.
Fahrräder können während des Aufstiegs zum Hohentwiel am Infozentrum abgestellt werden; dort stehen auch Ladestationen für E-Bikes zur Verfügung.
Als Ausgangspunkt eignet sich das Dorf Hohentwiel am Fuß des Berges. Dort befinden sich die Touristeninformation und eine Ausstellung zur Geschichte. Von hier lässt sich der Besuch der Festungsruine mit einer abwechslungsreichen Wanderung durch die Hegauer Vulkanlandschaft verbinden.
Artikelreferenz
Nick Schindowski. (2026). Deutschlands größte Burgruine thront auf einem Vulkan - der Aufstieg lohnt sich.